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MCC-Nachrichten 3. Dezember 1999

    1. MCC-Kommentar: Kein Ende der Gewalt zwischen Russland und Tschetschenien in Sicht

    Von Steve Hochstetler Shirk

    (Anmerkung des MCC: Aufgrund des Konflikts haben über 200 000 Menschen ihre Heimat verlassen, die nun ohne hinreichende Unterkunft mit kaltem Winterwetter konfrontiert sind. Am 29. November 1999 ist eine MCC-Hilfslieferung im Kaukasus eingetroffen und MCC-Mitarbeiter/innen und Partnerorganisationen sind nun dabei, die Zollformalitäten zu regeln. Siehe auch "Hilfswerke stehen vor Schwierigkeiten und Risiken bei der Unterstützung von Flüchtlingen aus dem Kaukasus", Artikel Nr. 3 im MCC-Pressedienst vom 12. November 1999.

    Saporoschje/Ukraine - Trotz der optimistischen Berichte russischer Generäle steht Russland an seiner Südflanke offenbar vor einem langwierigen Krieg gegen tschetschenische Rebellen, so die Partner von Mennonite Central Committee im Nordkaukasus sowie glaubwürdige einheimische Medien. Und ebenso schlimm ist, dass auf keiner Seite ernst zu nehmende Pläne existieren, was denn nach dem Ende der Kämpfe geschehen soll, wann auch immer das sein wird. Die einzigen, die vielleicht einen solchen Plan haben, sind die "Unversöhnlichen" unter den tschetschenischen Rebellen, die geschworen haben, bis zum Tod für die tschetschenische Unabhängigkeit zu kämpfen.
    Die Kämpfe sind jedoch nicht eine bloße Wiederholung des russischen - von verblüffender Unfähigkeit geprägten - Kriegs gegen die tschetschenische Republik von 1994 bis 1996, der sich durch sinnlose Gewalt und Verbrechen an der Zivilbevölkerung auszeichnete. Und nach dem NATO-Angriff auf das souveräne Jugoslawien im Frühjahr 1999, der bestehendem Völkerrecht widersprach, machen sich nur noch wenige Russen viel aus Besorgnis oder Verurteilung im Westen. Schließlich ist Tschetschenien formal (wenn schon nicht de facto) Teil der Russischen Föderation; kein einziges Land weltweit hat seine Unabhängigkeit anerkannt.
    Tschetschenien ist zu einem gesetzlosen Gebiet geworden, über das niemand die Kontrolle hat. Es ist nun ein Zufluchtsort für Entführer, Waffenschmuggler und für die militarisierte Ausbildung von Söldnern und islamischen Revolutionären. Bewaffnete Einheiten unter Führung einiger der bekanntesten und beliebtesten tschetschenischen Kriegsherren sind zweimal in die benachbarte russische Region Dagestan eingefallen, mit dem Ziel, Geländegewinne zu machen und einen Volksaufstand gegen die Moskauer Herrschaft zu provozieren. In beiderlei Hinsicht sind sie gescheitert ? um den Preis vieler zerstörter Dörfer in Dagestan, zahlreicher Toter auf beiden Seiten und der damit heraufbeschworenen Feindschaft der meisten Dagestaner. Russland ist mitschuldig an den schlimmen Zuständen, denn mit seinem schrecklichen Krieg vor einigen Jahren hat es die örtliche Wirtschaft zerstört und die faktische Macht in Tschetschenien komplett militärischen Feldkommandanten übertragen. Russland hat durch unterschiedslose Bombardierungen und Tötungen die junge Generation radikalisiert. Ein bekannter Kriegsherr hat seine heftigen Angriffe erst begonnen, nachdem seine Frau und alle sechs Kinder bei einem russischen Bombenangriff 1995 ums Leben gekommen waren.
    Die führenden russischen Politiker hoffen anscheinend, den bewaffneten Widerstand und die Brutstätte der Gesetzlosigkeit, zu der Tschetschenien geworden ist, ein für alle Mal vom Erdboden zu tilgen. Dafür sind die Aussichten jedoch alles andere als rosig. Auch wenn die tschetschenische Bevölkerung genug hat vom Leben unter den eigenen Kriegsherren, sind doch nur wenige bereit, Russland sein verbrecherisches Verhalten im vorigen Krieg zu verzeihen. Unterdessen haben über 200 000 Flüchtlinge die Republik verlassen, und weitere sind innerhalb von Tschetschenien geflohen. Es ist schwer, an eindeutige Informationen heranzukommen, da fast kein Journalist bereit ist, in tschetschenisch kontrolliertes Gebiet zu reisen, wo in den vergangenen Jahren schon so viele Reporter entführt worden und grausam und menschenunwürdig behandelt worden sind.
    Es ist kein Ende in Sicht. Auf allen Ebenen der russischen Gesellschaft tut Friedenstiften Not. Das muss von Realist/innen geleistet werden; niemand hat Interesse an Wunschträumen und einseitigen Moralpredigten. Es wird große Anstrengungen und viele Jahre brauchen, das Erbe all dieser Gewalt zu überwinden; es wird auch Anstrengungen erfordern, den nächsten Gewaltausbruch in dieser Region zu verhindern.

    Steve Hochstetler Shirk ist einer der MCC-Landesdirektoren für die frühere Sowjetunion. Er stammt aus Goshen/Indiana (USA) und gehört zur Gemeinde "East Goshen Mennonite Church".
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    2. Essen, Singen, Dankesworte bei MCC-Empfängen

    Die traditionelle mennonitische Schlichtheit musste zurückstehen, als unlängst Palästinenser zwei Empfänge zum fünfzigsten Jahrestag der MCC-Arbeit in Palästina ausrichteten. Erlesenes Essen, Dudelsäcke und überschwängliche Dankesansprachen prägten die Atmosphäre, als MCC-Mitarbeiter/innen, frühere Mitarbeiter/innen und Freund/innen von MCC ? sowohl aus Palästina als auch aus Nordamerika ? zusammenkamen, um eine Beziehung zu feiern, die schon fünf Jahrzehnte gehalten hat.
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    3. Reise zum 50. Jahrestag von MCC in Palästina

    Eigentlich war der Chor des Bibel-College von Bethlehem eingeladen, bei der 50-Jahr-Feier von MCC zu singen, aber daraus wurde nichts, weil die israelischen Behörden in letzter Minute die Reisegenehmigung verweigerten. "Typisch", meinte jemand während einer zehntägigen Reise, die von MCC im Rahmen der Feiern zum fünfzigjährigen Bestehen seiner Arbeit in Palästina ausgerichtet wurde. Die 30 Teilnehmer/innen hatten Dutzende von Palästinenser/innen getroffen, die sich mühten, mit jahrelanger Not und unwürdigen Bedingungen fertig zu werden. Bei der Reise wurden auch biblische heilige Stätten sowie Orte, an MCC über die Jahre gewirkt hat, besucht.
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    4. Umarmungen und Tränen bei Besuch ehemaliger MCC-Mitarbeiter/innen in Jericho: alte Freundschaften und Erinnerungen

