|
Das Mennonite Central Committee informiert
1. Mit einjähriger Verspätung kommen Hilfseimer vom MCC Opfern des Erdrutsches in Venezuela zugute
Nachdem sie ein Jahr lang "auf Eis" lagen, werden nun 11000 Eimer mit
Hilfsgütern vom MCC in Venezuela verteilt. Unterstützer/innen des MCC in
Nordamerika hatten die Eimer gefüllt, um damit Einwohnern Venezuelas zu helfen,
die im Dezember 1999 von Erdrutschen betroffen waren. Die Eimer kamen im Mai
2000 in Venezuela an. Aufgrund einer Vielzahl von logistischen Problemen lagen
sie bis zum vorigen Monat fest.
2. China: Kleinkredite verändern das Leben Carol Thiessen WINNIPEG/Manitoba (Kanada). - Als Frau Ma Fangtumai zum ersten Mal von einem neuen Mikrokredit Finanzprojekt in ihrem entlegenen chinesischen Dorf hörte, versteckte sie sich zusammen mit anderen Frauen schüchtern hinter der Ecke eines nahe gelegenen Gebäudes. Nach großen überredungskünsten kamen sie und ihre Freundinnen schließlich langsam zum Vorschein - bis an den hinteren Rand des Hofs, in dem das Treffen abgehalten wurde -, um zu erfahren, wie sie kleine Kredite bekommen könnten, um in ein Kleinunternehmen zu investieren. Nach über einem Jahr hat Ma Fangtumai (49) inzwischen neues Selbstbewusstsein gewonnen und betreibt ein kleines, aber solides Schafzuchtunternehmen. Sie kann auch ihren Namen schreiben und eine einfache Geschäftsabrechnung aufstellen. "Einen gebildeten Menschen wird das vielleicht nicht weiter beeindrucken, aber als ländliche Analphabetin, die einer Minderheit angehört (Muslima aus der Gruppe der Hui), musste sie dafür viel Konzentration und Mühe investieren", berichtet Paul Wang, Mitarbeiter der Stiftung "Amity Foundation". Das Mikrokreditfinanzierungsprojekt in dem Dorf von Ma Fangtumai in der Provinz Gansu im Nordwesten Chinas ist Teil eines größeren Armutsbekämpfungsprojekts. Das Mennonite Central Committee (MCC) hat das fünf Jahre dauernde Projekt zur Hälfte durchgeführt. Es wird in Zusammenarbeit mit der chinesischen und kanadischen Regierung, mit der Organisation "Mennonite Economic Development Associates" und mit der "Amity Foundation" betrieben. Letztere ist eine chinesische Organisation mit christlichem Hintergrund. Das Projekt ist in jeweils zwei Landkreisen in vier der ärmsten Provinzen aktiv und umfasst eine Reihe von Maßnahmen, die darauf abzielen, die landwirtschaftliche Produktion und die ökologische Nachhaltigkeit zu steigern, die medizinische Grundversorgung zu verbessern, den Zugang zur Grundbildung zu verbreitern und die wirtschaftliche Diversifizierung zu fördern. In der Provinz Gansu konzentriert sich das Projekt bislang auf die Erhöhung der wirtschaftlichen Diversifizierung unter Nutzung von Mikrokreditfinanzierungen. "Die wirtschaftliche Diversifizierung wurde als der vielleicht schnellste Weg angesehen, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern", erläutert Tony Enns, der Leiter des Armutsbekämpfungsprogramms China. "Hier leben Menschen mit sehr geringem Einkommen, mit sehr wenig Zugang zu Kapital. Sie hatten Ideen, wie sich ihre Lage mit Hilfe von Zugang zu ein klein wenig mehr Kapital verbessern ließe." Der erste Kredit wurde im Oktober 1999 ausgezahlt. über 1200 Personen nehmen derzeit an dem Mikrokreditfinanzierungsprojekt in dieser überwiegend moslemischen Region teil. Die meisten Nutznießer sind Frauen. Die Mehrzahl der Frauen - die aus der Subsistenzlandwirtschaft kommen - haben ihr Geld in die Viehwirtschaft investiert, zum Beispiel in die Aufzucht von Kühen, Schafen oder Schweinen. über 80 % der Kreditempfänger/innen haben im ersten Jahr mindestens 100 Yuan (12 US$) Gewinn gemacht - in einer Region, in der das durchschnittliche Jahreseinkommen bei etwa 750 Yuan (91 US$) liegt. "Der andere Vorteil liegt darin, dass diese Frauen damit ermutigt wurden, eigenständig etwas auszuprobieren. Diejenigen, die Erfolg hatten - und das sind die meisten -, haben an Selbstbewusstsein und Initiative gewonnen", so Enns. Das trifft auf Ma Fangtumai ganz zweifellos zu. Sie hat regelmäßig an den Alphabetisierungskursen teilgenommen, die im Rahmen des Projekts angeboten werden. "Euer Kreditprogramm ist sehr interessant; meine Frau und mein Enkel sitzen zusammen auf dem Fußboden und machen ihre Hausaufgaben, sobald sie mit dem Abendessen fertig sind", hat Wang vom Ehemann von Ma Fangtumai gehört. "Man könnte meinen", hat er gescherzt, "dass sie miteinander um den Eintritt in die Universität wetteifern." Ma Fangtumai hat sich auch in Viehwirtschaft schulen lassen. Und im Laufe des ersten Jahres hat sie zwei kleine Kredite erhalten und besitzt nun sechs Schafe. Sie hat ihre Kredite abbezahlt und hat vor, mit dem dritten Darlehen eine Kuh zu kaufen. Im Rückblick auf das vergangene Jahr sagt sie: "Es gab Druck, Kummer, Sorgen, aber auch Freude. Und aufs Ganze gesehen habe ich jetzt mehr Selbstvertrauen."
Carol Thiessen schreibt als angestellte Mitarbeiterin in Winnipeg/Manitoba
(Kanada) für das MCC.
3. Wiederaufbauprojekte in El Salvador kommen zügig voran
Dank der Zusammenarbeit der Menschen vor Ort und der Unterstützung von Seiten
der MCC-Basis machen die Wiederaufbauprojekte im vom Erdbeben zerstörten El
Salvador rasche Fortschritte.
Übersetzung: cof 1. Ehepaar berichtet über den wirklichen Alltag in Kolumbien
Armando Hernandez und Eunicia Viloria sind Gottes Ruf gefolgt - vom angenehmen
Rentnerdasein in Puerto Rico mitten ins von Gewalt heimgesuchte Kolumbien. Jetzt
wollen sie das Verständnis der nordamerikanischen Kirche für die Nöte und Mühen
der Vertriebenen fördern, die sie während ihres einjährigen Einsatzes für das
MCC kennen gelernt haben.
