Krieg gegen den Terror


    Diplomatie, Vertrauen, Freundschaft - unsere einzige Hoffnung, zukünftige Angriffe zu stoppen

    Sept. 14, 2001

    Mennonite Brethren Biblical Seminary (MBBS)

    Mennonite Brethren Biblical Seminary (MBBS) an die Pastorenschaft der Mennonitischen Brüdergemeinden in USA und Kanada

    An diesem nationalen Tag der Trauer und des Gebets, beten wir für euch, unsere Kollegen im Gemeindedienst. Wir beten besonders, dass ihr am Sonntag in euren Gottesdiensten Gottes tröstende Gegenwart deutlich machen könnt. Wir beten für euren Dienst als Hirten und Seelsorger. "Der Herr ist mein Licht und mein Heil: Vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist die Kraft meines Lebens: Vor wem sollte mir bangen? Dringen Frevler auf mich ein, um mich zu verschlingen, ... sie müssen straucheln und fallen." Ps 27, 1-2.

    1. Wir unterstützen euch und eure Gemeinden, indem wir das ganze Volk Gottes zur Fürbitte aufrufen

  • für die Familien, Freunde, Kollegen der Opfer
  • für unsere führenden Politiker, aber auch
  • für alle, die mit den terroristischen Angriffen zu tun haben.
  • Durch sein Sterben für uns alle hat Christus seine Liebe für alle gleich erwiesen. "Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf ... für die Herrscher und für alle die Macht ausüben ... Das ist Recht und gefällt Gott, unserem Retter. Er will, dass alle Menschen gerettet werden." 1 Tim 2,1-3

    2. Wir beten mit euch und euren Gemeinden für Frieden und für Gerechtigkeit. Scharfe Stimmen rufen in harten Worten nach einem "zornigen Amerika". Doch Gewalt zeugt erneute Gewalt. Die Eskalation der Gewalt führt zu neuer Ungerechtigkeit. Rassismus blendet die Augen selbst der Gerechten. Betet für Einhalten und Mäßigung. Betet, dass die Stimme der Kirche für den Frieden nicht zum Schweigen gebracht wird in diesen Tagen starker Gefühle und dem Verlangen nach Rache. Wenn auch wir wie David (vgl. Ps 109) Gefühle des Zorns haben, so wollen wir diese doch in der Erkenntnis zum Ausdruck bringen, die Römer 12, 19 formuliert: "Mein ist die Rache, ich will vergelten, spricht der Herr."
    "... für die Menschen, die Frieden stiften, wird die Saat der Gerechtigkeit aufgehen." Jak 3, 18
    "Der Herr gebe Kraft seinem Volk. Der Herr segne sein Volk mit Frieden." Ps 29,11

    3. Wir beten mit euch, dass unser Volk umkehrt. Von politischer Seite wird mit dem Finger auf Menschen da draußen gezeigt. Wenige scheinen den Blick nach innen zu wenden oder auf den breiteren Strom von Gottes Plan und Führung. Joseph erkannte Gottes Hand in den gegen ihn gerichteten Taten seiner Brüder. Gen. 45, 7,8. Daniel entdeckte Gottes Handeln im Angriff und der Belagerung Jerusalems durch Babylon. Danv1, 1,2. Bei unserem Bemühen, die Ereignisse der vergangenen Woche zu verstehen, erinnert uns die Schrift daran, dass auch Katastrophen ein Weg sein können, uns des eigenen Handelns bewusst zu werden - Hiroschima, 500.000 Tote vertreut im irakischen Wüstensand, unser unstillbarer Durst auf Öl, organisierte Unterdrückung in den Ländern der 3. Welt. Wir haben keine sauberen Hände. Betet, dass wir erkennen, wie wir daran beteiligt sind, politische und soziale Strukturen zu schaffen, die Menschen zu solch zerstörerischen Gewalttaten treiben.
    "Auch jetzt noch - Spruch des Herrn: Kehrt um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, Weinen und Klagen. Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider, und kehrt um zum Herrn eurem Gott! Denn er ist gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Güte, und es reut ihn, dass er das Unheil verhängt hat." Joel 2, 12,13.

    4. Wir beten, dass wir im Geist von Craig Hallmans Brief vorwärtsgehen. Craig ist ein Absolvent unseres Seminars, der nun mit MB Mission and Service International in Karatschi, Pakistan arbeitet. Sein Brief wurde in der Zeitschrift "FRESNO BEE" heute morgen unter der Überschrift "Der endlose Kreislauf" veröffentlicht:

    "Als früherer Einwohner Fresnos und Leser des "Bee", der heute in Pakistan lebt, möchte ich den sicher vielen Zuschriften zu den Terrorattacken meine hinzufügen. Ich möchte die Vereinigten Staaten oder die Nato dringend vor einem Gegenangriff auf Afghanistan oder Osama bin Laden warnen. Das wird nur einen endlosen Kreislauf der Vergeltung fortführen. Israel ist das beste Beispiel für diese tödliche Falle. Je mehr Leute von den USA getötet werden, umso mehr Radikale werden produziert und zukünftige Angriffe garantiert.
    Das ist eine Realität, die wir in unserer nationalen Debatte über die Antwort auf den Terrorismus bedenken müssen. - Als ich die ersten Zeilen dieses Briefs schrieb, erhielt ich einen Anruf von einer muslimischen Nachbarin, die meiner Familie und Amerika ihr Mitgefühl und Beileid aussprach. Das schreckliche Blutbad von New York hat viele Muslime veranlasst, Sympathie für Amerika zu empfinden und Zweifel am Radikalismus genährt. Dieses Wohlwollen wird sofort verschwinden, wenn die erste Bombe fällt.
    Die Flugzeugentführer haben, ohne es zu wollen, ein Klima des Wohlwollens und der Partnerschaft mit gemäßigten islamischen Staates zur Bekämpfung des Radikalismus geschaffen.
    Diplomatie, Vertrauen, Freundschaft - nicht Militanz - sind unsere einzige Hoffnung zukünftige Angriffe zu stoppen."

    Der Herr gebe Kraft seinem Volk! Der Herr segne sein Volk mit Frieden!
    Ps 29,11

    Gnade und Frieden,
    Henry J. Schmidt

    MBBS Seminary Präsident für die Fakultät des Seminars in Fresno in Zusammenarbeit mit dem MB-Konferenz Mitarbeiter Loyal Funk

    Übersetzung: DMFK / Die englischen Originaltexte können beim DMFK angefordert werden.

    Eine Stellungnahme des Mennonite Central Committee (MCC) finden Sie hier.
    Eine Stellungnahme der deutschen Mennoniten (AMG) finden Sie hier.


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