    Eine kleine Zahl früherer MCC-Mitarbeiter/innen kam Anfang November im Rahmen einer Reise zum fünfzigsten Jahrestag der MCC-Tätigkeit in Palästina nach Jericho zurück. Sie trafen zusammen mit mehreren Dutzend anderer Mitarbeiter/innen und Freund/innen von MCC. Die MCC-Arbeit in Palästina hatte in Jericho ihren Anfang genommen.
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    5. MCC begeht 20. Jahrestag seiner Arbeit in Kambodscha

    Ein Kambodschanischer Journalist erinnert sich an die Freude über ein MCC-Schulpaket

    "Ihr seid gekommen, als wir gar nichts hatten, nur unsere bloßen Hände", wandte sich Premierminister Hun Sen von der Königlichen Regierung von Kambodscha an eine Versammlung von 10 internationalen Werken, darunter auch MCC, die den 20. Jahrestag ihres Dienstes in Kambodscha begingen. Chou Sokom, inzwischen stellvertretender Redakteur der khmer-sprachigen Tageszeitung "Cambodia Daily", erinnert sich noch genau an den Tag, an dem er ein MCC-Schulpaket bekam.
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    6. Verteilung von MCC-Schulpaketen: Besuch bei irakischen Schulen gewährt Einblick in harte Bedingungen für Kinder

    MCC-Mitarbeiterin trifft auf unterernährte Kinder, Kinderarbeiter, Kinder mit unerklärlichen Krankheiten

    "Meine Gespräche mit Schülern und Lehrern in Saif ad-Dawle liegen mir noch schwer auf der Seele", schreibt MCC-Mitarbeiterin Carmen Pauls nach der Verteilung von Schulpaketen in einer Sekundarschule in Bagdad/Irak. Sie hat Schüler getroffen, deren Wachstum durch Unterernährung verzögert ist, Schüler, die arbeiten, damit ihre Familie über die Runden kommt, und Schüler, die unter Haarausfall und anderen eigenartigen Gesundheitsproblemen leiden.
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    7. Jugendliche aus aller Welt rufen ein Jubeljahr aus

    Gemeinsame Meldung von Mennonite Central Committee und der Mennonitischen Weltkonferenz

    Vertreter/innen aus Mittelamerika sowie Nord- und Südamerika kamen vom 1. bis 8. August zusammen, um ihre persönliche, gemeinschaftliche und internationale Verpflichtung auf den biblischen Gedanken des Jubeljahrs oder "Erlassjahrs" zu erläutern.
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    8. Mennonitische Zeitschrift führt jungen indonesischen Holzschnitzer zu Berufslaufbahn bei der Kirche

    Als Abang Rahino, der heute zu den Verwaltungsmitarbeitern bei MCC Indonesien gehört, 17 Jahre alt war und gerade in Holzschnitzerei ausgebildet wurde, begann er, in Zentraljava ? im Herzen einer Region, die manche wegen der enormen Mennonitendichte scherzhaft als "das Lancaster County Indonesiens" bezeichnen ? den mennonitischen Gottesdienst zu besuchen. über die größere mennonitische Gemeinschaft und über MCC erfuhr er, als er beim Prediger der Gemeinde die amerikanische "Mennonite Weekly Review" las, um sein Englisch zu verbessern.
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    8. MCC-Jahrestagung 2000

    Die MCC-Jahrestagung des kommenden Jahres soll am 18. und 19. Februar 2000 in Hampton/Virginia (USA) stattfinden
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    Übersetzung: cof

MCC-Nachrichten 12. November 1999

    1. MCC stellt Nahrungsmittel und finanzielle Unterstützung für Opfer des "Super-Zyklons" in Indien bereit

    Ein schwerer Zyklon hat am 29. Oktober den ostindischen Bundesstaat Orissa heimgesucht; es soll Tausende von Toten gegeben haben, vielleicht sogar Zehntausende. MCC will den Opfern des Wirbelsturms Hilfe im Umfang von 322 000 US$ zur Verfügung stellen.
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    2. MCC hilft in Hochwassergebieten in Zentralvietnam

    MCC hat 20 000 US$ zur Unterstützung der Bevölkerung in Zentralvietnam bereitgestellt, wo durch das Hochwasser bereits 530 Menschen ums Leben gekommen sein sollen. Die Hilfe ist noch in der Planung; die MCC-Mittel sollen zum Teil voraussichtlich zum Ankauf von Nahrungsmitteln verwendet werden, während der Rest längerfristigen Wiederaufbaumaßnahmen dienen wird.
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    3. Hilfswerke stehen vor Schwierigkeiten und Risiken bei der Unterstützung von Flüchtlingen aus dem Kaukasus

    AKRON, Pennsylvania. - Der russische Feldzug gegen die abtrünnige Kaukasusrepublik Tschetschenien hat etwa 200 000 Menschen die Flucht ergreifen lassen. Die meisten werden in der näheren Zukunft nicht zurückkehren können und stehen dem hereinbrechenden Winter ohne sichere Wohnung, Heizung, medizinische Versorgung und Nahrungsmittelversorgung gegenüber. Mennonite Central Committee (MCC) hat eine Hilfslieferung bereitgestellt, stößt aber beim Versuch, den Flüchtlingen zu helfen, genau wie andere Organisationen auf Schwierigkeiten.
    Im vergangenen Jahr hat MCC seine Mitarbeiter aus dem russischen Wladikawkas abgezogen, da ein weiteres Verbleiben im Kaukasus zu gefährlich wurde. "Eine der Hauptschwierigkeiten bei der Unterstützung der Flüchtlinge wie auch anderer Personen ist derzeit die in der Region inzwischen weit verbreitete Praxis von Entführungen", berichtet Steve Hochstetler Shirk, einer der MCC Landesdirektoren für die frühere Sowjetunion, der seine Aufgabe von der Ukraine aus wahrnimmt.
    "Wer Zugang zu Geld oder anderen Mitteln hat, läuft Gefahr, gekidnappt zu werden, damit ein Lösegeld erpresst werden kann. Das macht es für alle Nichtregierungsorganisationen - einheimische wie ausländische, religiöse wie weltliche - schwierig, Hilfsgüter in die Region zu bringen und die Flüchtlinge selbst auch nur mit geringen Mengen Gütern zu versorgen", fügt er hinzu.
    Im Oktober sind Hochstetler Shirk und ein ukrainischer Mitarbeiter in den Kaukasus gereist, um die Verteilung der von MCC bereitgestellten gebrauchten Kleidungsstücke, Decken, Seife, Milch, Verbandsmaterialien und "Gesundheitspakete" mitzuplanen, die Ende November 1999 eintreffen sollen.
    Während seines Aufenthaltes sprach Hochstetler Shirk mit einem Flüchtling aus der tschetschenischen Hauptstadt Grosny. Der Mann berichtete, dass ein Einheimischer, der eine Mission leitet, zu einem früheren Zeitpunkt in diesem Jahr einige Säcke mit Nahrungsmitteln nach Grosny gebracht hatte und sie der Baptistengemeinde übergab, was er auf Video aufzeichnete. Am nächsten Tag wurde der Gemeindeleiter gekidnappt und ist seither verschwunden. Ein ähnliches Schicksal hat bereits seine zwei Vorgänger ereilt.
    "Dieser Bericht macht die Gefährdung von leitenden Gemeindevertretern in Tschetschenien deutlich", merkt Hochstetler Shirk an.
    MCC arbeitet gezielt mit Partnerorganisationen an der Durchführung von Hilfsmaßnahmen für Flüchtlinge, die über ca. 15 Gemeinden verschiedener Konfessionen in den Republiken Dagestan, Nordossetien, Kabardina-Balkaria und Karatschajewo-Tscherkessia abgewickelt werden. Jede Gemeinde soll ein Kleiderlager für Flüchtlinge bekommen. Freiwillige aus den Gemeinden werden Nahrungspakete an Flüchtlinge in ihrer Region und in Zeltstädten verteilen. Die Nahrungsmittelpakete werden aus von MCC und anderen Organisationen erhaltenen Hilfsgütern zusammengestellt und durch Nahrungsmittel ergänzt, die mit einem MCC-Zuschuss vor Ort gekauft werden. Jede(r) Freiwillige soll alle zwei Wochen als kleine Anerkennung und in Anbetracht der schwierigen Umstände für alle Bewohner der Region ein Nahrungsmittelpaket erhalten.
    Die MCC-Partner arbeiten auch mit Organisationen zusammen, um Flüchtlingen in Inguschetien, der Nachbarrepublik von Tschetschenien, zu helfen, wo es keine evangelischen Kirchen gibt.
    "Im Laufe der Weiterentwicklung dieses Projekts werden wir die Fortschritte prüfen und gemeinsam über die nächsten Schritte entscheiden, wie den Flüchtlingen zu helfen ist", so Hochstetler Shirk. "Wir werden weiter daran arbeiten, die Stimme und den Dienst der Kirche zu stärken, dabei aber versuchen, die Gefährdung Einzelner zu vermeiden."