2. Neue MCC-Räumlichkeiten ("Welcoming Place") demnächst fertig
Eine neue Vorbereitungs- und Begegnungsstätte, die seit Mai 2000 beim MCC-Büro
im Bau ist, wird nun bald fertig gestellt. Die neue Einrichtung wird unter dem
Namen "Welcoming Place" Unterbringungsmöglichkeiten und Räume der Begegnung für
über 1500 Besucher/innen pro Jahr bieten.
3. Freiwilliger bringt Leben und Ausrüstungsgegenstände in Jugendzentrum auf den Philippinen
Christian Schneeberger, MCC-Freiwilliger, hat den vergangenen Juni auf Händen
und Knien mit Grabarbeiten verbracht, für die er bloß seine Hände, eine
Metallplatte und eine Stange benutzen konnte. Damit half er bei den
Vorbereitungen zur Eröffnung eines Jugendzentrums in Tibungco auf den
Philippinen. Das Zentrum ist zu einem beliebten Aufenthalts- und Zufluchtsort
für Kinder geworden.
4. Flehen zu Gott um Frieden für Jerusalem John Rempel NEW YORK - Anfang Februar nahm ich teil an einer Reise nach Jerusalem und Palästina, die von der Friedensabteilung des Mennonite Central Committee (MCC) für nordamerikanische Mitarbeiter/innen organisiert wurde, die sich für Frieden zwischen Israel und Palästina einsetzen. Es war eine schwierige Pilgerfahrt, denn nur wenige Krisengebiete der Welt sind so belastet von politischen und religiösen Unruhen wie der Nahe Osten. Einerseits ist Israel die Heimat von Millionen aus Europa und anderen Teilen der Welt im Laufe des 20. Jahrhunderts vertriebenen Juden. Zum ersten Mal in der Neuzeit haben Juden ein Land, in dem sie keine angreifbare Minderheit sind. Andererseits hat Israel seine Sicherheit teilweise dadurch erlangt, dass es seinen palästinensischen Nachbarn die ihre genommen hat. Die Intifada, die im vergangenen Oktober ihren Anfang nahm, war ein Verzweiflungs- und Wutausbruch über die Lebensbedingungen im Westjordanland und im Gazastreifen. Die Siedlungen - israelische Kolonien in den besetzten Gebieten, die unter Verletzung der Vierten Genfer Konvention errichtet wurden - wachsen weiter. Die routinemäßige Enteignung von landwirtschaftlicher Nutzfläche ohne Entschädigung und ohne möglichen Rechtsweg geht weiter. Wir haben gesehen, wie Olivenhaine mit dem Bulldozer plattgewalzt wurden, Reihe um Reihe um Reihe wurden die Bäume entwurzelt. Von den vielen Besuchen an Orten und Begegnungen mit Menschen haben mir zwei besonders in der Seele weh getan. Die erste fand während einer Fahrt nach Beit Sahour statt, eine christliche Ortschaft unweit von Bethlehem, die für ihren gewaltlosen Widerstand während der Intifada der Achtzigerjahre bekannt wurde. An ihrem Rande liegt eine israelische Militärbasis. Die israelische Besetzung von 1967 erobertem Land wird von den Palästinensern als nicht hinnehmbare Demütigung empfunden, ganz zu schweigen von dem wirtschaftlichen Würgegriff, der damit einhergeht. In UNO-Resolutionen sind diese israelischen Landbeschlagnahmungen verurteilt worden; in manchen UNO-Menschenrechtsdokumenten werden extreme israelische Akte der Aggression sogar als "Kriegsverbrechen" bezeichnet. Aber nichts hat sich geändert. Wenige Tage vor unserer Ankunft hatte ein palästinensischer Schütze entgegen den Anordnungen der Palästinensischen Autonomiebehörde auf die Militärbasis geschossen. Es gab keine Verletzten. Zur Vergeltung nahm das israelische Militär Wohnhäuser in Beit Sahour unter massiven Beschuss, so heftig, dass in einem Haus ein großes Stück Betonwand aufgerissen wurde und in einem anderen Fall das halbe Haus in Flammen aufging. Was uns auffiel - und was, wie sich herausstellte, auch an anderen von uns besuchten Orten wiederkehrte - war die Unverhältnismäßigkeit der israelischen Reaktion auf den palästinensischen Angriff. An einem anderen Tag fuhren wir zu einer Ansammlung von Bauerndörfern westlich von Nablus. In Hares, einem Dorf, das von seinen Nachbarn und von seinen Feldern durch ein Netz von Erd- und Zementbarrieren abgeschnitten ist, trafen wir mit einheimischen Landwirten zusammen. Bevor das Treffen offiziell anfing, baten uns diese Klein-Landbesitzer inständig, ihre Geschichten sehr ernst zu nehmen. Wie sie berichteten, werden sie dafür verhaftet, dass sie ihre eigenen Felder bestellen. Das israelische Militär schreibt vier verschiedene Erlaubnisscheine vor, wenn palästinensische Bauern ihre Produkte zum Markt bringen wollen - und selbst dann wurden die Straßen manchmal tagelang blockiert. Ein Bauer, ein schlecht gekleideter Mann über 60, unterbrach das Treffen drei Mal. Mit nachdrücklichen Armbewegungen forderte er eindringlich: "Ihr müsst begreifen, was mir passiert ist. Sie haben alle meine Bäume entwurzelt. Sie haben meine Lebensgrundlage zerstört. Sie haben für den Verlust nichts bezahlt. Ich bin mittellos; ich bin mittellos." Andere Bauern hatten ähnlich zu Herzen gehende Geschichten zu berichten. Sie lobten aber auch diejenigen Israelis, die sich unter großen persönlichen Kosten für Gerechtigkeit einsetzen. Im vergangenen Herbst, als die Bauern der Region die Beschlagnahmung ihrer Olivenhaine befürchten mussten - besonders verheerend, weil die Ernte unmittelbar bevorstand -, nahmen örtliche Aktivisten Kontakt zu einer israelischen Friedensgruppe auf, die zur Unterstützung bereit war. Innerhalb von weniger als einem Tag schlossen sich Israelis der palästinensischen Blockade gegen die Bulldozer an und blieben noch da, um bei der Ernte zu helfen. Nach jeder Tagesfahrt kehrten wir nach Jerusalem zurück, überwältigt von der unverhüllten Unterdrückung und beunruhigt von der Angst, die beide Seiten um ihr überleben haben. Die Juden ihrerseits haben Erinnerungen an Verfolgung, die Jahrhunderte zurückreichen. Zudem bleiben sie im Nahen Osten eine Minderheitsgesellschaft, umgeben von Drohungen ausstoßenden Nachbarn. An drei Abenden wurde ich geradezu magnetisch durch das Damaskus-Tor entlang der Gassen der Altstadt zur Klagemauer des Tempels hingezogen. Das Zeugnis der uralten Steine, die Leidenschaft der betenden Juden und die Zusagen Gottes ergriffen mich. Ich stand mitten unter ihnen, berührte wie sie voller Gefühl die Mauer, wir alle flehten Gott um Frieden für Jerusalem an (Ps. 122,6). Wir waren bewegt von einander widersprechenden Erlebnissen - so verschieden, dass nur Gott sie zum Wohle aller gebrauchen kann. Aber wir haben Fürbitte für die heilige Stadt getan. "Wenn doch auch du erkenntest zu dieser Zeit, was zum Frieden dient!" (Luk. 19,42)
John Rempel ist für das Mennonite Central Committee in New York Kontaktperson
zur UNO-Zentrale.
5. 24 Teilnehmer/innen beim MCC-Vorbereitungsseminar im April
24 Personen haben vom 24. April bis zum 4. Mai an dem Vorbereitungsseminar
teilgenommen, das in der MCC-Zentrale abgehalten wurde. 11 von ihnen gehen zu
Auslandseinsätzen, 13 beginnen einen Dienst in Nordamerika.
Übersetzung: cof 1. Patenschaftsprogramm "Global Family" wird auf vier weitere Länder ausgeweitet
Das Patenschaftsprogramm des MCC "Global Family" wird in diesem Jahr auf vier
neue Länder ausgeweitet: Mexiko, Südafrika, Syrien und die Ukraine. Derzeit
unterstützt die Basis des MCC über 3000 Schüler/innen in 28 Ländern mit einer
"Global Family"-Patenschaft bei ihrer Ausbildung.
2. Kinderhort in der Ukraine soll über MCC-"Global Family"-Patenschaften gefördert werden Mary Raber / Cam Kroeker In diesem Jahr bietet das MCC den Unterstützer/innen des "Global Family"-Programms erstmals an, Kinder im "Hort des Guten Hirten" in Makejewka/Ukraine zu fördern. Nähere Informationen gibt es beim MCC-Europabüro in Tramelan. Die Geschichte von Natascha und anderen Kindern findet sich in der MCC-Broschüre "Tradition Amid Transition: MCC walks with people in Russia and Ukraine" (Tradition inmitten des Umbruchs: MCC begleitet Menschen in Russland und in der Ukraine), das auf Englisch kostenlos bei allen MCC-Büros bestellt werden kann. MAKEJEWKA/Ukraine. - "Wie viel ist das?" fragte Natascha und streckte eine Hand voll Münzen aus. Die Frauen, die jede Woche zur Bibelstunde in der Bibliothek auf einer der Hauptstraßen von Makejewka gingen, kannten das Mädchen. Die abgerissene, schmutzige Neunjährige kam häufig, um Essen zu erbetteln oder zu schwatzen. Wenn man sie nach ihrem Wohnort, ihren Eltern oder ihren Freizeitbeschäftigungen fragte, blieben Nataschas Antworten stets vage. Dann wurde den Frauen klar, dass das Kind auf dem Markt gebettelt hatte, aber das Geld, das es bekommen hatte, nicht zählen konnte. Natascha war eines von vielen Kindern, deren Anwesenheit auf der Straße Mitte der Neunzigerjahre das Gewissen und das Mitleid von Christen in Makejewka wachrief. Plötzlich schien es überall Straßenkinder zu geben: sie rannten in Grüppchen durch den Bahnhof, lungerten vor dem Kaufhaus herum und gruppierten sich um das örtliche Kriegerdenkmal, wo die ewige Flamme als Lagerfeuer diente. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion brach auch die staatliche Sozialversorgung zusammen. Institutionen und Familien konnten Kinder nicht mehr ernähren und versorgen. Während Erwachsene gegen ihre Angst vor einer unsicheren Zukunft zu Alkohol und Drogen griffen, probten Tausende von ukrainischen Kindern das überleben auf der Straße. Zwei Jahre lang hatte eine kleine Gruppe Christen regelmäßig für die Kinder auf den Straßen von Makejewka und für Kinder in chaotischen und gefährlichen Familienverhältnissen gebetet. Nach und nach wurde ihnen klar, dass Gott sie dazu rief, einen Hort einzurichten, wo die Kinder vorübergehend einen sicheren Unterschlupf finden konnten. Das Mennonite Central Committee (MCC) und andere Geber halfen mit materieller Unterstützung, und im April 1997 wurde der "Hort des Guten Hirten" eröffnet. In den letzten vier Jahren hat der "Gute Hirte" etwa 300 Kinder versorgt. Es leben dort immer etwa 30 Kinder auf einmal. Dem Gesetz nach dürfen sie nicht länger als drei Monate in dem Hort bleiben; bis dahin muss eine permanente Unterkunft bei Privatleuten oder in einem staatlichen Heim gefunden werden. Die Kinder gehen zur lokalen öffentlichen Schule und können sich im Hort des Guten Hirten mit Malen und Basteln, Musik, Sport und Mithelfen beschäftigen. Die meisten Kinder, die in den Hort kommen, stammen wie Natascha aus einem schwierigen Umfeld der Armut, Trunksucht und Misshandlung. Manchmal werden sie von der Polizei oder von staatlichen Einrichtungen abgeliefert, manchmal bringt sie ein Verwandter oder eine Nachbarin, manchmal kommen sie von selbst. Für die einen ist der Wechsel neu und begeisternd, andere haben Mühe, sich einzugewöhnen. Für viele bedeutet der Hort einen Lichtblick in einem trostlosen Dasein. Natascha, eine der ersten Bewohnerinnen des Horts, hat ihr Leben dann eines Tages Christus geschenkt. Sie wohnt inzwischen in einer anderen Einrichtung, besucht aber häufig ihre Freundinnen im "Guten Hirten". Sie geht weiter zur Schule und ist geistlich sehr gewachsen. Cam Kroeker aus Winnipeg/Manitoba (Kanada) war 1997 bis 2000 MCC-Freiwillige im Hort des Guten Hirten. Mary Raber aus St. Louis/Missouri ist als MCC-Freiwillige in der Ukraine.
3. Landwirtschaftsfachmann aus Bangladesch beeindruckt von Spenden kanadischer Farmer
"Jetzt verstehe ich besser, wie dieses Getreide eigentlich nach Bangladesch
gelangt, und mir ist jetzt auch klar, wie viel Arbeit das erfordert", so Alam,
der erstaunt war, dass die Farmer jedes Jahr Zeit und Arbeitskraft für die CFGB
(Canadian Foodgrains Bank) opfern. Besuche in den MCC-Lagern für Hilfsgüter, in
den Läden der Fair-Handels-Kette "Ten Thousand Villages" und in den
Second-Hand-Läden ("thrift stores") steigerten sein Erstaunen.