    Der Kaukasus ist der südwestliche Rand Russlands zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer. In der Region leben Dutzende kleiner ethnischer Gruppen.
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    4. Chinesische Delegation gewinnt direkte Eindrücke vom Glaubensleben in den USA

    Fünf Vertreter religiöser Stellen aus dem chinesischen Sichuan - zwei Christen und drei Regierungsbeamte, denen die Aufsicht über religiöse Aktivitäten in der Provinz obliegt - haben die USA bereist, um sich von der Bedeutung des Christentums für die Amerikaner ein Bild zu machen. "Ich bin sicher, dass dieser Besuch einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu Achtung und Vertrauen darstellt und neue Bereiche für die Zusammenarbeit zwischen nordamerikanischen Mennoniten und Christen in Sichuan eröffnen wird", sagt hierzu Myrrl Byler, die das mennonitische Austauschprogramm "China Education Exchange" (Bildungsaustausch China) leitet, über das der Besuch zustande kam.
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    5. Honduras: Ungleichmäßige Fortschritte im Kampf gegen Aids

    In dem Land mit der höchsten HIV-Infektionsrate in ganz Mittelamerika ist die Aufklärung über die Aids-Prävention von entscheidender Bedeutung, trifft aber auch auf Hindernisse. "[In Honduras] stehen wir immer noch vor einer starken Stigmatisierung und großen ängsten, was Aids betrifft", so MCC-Mitarbeiter Ricardo Torres.
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    6. Interview von Doris Dube mit Brüder-in-Christo-Bischof Stephen N. Ndlovu über Aids in Simbabwe

    "Aids fordert große Opfer unter unserer Bevölkerung", sagt Stephen N. Ndlovu, Bischof der Brüder in Christo (Brethren in Christ) in Simbabwe, wo jede Woche 700 Menschen an Aids sterben. In dem Interview berichtet Bischof Ndlovu über die Bemühungen simbabwischer Christen, Aids-Patienten zu helfen und die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.
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    7. Jetzt bei MCC erhältlich: sechs Essays über die Weisheit Afrikas

    "Exploring the Wisdom of Africa" (Die Weisheit Afrikas kennenlernen), Nr. 26 der Publikationsreihe "Occasional Papers" von Mennonite Central Committee (MCC) ist nun bei MCC erhältlich.
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    8. Jetzt bei MCC erhältlich: Biographie von Rose Chater, langjährige indische Mitarbeiterin

    "Rose, a story of faith and courage in Calcutta" (Rose, eine Geschichte vom Glauben und Mut in Kalkutta), ein Buch (144 S.) von Glen E. Miller, einem der damaligen Landesdirektoren von MCC Indien, erzählt die Lebensgeschichte von Rose Chater, der langjährigen Köchin und Haushälterin im MCC-Gästehaus Kalkutta von 1975 bis 1994.
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    Übersetzung: cof

MCC-Nachrichten 29. Oktober 1999

    1. Einsatz für Aufbau tragender Gemeinschaften

    Überall, wo David Martin und Jim Hershberger hinkommen, hören sie das Gleiche: "Wir danken Ihnen. Sie wissen gar nicht, wie sehr." MCC und seine Partnerorganisationen haben hier nach dem Hurrikan "Mitch" tiefgreifende Veränderungen und Anpassungen mitgemacht.
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    2. Menschen in Mittelmerika kämpfen mit der Belastung einer starken Regenzeit und erinnern sich