4. Die Kehrseite des Paradieses: Einsatz für Gerechtigkeit in Jamaika Psychisch Kranke aus Montego Bay finden Hoffnung bei CUMI Luke McKenzie war früher obdachlos und bettelte auf der Straße. Er hat in einem vom MCC geförderten Programm für psychisch Kranke neue Hoffnung gefunden. MCC-Freiwillige und ihre jamaikanischen Mitarbeiter/innen kämpfen gegen die Vorstellung an, psychisch kranke Menschen seien eine Schande, die man abschieben muss. MCC-Mitarbeiter geht gegen unmenschliche Bedingungen in Jamaikas Gefängnissen an Am 28. März brachte die mühevolle Arbeit von MCC-Mitarbeiter Roger Neill endlich Früchte - und ein psychisch kranker Mann, der seit 29 Jahren illegal eingesperrt war, wurde freigelassen. Neill setzt sich dafür ein, dass auch anderen Insassen - davon viele psychisch krank - Gerechtigkeit zuteil wird, nachdem sie jahrelang im System vergessen worden waren. Basisgruppe setzt sich gegen Polizeigewalt zur Wehr
Jamaikaner/innen aller sozialen und wirtschaftlichen Schichten schließen sich
zusammen, um gegen polizeiliche Gewalt vorzugehen. Bei ihrer Arbeit bei einer
Basisgruppe in Kingston hört Katrina Hochstetler, SALT-Freiwillige, die
Geschichten der Hinterbliebenen, wenn die Brutalität der Polizei wieder einmal
Menschenleben gefordert hat.
5. Bericht zur Neugestaltung der Afrika-Arbeit zeigt Stärken und Schwächen auf
Fast 700 Personen in 12 Ländern waren am ersten Schritt der Bewertung der
Afrika-Arbeit des MCC beteiligt. Ein vor kurzem vorgelegter Bericht über den
Prozess empfiehlt dem MCC, die Förderung einheimischer Kapazitäten und die
Stärkung der Beziehungen und Rechenschaftsverantwortung im Verhältnis zu
afrikanischen Mitarbeiter/innen und Gemeinden in den Vordergrund zu stellen.
Übersetzung: cof 1. Neue Hoffnung für frühere Gang-Mitglieder: Tätowierung wird entfernt
Tätowierungen, die sie als Mitglieder einer Gang ausweisen, können für junge
Honduraner bedeuten, dass sie keine Arbeitsstelle finden. Das MCC und die
honduranischen Mennoniten tun einen ungewöhnlichen Dienst, indem sie früheren
Gang-Mitgliedern, die ein neues Leben anfangen wollen, die Tätowierungen
entfernen.
2. Gemeinde sammelt Geld für HIV-Test-Sets
Im September 1998 ist Jan Emswiler mit voller Unterstützung ihrer Gemeinde, der
Mennonite Church Harrisonburg (Virginia), nach Tansania ausgereist. Die
Begleitung durch die Gemeinde beschränkte sich jedoch nicht bloß auf einen
Sendgottesdienst - sie übertraf Emswilers Erwartungen. Die Gemeinde hat
inzwischen 15 000 US$ gesammelt.
3. In Mosambik steigt die Flut AKRON, Pennsylvania. - Die mosambikanische Regierung hat den Notstand ausgerufen, nachdem 80?000 Menschen durch die schweren Regenfälle und Überschwemmungen, die Ende Februar ihren Anfang nahmen, obdachlos wurden. Vor nur einem Jahr hatte Südmosambik bereits im Gefolge eines Wirbelsturms katastrophale Überschwemmungen erlebt, von denen etwa eine Million Menschen betroffen waren. In diesem Jahr haben am Sambesi, der den mittleren Landesteil durchschneidet und in den Indischen Ozean fließt, extreme Regenfälle Tausende von Familien in Angst und Unsicherheit gestürzt. Das Mennonite Central Committee (MCC) und die Canadian Foodgrains Bank reagieren auf das jüngste Hochwasser mit Hilfsgütern, Saatgut und Werkzeugen im Wert von 165.000 US$. Die Hilfe wird vom mosambikanischen Christenrat verwaltet. "Das Wasser steigt immer noch", berichtet Christine Wenger, die das MCC Mosambik mit leitet. "Die Behörden evakuieren nun 17?000 Einwohner aus einem Gebiet, von dem man dachte, es läge hoch genug und sei damit sicher."
Die MCC-Mitarbeiter/innen Harold Wenger aus Mount Joy/Pennsylvania und Cheryl
Delaplane aus Ames/Oklahoma beteiligen sich an der Einschätzung der Lage im
Hochwassergebiet für das MCC.
4. Irak: Immer noch Krieg
Den Gast von außerhalb versetzt sie in Angst und Schrecken - für die
Einheimischen ist die Bedrohung durch US-amerikanische und britische
Bombenflugzeuge ein fast schon täglicher Teil des Lebens geworden; manchmal auch
des Todes. Aus der Sicht vieler Menschen hat der Krieg gar nicht aufgehört.
5. Erdbebenhilfe erfordert vielerlei Mittel
Nach den zwei Erdbeben und wiederkehrenden Nachbeben in El Salvador greift das
MCC nun auf vielerlei Mittel der Nothilfe zurück: Nahrungsmittelrationen,
Decken, Trost und Hoffnung.
6. Nachfrage nach hygienischen Trockenlatrinen wächst
In den regenreichen ländlichen Gebieten Boliviens ist die hygienische
Abwasserentsorgung ein wichtiges Anliegen. Das MCC fördert die Einführung einer
erfreulich erfolgreichen Neuerung: Trockenlatrinen.
7. Versöhnung entscheidend für christliche Friedensstifterdienste in Israel/Palästina Von Alain Epp-Weaver JERUSALEM. - Eine internationale Konferenz bot unlängst Teilnehmer/innen aus aller Welt Gelegenheit, sich nachdrücklich für Gerechtigkeit in Palästina/Israel einzusetzen - denn ohne Gerechtigkeit kann es keinen dauerhaften Frieden geben. Die Konferenz unter dem Titel "Speaking Truth, Seeking Justice" (Die Wahrheit sagen und Gerechtigkeit suchen), die vom 21. bis 24. Februar stattfand, wurde vom "Sabeel Ecumenical Liberation Theology Center" (Sabeel-Zentrum für ökumenische Befreiungstheologie) ausgerichtet. Das Zentrum ist eine Partnerorganisation des Mennonite Central Committee (MCC) Palästina bei seiner Friedensarbeit. Das MCC leistet eine jährliche Unterstützung für die örtlichen ökumenischen Maßnahmen des Sabeel Zentrums mit palästinensischen christlichen Jugendlichen, Frauen und Geistlichen. Dianne Roe, die im Christian Peacemaker Team (Christliches Friedensstifter-Team, CPT) arbeitet, berichtet von Atta und Rudeinah Jaber, deren Haus unweit von Hebron zweimal vom israelischen Militär zerstört wurde. Alle Teilnehmer/innen der Konferenz bekamen Stücke aus dem zerstörten Fußboden der Jabers - als konkrete Erinnerungshilfe: Wenn sie nicht die Wahrheit aussprechen über die Ungerechtigkeiten, deren Zeuge sie geworden waren, werden sogar die Steine schreien. "Wir werden uns für die Gerechtigkeit einsetzen. Wir können nicht anders. Indem wir uns auf die Seite der Gerechtigkeit stellen, öffnen wir uns für die Friedensarbeit; und die Friedensarbeit macht uns zu Kindern Gottes", so die Erklärung von fast 400 Personen aus 21 Ländern beim Schlussgottesdienst. Den Konferenzteilnehmer/innen wurde ein ernüchterndes Bild vom Leben in den besetzten Gebieten seit Ausbruch der Intifada gegen die israelische Besatzung Ende September 2000 vermittelt. Die Redner/innen beschrieben die israelische Absperrung von palästinensischen Städten, Dörfern und Flüchtlingslagern - eine Absperrung, die den Palästinenser/innen die Bewegungsfreiheit nimmt und die palästinensische Wirtschaft zum Erliegen bringt. Die Konferenzteilnehmer/innen fuhren auch nach Ramallah, Bethlehem und Hebron, um selbst einen Eindruck von den Auswirkungen des israelischen Beschusses, der Ausgangssperren, Landenteignungen, Ausdehnung von Siedlungen und Abriegelungspolitik zu bekommen. Die CPT-Mitglieder in Hebron nahmen Konferenzteilnehmer/innen bei sich auf und berichteten ihnen von der Ausgangssperre, die seit Ausbruch der Intifada fast ständig für die im israelisch kontrollierten Teil von Hebron lebenden Palästinenser/innen gilt. Die Besucher konnten sehen, wie nah die Palästinenser/innen und die israelischen Siedler/innen beieinander wohnen. Sie besuchten auch das Beka'a-Tal, wo sie zerstörte Wohnhäuser und Plantagen sahen und mit den früheren Bewohner/innen dieser Häuser zusammentrafen. Fünf Mitglieder einer Delegation, die für zwei Wochen als "Rebuilders Against Bulldozers" (Wiederaufbauer gegen Bulldozer) angereist war, nahmen gemeinsam mit den CPT-Mitgliedern aus Hebron an der Konferenz teil. Das CPT organisierte die Delegationsreise als Akt des Zeugnisses und der Fürsprache in den besetzten palästinensischen Gebieten. Die Mitarbeiter/innen des MCC Palästina nahmen an der Konferenz teil; außerdem förderte das MCC die Teilnahme von internationalen Partnern und deren Mitarbeiter/innen. Bischof Marcos von der koptisch orthodoxen Kirche in Ägypten sprach bei einer Demonstration für Gerechtigkeit am 21. Februar in Ramallah leidenschaftlich für die Solidarität mit dem palästinensischen Volk. Harley Eagle, der zu dem Indianerstamm "Oglala Lakota nation" gehört und in Pine Ridge/South Dakota das MCC-Programm mit koordiniert, nahm ebenfalls teil. Zuvor hatte Eagle Palästina im Rahmen eines vom MCC unterstützten Austauschbesuchs besucht, bei dem Palästinenser/innen und indigene Völker Nordamerikas zusammentrafen. Die Redner/innen bei der Konferenz unterstrichen immer wieder, dass der Verhandlungsprozess von Oslo keine Grundlage für die Versöhnung zwischen Palästinensern und Israelis gelegt hat, sondern vielmehr die israelische Vorherrschaft in den besetzten Gebieten zementiert hat. "Der Friedensprozess selbst ist zu einem Herrschaftsinstrument gemacht worden", so Rev. Naim Ateek, der Leiter von Sabeel. Ateek forderte die Teilnehmer/innen auf, über die Ungerechtigkeiten, deren Zeuge sie geworden waren, die Wahrheit zu berichten, und rief sie auf, sich für internationale christliche Unterstützung für den gewaltlosen Kampf gegen die Besetzung einzusetzen. Das langfristige Ziel der christlichen Friedensarbeit in Palästina/Israel, so hob Ateek hervor, ist die Versöhnung, und um Versöhnung zu ermöglichen, muss Gerechtigkeit herrschen. Beim Schlussgottesdienst der Konferenz wies Rev. Ateek darauf hin, dass der schwere Stein der Besetzung das palästinensische Volk in einer Grabhöhle eingeschlossen hat. Aber, so fuhr Ateek fort: Gott kann und wird den Stein wegrollen. "Die Besetzung wird zerfallen", versprach Ateek, "und ihr Ende wird die Palästinenser und die Israelis gleichermaßen befreien."
Nähere Informationen über die Konferenz und über Sabeel finden sich auf der
Website der Organisation:
www.sabeel.org
8. Acht MCC-Fahrradtouren für 2001 geplant
Eine schöne Umgebung und sportliche Betätigung für eine gute Sache erwarten die
Teilnehmer/innen an den Fahrradtouren 2001 zugunsten des MCC. Acht Touren in
Kanada und den USA sind für Radfahrer/innen aller Altersstufen und Fähigkeiten
offen.
Übersetzung: cof 1. Angestellt: Ehepaar, das für MCC Nachforschungen über HIV/AIDS betreibt
Mindestens 12 Millionen Afrikaner sind bereits an Bedingungen, die mit AIDS
zusammenhängen, gestorben. Delores und J. Stanley Friesen aus Fresno,
Kalifornien, wurden von MCC angefragt, mitzuhelfen, eine langfristige Strategie
zu entwickeln, um auf die HIV/AIDS Epidemie zu reagieren. Das Ehepaar Friesen
reiste am 19. Februar nach Afrika.
2. Die Antwort der Kirche auf HIV/AIDS ist entscheidend, sagt der Programmdirektor der Intervention Von Maria Linder AKRON, Pa. - Mindestens 19 Prozent der Bevölkerung von Botswana ist HIV infiziert. Sogar mit der höchsten Rate der Welt haben die Leute von Botswana Gründe, Gott zu danken, sagte Edward Baralemwa, Direktor des Botswana Christian AIDS Interventionsprogramms, der am 14. Februar zu den Mitarbeitern des Mennonite Central Committee (MCC) gesprochen hat. Wenn jede Person, die den Virus in sich trägt nur eine andere Person ansteckte, könnte sich diese Rate in einer Woche verdoppeln, erklärte Baralemwa. Innerhalb eines Monats nur, könnten alle 1.6 Millionen Menschen in Botswana infiziert sein. Aber HIV/AIDS gibt es in diesem Land jetzt schon seit 20 Jahren, so danken wir Gott, dass 81 Prozent nicht infiziert sind, sagte Baralemwa, der hofft, dass die Bevölkerung mehr über Prävention lernen wird und zu "Agenten der Veränderung" werden. Baralemwa, ehemaliger Geistlicher in der Anglican Church, lernte zum ersten Mal etwas über HIV im Jahr 1983 von einem Pfarrer in seinem Heimatland, Uganda. Der Pfarrer berichtete den Gemeinden von 'Gottes neuer Medizin für Sünder, eine Krankheit genannt AIDS, die Sünder in Kalifornien befallen' habe. HIV hatte Uganda aber schon eingeholt, was der Pfarrer und die Gemeinden noch nicht wussten. Baralemwa glaubt, dass, obwohl nie als offizielle Position der Kirche proklamiert, solche Botschaften immer noch dazu beitragen, dass jetzt, wo HIV so verbreitet ist, Menschen Bitterkeit und Scham gegenüber Gott und christlichen Organisationen empfinden. Das Arbeiten gegen die Ausbreitung von AIDS verlangt offenes Reden über Sex und intravenösen Drogengebrauch. Verschiedene Denominationen vertreten verschiedene Meinungen darüber, was getan werden sollte, um die Krankheit zu verhindern, zum Beispiel darüber, ob man für Kondome und saubere Nadeln werben sollte. Baralemwa sagte, dass gegenwärtig viele Kirchen in Botswana beschlossen haben, ihre Differenzen beiseite zu legen und sich darauf zu konzentrieren, diejenigen die mit dem Virus infiziert sind und deren Familien zu unterstützen und dessen Ausbreitung zu bekämpfen.