    Von John M. Spidaliere

    SAN PEDRO SULA/Honduras. - Santo Ramo hat die meiste Zeit seines Lebens am Ulua-Fluss verbracht. Nun, als Sechzigjähriger, schaut er mit Kummer auf den Fluss, der hinter seinem Haus wieder im Steigen begriffen ist.
    "Vor einem Jahr habe ich während dem Unwetter 'Mitch' meine Küche verloren und einige meiner Verwandten wurden von dem reißenden Wasser weggespült", berichtet er. "Die Menschen hier", fährt er fort und zeigt auf die Häuser seiner Nachbarn, "haben Angst. Dieses Jahr ist der Regen stark und heftig, und der Fluss bedroht wieder unsere Häuser."
    Wie viele Flüsse in ganz Honduras und Nicaragua ist der Ulua - ganze 15 km von San Pedro Sula, der Wirtschaftsmetropole von Honduras, entfernt - auf Hochwasserniveau angeschwollen. Tausende sind bereits in Notunterkünfte geflüchtet. Gerade einmal ein Jahr, nachdem der Wirbelsturm "Mitch" das Land heimgesucht hat, müssen wieder zehntausende von Honduranern damit rechnen, ihre Häuser zu verlieren.
    Die Marktbesucher in der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa starren mit leeren Blicken auf den Choluteca-Fluss. Die Einheimischen verballhornen den Namen des Flusses scherzhaft zu "Rio Chocolate" - wegen seiner tiefbraunen Farbe. In letzter Zeit werden aber wenig Späße über den Fluss gemacht. "Er hat während 'Mitch' ganze Stadtteile ausgelöscht", berichtet Anne Marie Sorenson, Freiwillige für Mennonite Central Committee (MCC). "Jetzt haben die Menschen Angst vor dem Fluss und seinem zerstörerischen Potenzial."
    Angst ist nicht das einzige Gefühl, über das die Menschen reden.
    Viele Honduraner/innen zeigen sich äußerst verärgert im Hinblick auf die staatlichen Versprechen, die Deiche zu reparieren. "Die haben jetzt schon ein Jahr Zeit gehabt, die Deiche in Ordnung zu bringen", sagt der Fischer Antonio Pineda Brizuela, der gerade seine Netze an einer anderen Stelle am Ulua auswirft. "Der Bananenkonzern, der hier viel Landbesitz hat, hat vorgeschlagen, die Arbeiten zu übernehmen. Die Regierung hat dieses Angebot ausgeschlagen. Jetzt stehen südlich von uns tausende von Hektar unter Wasser. Die ganze Ernte ist verloren. Ich habe es satt."
    "Die Erlebnisse vom vergangenen Jahr haben die Menschen verlernen lassen, zwischen zerstörerischen Regenfällen und normalen zu unterscheiden", erläutert Susan Classen, MCC Freiwillige in Managua/Nicaragua. "Während die meisten Menschen versuchen, optimistisch in die Zukunft zu blicken, rechnen die Zentralamerikaner nun mit dem Schlimmsten. Die Menschen hier sind von Mitch traumatisiert.
    Regen schenkt Leben. Als dieses Jahr die Regenzeit als ganz normaler Teil des natürlichen Zyklus kam, hörte sie nicht mehr auf. Wie geht man mit dem Gefühl um, dass etwas, das eigentlich Leben schenken sollte, sein Versprechen bricht?"
    Classen weist darauf hin, dass Hoffnung aus einer starken, gesunden Gemeinschaft erwächst. "Wenn eine Krise eintritt, hilft man Mitmenschen, die normalerweise Fremde wären. Während 'Mitch' haben wir viele Geschichten von Hilfe für Mitmenschen in der Not gehört, auch für Unbekannte."
    Wenn Menschen gemeinsam daran arbeiten, ihre Ortsgemeinschaft wieder aufzubauen, so Classen, lassen sie die Hoffnung wachsen.
    Die heiße honduranische Sonne blinzelt gerade lange genug durch die Wolken über Mission de Esperanza, um die Menschenmenge zu wärmen, die sich zur Eröffnungszeremonie für die Ortschaft versammelt hat. Zwar leben die meisten Anwohner schon seit mehreren Monaten in ihren neuen Häusern, aber die Mehrheit ist dennoch auf den staubigen Platz geströmt, um sich die Reden und guten Wünsche der örtlichen Amtsträger und Kirchenvertreter anzuhören.
    In Absprache mit dem Nothilfeprojekt der Mennonitengemeinde La Ceiba hat MCC den Bau von 66 neuen Häusern in Mission de Esperanza finanziert. Fünf nordamerikanische "Work-and-learn" Teams (Arbeiten und Lernen) haben beim Bau mitgeholfen.
    Isaias Martinez, Prediger der nur wenige Kilometer entfernt liegenden Mennonitengemeinde San Juan Pueblo, berichtet, dass die Einheimischen beim Hausbau zusammengearbeitet haben. "Sie wussten nicht, wer welches Haus bekommt, und haben daher alle zusammen an allen Häusern mitgebaut."
    Der Menschenmenge erzählt Martinez die Geschichte eines Vaters, der seinen acht Söhnen rät, die Einheit der Familie zu wahren. "'Ein Stöckchen lässt sich leicht zerbrechen', sagte der Mann zu den Söhnen, 'aber acht zusammen kann man nicht durchbrechen.' Ich danke Gott für die Einheit der hiesigen Gemeinschaft."
    Filiberto Cruz, Landwirt und Vorsitzender des Gemeinderats, späht unter seiner hellblauen Baseballmütze hervor. Er lobt die Anwohner, dass sie nach Mitch zusammengerückt sind. "El pueblo unido jamas ser~ vencido", sagt er unter Applaus.
    "Das heißt übersetzt: Ein vereintes Volk wird niemals besiegt", merkt David Martin an, der die MCC-Wiederaufbauarbeiten nach Mitch in Honduras leitet.
    Die Versammlung löst sich auf, als der Regen einsetzt - die ersten Tropfen eines kräftigen nachmittäglichen Gewitters. In dieser Jahreszeit ist das ein typisches Ereignis.
    Dunkle Regenwolken hängen über großen Teilen Mittelamerikas und toben sich jeden Nachmittag in einer lauten Kakophonie von Donner und Regen aus. Die Menschen hier, unter dem Druck der Mühe, ihr Leben ein Jahr nach dem Wirbelsturm Mitch wieder auf die Beine zu stellen, zählen nun die Tage bis zum Ende der Hurrikanzeit im November.
    Aber trotz der emotionalen Belastung der Menschen hier, so Ramo, gibt es selbst in dieser Lage noch Zeichen der Hoffnung. Er schaut einer Gruppe von Kindern zu, die unweit von seinem Haus spielen. Ein Lächeln löst die harten Furchen in seinem Gesicht auf. "Seht ihr, es gibt Hoffnung. Die Kinder wissen es. Wir Erwachsenen müssen es uns wieder ins Gedächtnis rufen, ganz besonders jetzt."

  • Eine deutsche Version des 8-minuten Videos über die Arbeit nach Mitch ist bei MCC Europa erhältlich oder bei einem der mennonitischen Hilfswerke. Eine deutsche Version des 18-minuten Videos Der Balkan:Verwundet und auf der Suche nach Frieden ist auch bei MCC Europa erhältlich oder bei einem der mennonitschen Hilfswerke.
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    Übersetzung: cof

MCC-Nachrichten 15. Oktober 1999

    1. Timoresische Flüchtlinge in der Nähe von Jakarta/Indonesien fürchten um ihr Leben - Unterstützung von MCC

    AKRON/Pennsylvania. - Eine Gruppe von timoresischen Flüchtlingen, die unweit der indonesischen Hauptstadt Jakarta in einem Versteck leben, erhält von Mennonite Central Committee (MCC) Unterstützung. MCC hat 10 000 US$ für ein indonesisches kirchliches Komitee zur Verfügung gestellt, das Nahrungsmittel, medizinische Versorgung und Unterkunft für die Flüchtlinge bereitstellt und sich zugleich um eine sichere Ausreise ins Ausland für sie bemüht. Die Timoresen - 54 Erwachsene und 24 Schüler/innen bzw. Student/innen - hatten sich für die Unabhängigkeit Osttimors eingesetzt und fürchten nun um ihr Leben.
    Die Lage in Osttimor und unter den Flüchtlingen in Westtimor ist nach wie vor angespannt. "Die Milizen sind in den Untergrund gegangen, haben aber ihre Rückkehr angedroht", so Clair Brenneman, der mit seiner Frau die MCC-Arbeit in Indonesien leitet, in einer e-mail-Nachricht vom 30. September. "Berichten zufolge bedrängen Milizionäre Flüchtlinge in Lagern in Westtimor. Der Zugang zu Ausländern ist dort stark eingeschränkt worden."
    MCC hatte zuvor 10 000 US$ für Maßnahmen indonesischer Mennoniten zur Unterstützung von Flüchtlingen vor der Gewalt in Osttimor und Ambon bereitgestellt.
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    2. Rekordbestellung für Bangladesch