"Als Kirchen könnten wir diskutieren oder Bücher schreiben über unsere
Differenzen, aber wir haben beschlossen, stattdessen etwas zu tun und nebenbei
noch darüber zu diskutieren", sagte er.
3. Kunsttherapie hilft traumatisierten Palästinensischen Kindern.
Das Community Based Rehabilitation (CBR) Center in Ramallah hat in
Palästinensischen Flüchtlingslagern und in abgeschiedenen Dörfern Kunsttherapien
für traumatisierte Kinder im Kindergartenalter durchgeführt.
4. 25 Leute haben an der Januar-Orientierung von MCC teilgenommen
Fünfundzwanzig Leute haben an der Orientierung teilgenommen, die hier im
Mennonite Central Committee Hauptquartier vom 23. Januar bis zum 2. Februar
stattgefunden hat. Zehn gehen Verpflichtungen Übersee ein und 15 beginnen
Aufgaben in Nordamerika.
Übersetzung: cof
1. MCC sagt 400.000 EURO zu und lädt "Work and Learn Teams" nach El Salvador ein
Das MCC hat nach dem verheerenden Erdbeben vom 13. Januar 400.000 EURO für Nothilfe
und den Wiederaufbau von Häusern in El Salvador zugesagt. Die MCC-Maßnahmen
werden bereits im Mai auch die Entsendung von nordamerikanischen "Work and Learn
Teams" umfassen.
2. In La Florida/El Salvador haben MCC-Partner Verluste zu beklagen und planen den Wiederaufbau Von Tanya Chute LA FLORIDA, El Salvador - Carmen Amalia hat ihr Haus in dem Erdbeben verloren, das El Salvador am 13. Januar erschütterte. Sie dankt Gott, dass sie am Leben geblieben ist. Sie war gerade von einer Fahrt nach San Salvador zurückgekehrt und hatte soeben ihr Lehmziegelhaus betreten, um ihre Enkel zu begrüßen, als die Erde zu wanken begann. Ihr starkes Hinken machte es ihr unmöglich, die wenigen Schritte zur Tür zurückzulegen. Carmen nahm ihre beiden kleinen Enkel in den Arm und betete, während die Mauern ihres Hauses um sie einstürzten. "Dass wir noch am Leben sind, ist ein Wunder Gottes", sagte Carmen zu mir, als ich 11 Tage nach der Katastrophe, durch die 10 % der Bevölkerung El Salvadors obdachlos geworden sind, mit ihr sprach. "Ich hatte tagelang große Angst. Ich konnte das Erlebte keinen Moment lang vergessen. Bei jeder neuen Erschütterung dachte ich, es gäbe wieder ein Erdbeben. Erst jetzt habe ich angefangen, wieder ein wenig zu essen." Carmen ist mit ihrem Leid nicht alleine. In La Florida sind drei Häuser und der Dorfladen eingestürzt. Fünfzehn weitere Häuser werden der Regenzeit nicht standhalten können, die in nur vier Monaten anbrechen wird. La Florida ist ein ländlich geprägtes Dorf mit etwa 20 Familien, die eine traditionelle salvadorianische Plantage in eine landwirtschaftliche Genossenschaft umgewandelt haben. Hier arbeitet Carmens Sohn mit den anderen Männern des Dorfes. Die Kooperative baut 32 ha Kaffee an. Auf seinem eigenen Stück Land zieht er Mais, Bohnen und Tomaten, hauptsächlich für den Eigenbedarf der Familie. Carmen Amalias Tochter arbeitet fünf bis sechs Tage die Woche als im Hause wohnende Haushaltshilfe im unweit gelegenen San Salvador. Sie lässt ihre Kinder unter der Obhut ihrer Tochter im Teenageralter. Ihre Arbeit ist ein heroischer Versuch, das Geld für eine Operation zusammenzubringen, um Carmens Hinken zu heilen. Vor einem Jahr hatte Carmen bei einem Verkehrsunfall beide Beine gebrochen. Nun kommt ein Unheil zum anderen, da der Familie klar wird, dass sie ihr Haus nicht ersetzen kann. Carmen und ihre Nachbarn trauen den Lehmziegeln nicht mehr, aber Zement können sie sich nicht leisten. Die führenden Vertreter des Dorfes treffen sich mit dem zuständigen Ortsbürgermeister, um mögliche Hilfen beim Wiederaufbau zu besprechen, aber der Bedarf ist in der großen Ortsgemeinde Santa Tecla hoch. Die Aufmerksamkeit der Medien und der Hilfsorganisationen gilt hauptsächlich der städtischen Gemeinde Las Colinas, die von einem Erdrutsch begraben wurde. In diesem Umfeld der Mühen, Opfer und des Mutes arbeitet die Partnerorganisation des Mennonite Central Committee (MCC) "Fundación Hermano Mercedes Ruiz" (FUNDAHMER) bereits seit fast 10 Jahren mit den Einwohnern von La Florida zusammen. Das MCC stellt Not- und Wiederaufbauhilfe über FUNDAHMER zur Verfügung, da die Organisation in dem Ort so gut verankert ist. In der Vergangenheit hatte FUNDAHMER den Bewohner/innen von La Florida Kontakt zu einem vom MCC unterstützten Programm namens "Von Bauer zu Bauer" verschafft, in dessen Rahmen Landwirte aus dem ganzen Land zusammenkommen, um sich über biologische Anbaumethoden zu informieren. Es war vorgesehen, La Florida als Modell für ökologisch nachhaltige Methoden zu entwickeln. Nun hat das Erdbeben eine neue Liste dringender Prioritäten für die Arbeit in der Ortschaft geschaffen. FUNDAHMER steht bei der Hilfsarbeit vor zahlreichen und komplexen Aufgaben. Bei einem Dorftreffen nannte Juan Rojas, ein leitender Mitarbeiter des "Von Bauer zu Bauer"-Programms, nur einige davon: "Überall treffen wir auf Zerstörung und wir haben nicht die Mittel, allen zu helfen... Der Wiederaufbau geht nicht über Nacht. Das ist eine langfristige Aufgabe, die sowohl die Beteiligung internationaler Geber als auch der Dorfgemeinde selbst erfordert." FUNDAHMER macht sich auch Gedanken über die richtige Auslegung der Hilfsmaßnahmen, da man die verfügbaren Mittel möglichst vielen zugute kommen lassen will, aber auch sichere Häuser bereitstellen möchte. Rojas träumt davon, im Einklang mit ökologischen Zielen einheimische Naturstoffe wie z.B. Lehmziegel mit Stahlstangen und Zementbändern zur Stützung zu kombinieren. Aber viele Dorfbewohner stehen den Lehmziegeln jetzt misstrauisch gegenüber, nachdem die Katastrophe überproportional viele Besitzer solcher traditionellen Häuser getroffen hat. José Leonidas hatte gerade noch Zeit, sein kleinstes Kind aus der Hängematte zu reißen und aus der Tür zu rennen, bevor das schwere Ziegeldach des Hauses, das er selbst gebaut hatte, zu Boden stürzte. José fragt sich, wo er nun sein Getreide lagern soll, nachdem seine Aluminiumsilos unter einem Geröllberg begraben wurden. Er, seine Frau und fünf Kinder haben in einer Hütte aus Walzblech vor den kalten Nachtwinden Zuflucht gefunden - sie war einmal ihre Küche. Angel Cruz und Maria Irena Hernandez, die ebenfalls ihre Häuser verloren haben, haben sich eine Behelfsunterkunft aus Blech und Plastikplanen gebaut, die sie mit einer Tochter und drei Enkeln teilen wollen, die aus den Trümmern ihres Hauses am Meer geflohen sind.
Die vielen zu treffenden Entscheidungen - wer soll Unterstützung erhalten, wie
viel und in welcher Form - sind heikel. Sie erfordern eine solide Grundlage aus
Erfahrung, Vertrauen und Dialog mit der Dorfgemeinschaft. FUNDAHMER verfügt über
das Beziehungsgeflecht, das notwendig ist, um sicherzustellen, dass der
Wiederaufbau nicht zu Streitigkeiten führt. Daher hat sich das MCC entschieden,
die Nahrungsnothilfe und die Wiederaufbaumittel über FUNDAHMER und andere lokale
Partner zu leiten, die in Ortschaften tätig sind, die bei großen Hilfseinsätzen
oft vergessen werden.
3. Tagesstätte hilft Familien in Paraguay
In Asuncion/Paraguay bietet die Emanuel-Tagesstätte zuverlässige Betreuung für
etwa 100 Kinder. Die Einrichtung, die teilweise vom "Global
Family"-Patenschaftsprogramm des MCC finanziert wird und in der eine
SALT-Freiwillige arbeitet, hat das Leben von Neri Noemi Ramirez, Mutter von vier
Kindern, verändert.
4. Trauer um den Tod eines langjährigen Unterstützers des MCC in Jordanien
Munir Sayegh, der viele Jahre seines Lebens in Jordanien mit dem MCC
zusammengearbeitet hat, ist Anfang Januar im Alter von 67 Jahren verstorben.
Übersetzung: cof
1. MCC stellt Nothilfe bereit und plant Wiederaufbau von Häusern in El Salvador Von Rachel Beth Miller AKRON, Pennsylvania. - Das Mennonite Central Committee (MCC) reagiert in zwei Schritten auf das Erdbeben vom 13. Januar, in dessen Folge über zehn Prozent der 6,2 Millionen Einwohner El Salvadors obdachlos wurden: Es werden Kleidungsstücke und Decken bereitgestellt sowie 25 000 EURO für Nothilfe zur Verfügung gestellt. Als längerfristiges Projekt plant das MCC zudem den Wiederaufbau von 200 bis 300 Häusern im Laufe des kommenden Jahres. In der Nothilfephase stellt das MCC 25 000 EURO für vor Ort zu kaufende Nahrungsmittel, sauberes Wasser und Plastikplanen für die Opfer des Erdbebens bereit. Das MCC verteilt diese Hilfsgüter über Partnerorganisationen, von denen einige in den am schwersten von dem Erdbeben betroffenen Regionen aktiv sind. Das MCC koordiniert seine Maßnahmen auch mit einem Zusammenschluss anderer religiöser humanitärer Werke. Die "Canadian Foodgrains Bank" (CFGB) hat für acht Gruppen des Zusammenschlusses bis zu 90 000 € für Getreide und Öl für den menschlichen Verzehr zugesagt. Mit diesen Mitteln können für 26 000 Personen etwa sechs Wochen lang Nahrungsmittel bereitgestellt werden. Zusammen mit der Gemeinde "Worship Center" in Leola/Pennsylvania organisiert das MCC zudem die Lieferung von Hilfsgütern, darunter 320 Eimer mit Nothilfematerial, 2400 integrierte Schul- und Gesundheitspakete, 3000 Decken sowie 450 kg warme Unterwäsche. Alle Materialien stehen derzeit im Lager für Hilfsgüter in Ephrata/Pennsylvania zur Verfügung. Die zweite Phase der Maßnahmen des MCC, der langfristige Wiederaufbau von Wohnraum, wird komplizierter und teurer werden. "In El Salvador ist das Land knapp", erläutert Daryl Yoder-Bontrager, beigeordnete Leiterin der Lateinamerika-Arbeit beim MCC. "Viele Menschen haben zur Miete gewohnt oder hatten keine eindeutig verbrieften Rechte auf ihr Land, so dass es für die Hilfsorganisationen schwierig wird, ihnen neue Häuser zu bauen." Das MCC hofft, genügend Mittel zu mobilisieren, um 200 bis 300 Häuser bauen zu können; die Kosten pro Haus werden auf 2000 EURO geschätzt. Wenn der Hausbau begonnen hat, wird das MCC El Salvador "Work and Learn"-Teams (Arbeiten und Lernen) aus Nordamerika und anderen zentralamerikanischen Ländern einladen, ihre Zeit und Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen. Die Teams könnten schon im April entsandt werden, je nachdem, wie schnell die Landfragen geklärt werden können. Lisa Hughes, früher MCC-Mitarbeiterin in El Salvador, wird noch einmal dorthin gehen, um die "Work and Learn"-Teams zu koordinieren. Sie kommt aus Portland/Oregon. David Martin aus Clymer/New York wird mindestens einen Monat lang bei der Gesamtkoordinierung der Hilfsmaßnahmen in El Salvador mitwirken. Martin ist kürzlich in die USA zurückgekehrt, nachdem er die Aufbauarbeiten in Honduras nach dem Hurrikan Mitch koordiniert hatte.
Spenden für Maßnahmen des MCC in El Salvador können in Deutschland an die
Mennonitischen Hilfswerke und in der Schweiz an SMM gehen und müßen mit dem
Vermerk "MCC El Salvador" versehen werden. Nähere Informationen und Berichte zu
den Maßnahmen des MCC nach dem Erdbeben gibt es auf der (englischsprachigen)
MCC-Website.