    "Das ist die größte Einzelbestellung, die ich in den 14 Jahren meiner Arbeit für Mennonite Central Committee (MCC) je von einem einzelnen Kunden bekommen habe!" begeistert sich Shefali Halder, zuständig für die Verwaltung der Exportvermarktung bei MCC Bangladesch. Halder kann gar nicht aufhören zu strahlen, als sie die Seiten einer e-mail-Nachricht durchliest, die gerade von der Eine Welt-Handelskette "Ten Thousand Villages" (USA) gekommen ist und eine Bestellung im Wert von 109 590 US$ enthält. "Bonoful wird sich sehr freuen!" meint sie unter Bezug auf ein Arbeitsbeschaffungsprogramm von MCC, in dem Frauen handgeschöpftes Papier und Papierprodukte wie z.B. Fotorahmen, Notizbücher und Geschenkpapiertüten herstellen.
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    3. Fässer mit Hilfsgütern für Kaukasusflüchtlinge

    EPHRATA/Pennsylvania. - Leone Wagner, Verwalterin des Materiallagers von Mennonite Central Committee (MCC) in Ephrata/Pennsylvania, mit Fässern voller Stiefel und Schuhe, die zur Verladung zum Transport nach Russland bereitstehen. Hinter Wagner füllen Mitarbeiter/innen einen Transportcontainer mit Hilfsgütern für Betroffene von der Gewalt in der russischen Kaukasusregion.
    Die Hilfslieferung im Wert von 136 000 US$ umfasst unter anderem 78 Fäßer mit Schuhen, Bedarfsartikeln für die Gesundheit und Verbandsmaterial sowie gebrauchte Kleidung, Decken, Seife und Milchpulver. Die "North Ossetian Mission of Christian Compassion" (Nordossetische Mission der christlichen Barmherzigkeit, NOMCC) im russischen Wladikawkas wird mit diesen Hilfsgütern Flüchtlinge unterstützen, die vor den Auseinandersetzungen in Tschetschenien fliehen. Dort kämpfen russische Truppen gegen tschetschenische Separatisten.
    "Die Flüchtlinge strömen an die tschetschenischen Grenzen und versuchen, auf das benachbarte russische Territorium zu gelangen, das sie aber ungern aufnehmen will", schreibt Steve Hochstetler Shirk, einer der MCC-Landesdirektoren in der früheren Sowjetunion. "Alle haben Angst vor dem Terrorismus, und antitschetschenische Ressentiments kochen hoch." In den vergangenen Monaten sind in Russland bei Bombenanschlägen etwa 300 Menschen ums Leben gekommen; vielfach werden tschetschenische Rebellen dafür verantwortlich gemacht. Für Wagner und andere im Materiallager in Ephrata hat diese Arbeit eine ganz besondere Bedeutung, weil in der ersten Jahreshälfte bei ihnen Anna Lunitschkina gearbeitet hat, die aus dem Kaukasus stammt und am MCC-IVEP-Programm ("Trainee-Programm") teilnahm.
    Die Hilfslieferung soll Ende November in Russland eintreffen.
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    4. Fleisch eindosen ist wie Wunder tun

    "Fleisch einmachen ist wie Wunder tun", so Kevin King, Verwalter der Hilfsgüter bei Mennonite Central Committee (MCC), bei einem Aussendungsgottesdienst am 5. Oktober für die Mitarbeiter der mobilen Fleischkonservenfabrik von MCC. Die drei - Sebastian Schulze aus Drehnow/BRD, Benjamin Sander aus Sankt Georgen/BRD und Sam Dinius aus Archbold/Ohio - haben sich am 12. Oktober auf den Weg nach Middlefield/Ohio gemacht, der ersten Station auf ihrer sechsmonatigen "Einmach-Reise" 1999 und 2000. Die mobile Dosenanlage wird an 33 Stationen in 12 US Bundesstaaten sowie in der kanadischen Provinz Ontario Halt machen und dabei täglich 3500 bis 4000 Dosen Rindfleisch, Putenfleisch, Schweinefleisch bzw. Fleischbrühe verarbeiten.
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    5. Berichte über das Leiden der Iraker: Tränen in den Augen von Zuhörern in Neuseeland

    Greg und Fay Foster, die die MCC-Arbeit in Jordanien und im Irak leiten, hatten in ihrem Heimaturlaub im vergangenen Sommer keine rechten Ferien. Das neuseeländische Ehepaar war zu beschäftigt damit, seinen Landsleuten von den verheerenden Folgen der Sanktionen für die Menschen im Irak zu berichten.
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    6. Betrachtung aus Indien: Beten um eine säkulare Regierung

    Der MCC-Mitarbeiter Ron Kraybill ist es nicht gewohnt, Christen um eine "säkulare" Regierung beten zu hören, aber er lebt ja auch noch nicht lange in Indien. Als religiöse Minderheit in einem Land zu leben, in dem die Mehrheitsreligion der Hinduismus ist - zu dem auch Menschen gehören, die öffentlich massiv dafür eintreten, das Land gemäß ihren eigenen religiösen Grundsätzen zu regieren -, kann einem Christen aus den USA schon die Augen öffnen. Während die Mehrheit der Hindus eine moderatere Position vertritt, ruft eine radikale Randgruppe seit einigen Jahren nach einem Hindu-Staat Indien.
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    7. Neuer MCC-Videofilm zeigt Bemühungen auf dem Balkan um Frieden und Erneuerung

    Ein 18-Minuten-Videofilm von MCC mit dem Titel "The Balkans: Wounded and searching for peace" (Der Balkan: verwundet und auf der Suche nach Frieden) informiert über die Arbeit von MCC und seinen örtlichen Partnern für Frieden und zur Unterstützung der Menschen in ihren Bemühungen, ihr Leben wieder ins Lot zu bringen. Der Krieg im Kosovo ist lediglich der jüngste Konflikt in fast einem Jahrzehnt von Kriegen, die Kroatien, Bosnien und Serbien in Mitleidenschaft zogen. Das Video kann kostenlos beim nächsten MCC-Büro ausgeliehen werden.
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    Übersetzung: cof

MCC-Nachrichten 1. Oktober 1999

    1. Malaysia: Früherer MCC-Mitarbeiter im Gefängnis

    Murray Hiebert, Journalist der "Far Eastern Economic Review", ist wegen eines 1997 erschienenen Artikels, den ein Richter als Beleidigung empfand, zu einer sechswöchigen Haftstrafe verurteilt worden. In ihrer Ausgabe vom 23. September 1999 würdigt die "Far Eastern Economic Review" in einem redaktionellen Beitrag Hiebert als einen "Herrn, dem vom Wesen und von der mennonitischen Erziehung her die Grobheit abgeht, die manche ebenso erfahrenen Reporter an den Tag legen". Dem Artikel zufolge gehörte zu den wenigen persönlichen Gegenständen, die Hiebert mit ins Gefängnis nahm, auch eine Bibel. Hiebert war von 1973 bis 1986 für MCC in Vietnam, Laos sowie im Büro Washington tätig.
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    2. Mexikanische Mennoniten fordern Schließung der US-amerikanischen "Army School of the Americas"

    Eine Gruppe mexikanischer Mennoniten hat sich für die "endgültige Schließung" der "U.S. Army School of the Americas" (Ausbildungsstätte der US-Armee für den amerikanischen Kontinent, SOA) ausgesprochen. In einem Statement, das dem Washingtoner Büro von Mennonite Central Committee (MCC) zuging, vertreten fünf Prediger/innen aus Mexico City sowie 28 Gemeindeglieder die Auffassung, dass "die militärische Lehre und Praxis [des Instituts] eine grobe Verletzung der Menschenrechte von Lateinamerikaner/innen" darstellt. Die Prediger/innen und Gemeindeglieder schließen mit dem Aufruf, sich der Forderung anzuschließen: "Wir bitten die Christen dieser Welt, ihre Stimme zu erheben und ihre prophetische Aufgabe, das Unrecht beim Namen zu nennen, wahrzunehmen. (...) Wir erheben diese Forderung für die Schließung der U.S. Army School of the Americas im Gebet vor unserem himmlischen Vater und mit einem Hilferuf an unsere Geschwister."
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    3. Hart arbeitende Christen in der Ukraine machen zum ersten Mal Familienurlaub am Meer

    Die Christen in der Ukraine heiraten früh und gründen sogleich eine Familie. Die unendlichen Chancen und Anforderungen der christlichen Arbeit verlangen von den Ehemännern oft von morgens bis zum späten Abend den beruflichen Einsatz. Tolik Awdjenko, Fahrer bei der MCC Partnerorganisation "Licht der Auferstehung", einem Missionswerk, sagt, dass er normalerweise am frühen Morgen die Wohnung verlässt und nur selten vor der Zubettgehzeit seiner Kinder nach Hause kommt. Vielleicht darum werden Tolik, seine Frau Eva und ihre sechs Kinder ihren zwölftägigen Aufenthalt bei einer Ehepaar- und Familienfreizeit am Asowschen Meer diesen Sommer in Erinnerung behalten. Zusammen mit zehn weiteren Familien aus der Ostukraine nahmen sie an diesem Treffen teil, das "Licht der Auferstehung" mit Unterstützung von MCC durchführte. Für einige der Familien war es der erste Urlaub, den sie je hatten. Und sie hatten kein schlechtes Gewissen, der Arbeit fernzubleiben, weil es ja eine von der Mission ausgerichtete Veranstaltung war.
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    4. Menschen in El Salvador sehnen sich nach Gerechtigkeit und Regen

    Ein Aufschrei der Entrüstung und des Protests erhebt sich gegen die Bereitschaftspolizei. Hier findet eine friedliche Demonstration statt. Aktivist/innen aus dem sozialpolitischen und umweltpolitischen Bereich und Vertreter/innen der feministischen Bewegung haben sich mit einer bunt gemischten Delegation von Männern, Frauen und Kindern zusammengetan, die Randgruppen vertreten, die von dem Hurrikan "Mitch" betroffen waren. Gemeinsam fordern sie die versprochenen Hilfsleistungen, eine wirksame Umweltpolitik und Entschuldung. Tanya Chute, MCC-Mitarbeiterin in El Salvador, hat die Demonstration erlebt.

    Ein vereintes Volk wird niemals besiegt!
    El pueblo unido jamas sera vencido!

    Von Tanya Chute aus SanSalvador, El Salvador

    Ein Aufschrei der Entrüstung und des Protests erhebt sich gegen die Bereitschaftspolizei. Hier findet eine friedliche Demonstration statt. Aktivist/innen aus dem sozialpolitischen und umweltpolitischen Bereich und Vertreter/innen der feministischen Bewegung haben sich mit einer bunt gemischten Delegation von Männern, Frauen und Kindern zusammengetan, die Randgruppen vertreten, die von dem Hurrikan "Mitch" betroffen waren. Gemeinsam fordern sie die versprochenen Hilfsleistungen, eine wirksame Umweltpolitik und Entschuldung.
    Bewaffnet mit handgemalten Plakaten, die sie an äste genagelt haben, bewegen sich etwa 200 Demonstrant/innen in geraden Reihen voran, als ihnen plötzlich der Weg verstellt wird. Mit erhobenen Plexiglas-Schutzschilden verwehren Sondereinsatzkräfte der Polizei den Protestierenden den Zugang zur Amtseinführung des neu gewählten Präsidenten Francisco Flores.
    Der über der Szene kreisende Hubschrauber der nationalen Zivilpolizei unterstreicht die Botschaft: die makellose Einführungszeremonie, an der ausländische Würdenträger teilnehmen, darf nicht gestört werden . Die Verteidiger des Images der Nation drohen mit Tränengas, wenn sich die Demonstration nicht auflöst. Ein maskierter Polizist geht in Schussposition und zielt mit der Waffe auf die versammelte Menge. Die Demonstrant/innen ziehen sich langsam an ihren Ausgangsort zurück, wobei sie weiter laute Vorwürfe gegen die Missachtung der Friedensvereinbarungen und der Meinungsfreiheit erheben. "El pueblo unido jamas sera vencido!"
    Meine Sprachlehrerin [vielleicht auch ein Sprachlehrer, Anm. d. Übers .] hatte mir vorgeschlagen, mit den Demonstrant/innen mitzukommen. Ich spüre meinen Adrenalinpegel hochschießen, als die Protestierer ihrer Hoffnung auf die Stimme des Volkes Ausdruck geben. Aber als wir der vorgehaltenen Waffe entgegenblicken, packt mich Entsetzen. Hier liegt die Macht und die Verwundbarkeit des gewaltlosen Einsatzes für soziale Veränderungen.
    In meine Erinnerung drängt die Volksbewegung, die hier in den siebziger Jahren erstarkte, und die sich anschließende Unterdrückung, die in den Bürgerkrieg mündete, der El Salvador zwölf Jahre lang (von 1980 bis 1992) erschütterte.
    Abgesehen von Wahlkampfsprüchen über ein soziales Bündnis 1999 bleibt der erste Tag der neuen Regierung der Tradition treu. Die Bevölkerung steht wieder einmal draußen und versucht verzweifelt, ihre Stimme zu erheben. Und dennoch - ein Volk, das sich gemüht hat, seine Stimme zu entwickeln, weigert sich nun, zu schweigen.
    Die Kritikpunkte erscheinen realistisch. Fast ein Jahr nach dem Hurrikan "Mitch" warten die Einwohner von Cuscatancingo immer noch auf eine Umsiedlung und stehen schon vor der nächsten Regenzeit. überall gehen Gerüchte um, Hilfsgelder seien in den Wahlkampf der konservativen ARENA-Partei geflossen.
    Im Pfarrbezirk Ojos de Agua, wo Mennonite Central Committee seit 1987 präsent ist, haben die Menschen bis zu zwei Drittel ihrer Ernte im Toben des Wirbelsturms eingebüßt. Diese Subsistenzbauern sind Opfer von "Mitch", so Pater Wilibaldo Abrego, der nichtstaatliche Quellen aufgetan hat, um seinen Gemeindegliedern Dünger für die neue Pflanzsaison zu besorgen. Mit Unterstützung von MCC wurden 65 Familien in der kleinen Ortschaft La Ceiba mit Dünger versorgt.
    Mit dem Regen keimt der frisch gepflanzte Mais und zugleich auch die Hoffnung. Dann aber lösen sich die Wolken auf, und die sengende Sonne droht die zarten jungen Sprösslinge zu vernichten. Fortschreitende Entwaldung und massive Umweltzerstörung gefährden die Wasserquellen von El Salvador und führen zu einem Klima, das zwischen Extremen schwankt. Fachleute rechnen damit, dass ein weiterer Sturm von der Stärke des Hurrikans "Mitch" ebenso große Umweltschäden anrichten wird, wenn nicht schnell durchgreifend gehandelt wird.
    Im Bewusstsein dieser Gefahr hat der Pfarrbezirk Ojos de Agua dieses Jahr Umweltmaßnahmen zu einer wichtigen kirchlichen Priorität gemacht. Ein Workshop, in dem die negativen Folgen der Brandrodung aufgezeigt wurden, war Schwerpunkt einer Schulungseinheit für kirchliche Mitarbeiter/innen.
    Die Menschen in Petapa arbeiten weiter an der Entwicklung eines Pilotprojekts für umweltfreundliche Anbaumethoden, während die Jugendgruppe El Jicaro unlängst einen Samstagnachmittag damit verbracht hat, zur Vorbereitung einer Wiederaufforstungsinitiative Erde in Säcke zu füllen. All dies sind kleine Schritte auf dem Weg zur Sanierung der Umwelt.
    Unterdessen beten die Menschen um Regen. Am 30. Mai hat der Pfarrbezirk eine besondere Messe zu Ehren des Endes des Monats Mai gehalten. Dieser Monat ist Maria und der Erneuerung des Lebens im Frühjahr gewidmet. Pater Wilibaldo rief die 300 versammelten Gemeindeglieder auf, gemeinsam um Regen zu beten, der den Feldern neues Leben schenken kann.
    Am gleichen Nachmittag schauten die Dorfbewohner/innen zu, wie eine faustgroße Wolke immer größer wurde und über Ojos de Agua aufbrach, ein überwältigendes Zeugnis der Treue Gottes.