2. Second-Hand-Läden sehr gefragt - Zukunftspläne
Vor 25 Jahren, als der Verkauf von Second-Hand-Waren noch ein wenig anrüchig
erschien, hätte niemand ahnen können, dass die "thrift shops" (Läden für den
sparsamen Kunden) einen solchen Erfolg als Geldquelle und bei der Förderung der
Basisunterstützung für das Mennonite Central Committee haben würden.
Mittlerweile sind die Second-Hand-Läden ausgezeichnet im Geschäft und die
Organisator/innen der über 100 Läden in Nordamerika stecken voller Ideen für die
nächste Stufe der Geschäftsentwicklung.
3. MCC will Maßnahmen für Arme in China ausweiten
Das binationale MCC-Exekutivkomitee hat am 13. Januar eine Empfehlung gebilligt,
nach der das MCC seine Arbeit in China weiter ausweiten soll.
Übersetzung: cof 1. Junge sudanesische Flüchtlinge leben sich ein und leisten am neuen Heimatort Freiwilligendienst Nach acht Jahren in einem kenianischen Flüchtlingslager gehören John Manyok und seine Verwandten im Teenageralter zu den 4000 jungen sudanesischen "verlorenen" Jungen und Mädchen, die dauerhaft in den Vereinigten Staaten aufgenommen werden sollen. Gemeinsam mit Mitgliedern der Gemeinde "Plains Mennonite Church" in Hatfield/Pennsylvania verbrachte die Familie unlängst einen Tag im Hilfsgüterlager des MCC in Ephrata/Pennsylvania.
Über den gesamten 17-jährigen Bürgerkrieg hinweg leistet das MCC bereits Hilfe
für den Sudan in Form von Mitarbeiter/innen und Hilfsgütern. Das MCC hat auch
Getreide für Flüchtlinge im Flüchtlingslager Kakuma bereitgestellt.
2. MCC ernennt neuen Leiter für die Auslandsarbeit
Ron Flaming, derzeit Exekutivsekretär der "Commission on Overseas Mission"
(Kommission für Mission in Übersee) ist vom MCC zum neuen Direktor für die
internationalen Programme ernannt worden.
3. MCC-Mitarbeiter wird Einreise nach Thailand verwehrt Akron/Pennsylvania - Max Ediger, langjähriger Freiwilliger des Mennonite Central Committee (MCC), darf nicht mehr nach Thailand einreisen, wo er in Bangkok bei "Burma Issues" (Birma-Themen) arbeitet, einer von ihm 1989 mitbegründeten Menschenrechtsorganisation. Ediger reiste im Dezember in die USA, um in Akron/Pennsylvania mit Mitarbeiter/innen des MCC zusammenzutreffen und Freunde und Verwandte in Oklahoma zu besuchen. Als er am 31. Dezember wieder in Thailand eintraf, wurde ihm die Einreise verwehrt. Die Grenzbeamten teilten Ediger mit, dass sein Name im November auf eine "Liste" des Innenministeriums gesetzt worden war, womit ihm die Einreise verboten war. Ediger war im Jahr 2000 in ein sieben Monate langes Gerichtsverfahren verwickelt, das seine Arbeit für Flüchtlinge aus Myanmar (Birma) betraf. Im vergangenen Februar hatte die thailändische Polizei das Büro von "Burma Issues" in Bangkok durchsucht und Ediger vorgeworfen, illegale Einwanderer zu beherbergen. Er wurde einen Tag lang festgehalten und dann gegen Kaution freigelassen. Zwei weitere MCC-Mitarbeiter sowie neun Auszubildende aus Myanmar wurden ebenfalls festgehalten, verhört und dann freigelassen. "Burma Issues" unterstützt Flüchtlinge aus Myanmar dabei, kreative und gewaltfreie Reaktionsmöglichkeiten auf den Krieg und die Unterdrückung in ihren Heimatorten zu entwickeln. Die polizeiliche Durchsuchung im Februar erfolgte nach dem Tod von zehn birmanischen bewaffneten Rebellen, die in Thailand bei dem Versuch ums Leben kamen, ein Krankenhaus zu besetzen. Die jungen Männer hatten illegal die Grenze überschritten; bei einem von ihnen wurde in der Tasche eine Publikation von "Burma Issues" gefunden. Er stand nicht in Kontakt zu "Burma Issues"; einzelne Auszubildende kommen aber aus Guerilla-Gruppen. Die Arbeit von "Burma Issues" umfasst unter anderem die Untersuchung und Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen in Myanmar, die Erstellung diverser Publikationen sowie Alphabetisierungskurse. Die über 60 ethnischen Minderheiten in Myanmar haben seit 1948 mit Bürgerkrieg und Militärherrschaft zu kämpfen. Die meisten Menschen, die sich mit der Bitte um Hilfe an "Burma Issues" wenden, können keine legalen Einreisedokumente für Bangkok bekommen, wo sich das Büro befindet. Nach sieben Monaten vereinzelter Anhörungen vor Gericht bekannte Ediger sich schuldig und wurde zu einer einjährigen Gefängnisstrafe und einer Geldstrafe von 250 Euros verurteilt. Das Gericht setzte die Haftstrafe jedoch zur Bewährung aus, da es befand, dass Ediger integer sei und die Arbeit von "Burma Issues" von Nutzen für die Gesellschaft und Bevölkerung Thailands sei. Nach der Durchsuchung im Februar hat "Burma Issues" seine Bildungsprogramme für birmanische Flüchtlinge von Bangkok an die birmanisch-thailändische Grenze verlegt. Dort stehen zwar weniger Mittel und Studienmaterial zur Verfügung, aber durch die Verlegung ist die Arbeit nicht mehr so kontrovers. Ediger befindet sich nun in Hongkong, wo er beim "Christian Council of Asia" (Christenrat Asien) arbeitet und seine nächsten Schritte abklärt. Mitarbeiter der Grenzschutzbehörde haben erklärt, dass das Einreiseverbot nach Thailand möglicherweise angefochten werden kann. Seit Erstellung der Liste ist in Thailand eine neue Regierung gewählt worden.
Das MCC hat drei weitere Freiwillige bei "Burma Issues" in Bangkok im Einsatz:
Nunus Subandi aus Zentraljava/Indonesien; Erich Miller aus Goshen/Indiana; sowie
Joel Ulrich aus Lombard/Illinois.
4. Stipendiaten unterstützen das MCC-Programm, das ihnen geholfen hat
Der Programmvorstand in Indonesien ermutigt frühere Nutznießer des
Patenschaftsprogramms "Global Family", ihrerseits für das Programm zu spenden,
das jedes Jahr für indonesische Kinder und Jugendliche die Schulkosten trägt.
Das Altersspektrum reicht von der Vorschule bis zur Universität, unterstützt
werden Mennoniten sowie andere Protestanten wie auch einzelne Moslems.
Übersetzung: cof |