    Vereint im Protest.
    Vereint im Handeln.
    Vereint im Gebet.
    El pueblo unido, nunca sera vencido!

    Tanya Chute ist in La Ceiba/El Salvador als örtliche Entwicklungshelferin aktiv. Sie stammt aus Ontario/Kanada.
    [oben]

    Übersetzung: cof


    5. Wer leistet Friedensarbeit?

    MCC-Mitarbeiter Eduardo Rodriquez über ein Gespräch zwischen einem Soldaten und einem Friedensarbeiter
    Auf einer meiner Busfahrten in Chiapas saß ich neben einem jungen Mann, der der Kleidung nach zu urteilen wohl zum Militär gehörte. Als ich ihn grüßte, bemerkte ich seine Alkoholfahne, sodass ich keine Lust verspürte, das Gespräch fortzusetzen. Nach einigen Stunden fragte er mich, wohin ich führe. Ich erwiderte, dass ich auf dem Weg zur Arbeit sei. "Wo arbeiten Sie denn?" fragte er, "und was ist das an Ihrem Hemd?" Ich trug am Hemd einen Anstecker mit zwei Händen, die ein Gewehr zerbrechen.
    [oben]

    Übersetzung: cof

MCC-Nachrichten 11. Juni 1999

    1. Nordkorea hat aus Sicht von MCC-Mitarbeiterin keine Ressourcen mehr

    Zusammengeflickte Geräte, Bauern, die jede Handbreit Land umpflügen, sogar an Abhängen, und zwanzigstöckige Wohnblocks ohne Strom - das alles hat sich für die MCC-Mitarbeiterin Betsy McCrae zu dem Eindruck zusammengefügt, daß in Nordkorea die verfügbaren Ressourcen nun zu Ende gehen. McCrae, die bei MCC die Ostasienarbeit leitet, war vom 20. bis 27. April in Nordkorea, um dort bäuerliche Gemeinschaften zu besuchen, die von MCC und von der Quäker Hilfsorganisation "American Friends Service Committee" unterstützt werden. Im Laufe von drei Jahren hat MCC Güter im Wert von 400 000 US$ bereitgestellt, darunter Plastikplanen, Sprühgeräte, Herbizide, Saatgut und Dünger. Empfänger waren die landwirtschaftlichen Betriebe Sambong, Kobi und Kajang. Dank dieser Hilfe konnten die drei Betriebe im vergangenen Jahr ihre 12 000 landwirtschaftlichen Mitarbeiter/innen und deren Familien ernähren sowie ca. 15 000 t Nahrungsmittel für das staatliche Verteilungssystem produzieren.

    Artikel: Nordkorea hat aus Sicht von MCC-Mitarbeiterin keine Ressourcen mehr

    Von Pearl Sensening

    AKRON, Pennsylvania. - Zusammengeflickte Geräte, Bauern, die jede Handbreit Land umpflügen, sogar an Abhängen, und zwanzigstöckige Wohnblocks ohne Strom - das alles hat sich für Betsy McCrae, Mitarbeiterin in der Zentrale von Mennonite Central Committee (MCC), zu dem Eindruck zusammengefügt, daß in Nordkorea die verfügbaren Ressourcen nun zu Ende gehen. Sie fühlt sich an die biblische Erzählung von der Begegnung zwischen Elias und der Witwe erinnert, die Feuerholz sammelt, um ihren letzten Bissen Essen zu kochen, damit sie und ihr Sohn "es essen und dann sterben" können.
    McCrae, die bei MCC die Ostasienarbeit leitet, war vom 20. bis 27. April in Nordkorea, um dort zwei der drei bäuerlichen Gemeinschaften zu besuchen, die von MCC und von der Quäker-Hilfsorganisation "American Friends Service Committee" unterstützt werden. In einem Land, wo nur 20 % der Fläche für den Anbau geeignet sind, gelten die landwirtschaftlichen Betriebe Sambong, Kobi und Kajang - wenige Stunden Fahrt von der Hauptstadt Pjöngjang entfernt - als Teil der "Kornkammer" von Nordkorea. Im Laufe von drei Jahren (1997 - 1999) hat MCC Güter im Wert von 400 000 US$ bereitgestellt, darunter Plastikplanen, Sprühgeräte, Herbizide, Saatgut und Dünger. Dank dieser Hilfe konnten die drei Betriebe im vergangenen Jahr ihre 12 000 landwirtschaftlichen Mitarbeiter/innen und deren Familien ernähren sowie ca. 15 000 t Nahrungsmittel für das staatliche Verteilungssystem produzieren.
    Nordkorea liegt auf demselben Breitengrad wie Pennsylvania, aber abgesehen von gelben Forsythien in voller Blüte wirkte für McCrae nichts vertraut, als sie durch ländliche Gegenden fuhr. Die Bauern versuchen verzweifelt, dem gravierenden Nahrungsmangel in ihrem Land beizukommen, indem sie bis zu drei Ernten pro Feld herausholen - ohne jeden Fruchtwechsel und ohne Brachzeiten. Dadurch werden dem Boden die Nährstoffe entzogen, und die Menschen arbeiten immer schwerer, erzeugen dabei aber immer weniger Nahrungsmittel.
    An Dünger ist fast nicht heranzukommen, da die nordkoreanische Produktion sehr gering ist und keine Mittel vorhanden sind, um Dünger im Ausland einzukaufen. McCrae hat festgestellt, daß sogar das Erzeugen von organischen Düngemitteln den Menschen dort schwerfällt. Reisstroh, das sich als Biomasse zum Kompostieren einsetzen läßt, ist nicht verfügbar, weil es überwiegend als Brennstoff dienen muß. Auch wird es zum Weben von Beuteln zur Aufbewahrung von Reis und zum Errichten von Windschutzwällen für Saatbeete verwendet.
    "Es wird buchstäblich nichts weggeworfen", sagt McCrae. Als sie auf einem Betrieb ankam, wurde ihr vorgeführt, wie die von MCC finanzierten Hilfsgüter genutzt wurden. Ein Verwalter wies jedoch darauf hin, daß einige Rollen Plastikplane offenbar ca. fünf Meter zu kurz geraten waren, vielleicht ein Herstellungsfehler.
    "Die Verwalter führen über alles gründlich Buch", stellt McCrae fest. "Ihnen war klar, daß dieses fehlende Stück Plane ein halbes Saatbeet hätte bedecken können. Die Güter, die wir bereitgestellt haben, haben die Betriebe erreicht und wurden dort gut genutzt, um die Nahrungsproduktion zu steigern."
    McCrae hat ein Zeichen der Hoffnung bemerkt, daß das abgeschottete Land sich vielleicht verändern könnte: Die Nordkoreaner dürfen jetzt private Gärten bebauen und die Erzeugnisse frei verkaufen. "Es ist klar, daß Nordkorea nicht ewig von Hilfslieferungen leben kann, um die Bevölkerung zu ernähren. Das Land muß sein Wirtschaftssystem neu überdenken und Möglichkeiten finden, die Abschottung von der Außenwelt abzubauen", so McCrae.
    Die Nahrungsknappheit in Nordkorea ist nicht nur auf mehrere Jahre mit Naturkatastrophen zurückzuführen - sowohl Dürre als auch Überschwemmungen -, sondern auch auf die Wirtschaftspolitik des Landes. Als die Sowjetunion zerfiel, verlor Nordkorea seinen wichtigsten Handelspartner. Auch der fast 50 Jahre währende ungelöste Konflikt zwischen Nord- und Südkorea hat zur Lähmung der Wirtschaft beigetragen.


    Pearl Sensening ist Autorin und Redakteurin für die MCC-Öffentlichkeitsarbeit


    2. MCC begeht 50jähriges Bestehen seiner Arbeit im Westjordanland mit Reise, Buchveröffentlichung und Feier

    Fünfzig Jahre, nachdem Mennonite Central Committee (MCC) den ersten Freiwilligen ins Westjordanland geschickt hat, erinnert die Organisation dieses Jahr an die lange Geschichte ihrer Arbeit in dieser problembelasteten Region. Im Rahmen der 50-Jahr-Feier wird die Nahost-Abteilung von MCC in der zweiten Jahreshälfte eine zweiwöchige Reise durch das Westjordanland und den Gazastreifen durchführen, an der frühere Mitarbeiter/innen von MCC im Westjordanland und andere Freunde von MCC teilnehmen können. Zudem gibt es ein dreitägiges Wochenende zur Feier des Jahrestages sowie ein neues Buch, das die Geschichte der Arbeit von MCC im Westjordanland behandelt.


    3. Mennonitischer Katastrophenhilfsdienst "auf vietnamesisch" hilft gemeinsam mit MCC Überschwemmungsopfern

    Im Dezember 1998 brachen drei Tropenstürme über neun vietnamesische Provinzen herein und brachten die Flüsse immer wieder zum Überlaufen. MCC hat 8000 US$ bereitgestellt, damit das Rote Kreuz der Provinz Quang Ngai denjenigen, deren Häuser zerstört wurden, Reis, Decken und Dachplatten aus Aluminium zur Verfügung stellen kann. Dann meldete sich die vietnamesische Variante eines mennonitischen Katastrophenhilfsdienstes zu Wort: Vietnamesische Mennoniten im südlichen Vietnam wollten ebenfalls Hilfe leisten. Mit der Unterstützung des Missionswerks Eastern Mennonite Missions (EMM) haben Freiwillige eine finanzielle Hilfe von ca. 3400 US$ bereitgestellt, um Nahrungsmittel und Decken zu kaufen, die sie dann in einen Transporter luden und nach Quang Ngai brachten. Sie haben die Hilfsgüter an 300 Familien verteilt, die noch keine andere Hilfe erhalten hatten.


    4. Arbeitsbeschaffungsprojekte in Bangladesch: Absatz und Sicherheit im Aufwind

    Bei den MCC-Arbeitsbeschaffungsprojekten in Bangladesch ist der Absatz seit 1997 um 46 % gestiegen - und das trotz verheerender Überschwemmungen im Sommer 1998, die über einen Monat anhielten. In den MCC-Projekten sind verarmte Frauen beschäftigt, die Papierwaren, Schmuck und andere Kunsthandwerksgegenstände herstellen. Dreißig Abnehmer aus aller Welt kaufen die Waren, darunter auch die Eine-Welt-Handelskette "Ten Thousand Villages". Bhuiyan Muhammad Imran, Bangladeschi und stellvertretender Leiter der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen von MCC, führt die Zunahme des Absatzes darauf zurück, daß Waren hergestellt werden, die "qualitativ hochwertig und gut gestaltet" sind.


    5. Ende der zweijährigen Dürre in Brasilien absehbar?

    Nachdem 1998 praktisch ohne Regen blieb, lechzt der Nordosten Brasiliens förmlich nach Niederschlag. Manche meinen, daß auch dieses Jahr wieder trocken sein wird, so daß sich die seit 1997 währende Dürre fortsetzt. An manchen Orten hat es seit Januar mitunter geregnet, aber teilweise zu kurz, um die traditionellen Anbaufrüchte - Mais und Bohnen - reifen zu lassen. In der Osthälfte des Bundesstaates Pernambuco, wo MCC Brasilien aktiv ist, dauerte die Dürre bis einschließlich April; dabei sollte die Regenzeit eigentlich im März beginnen. Ganze Ortschaften haben praktisch kein Wasser mehr und sind auf die Versorgung per Lastwagen angewiesen. MCC setzt seine Arbeit in Pernambuco fort.


    6. Betrachtungen einer Freiwilligen bei MCC Haiti über die dortige Menschenrechtsarbeit

    An einem warmen, klaren Nachmittag im März waren Pierre Esperance und ein anderer Mitarbeiter der National Coalition for Haitian Rights (Nationale Koalition für haitianische Rechte, NCHR) per Auto unterwegs zum NCHR-Büro in der Hauptstadt Port-au-Prince. Als sie auf die Delmas-71-Straße abbogen, begannen vier Männer in einem weißen Pkw, das Fahrzeug der beiden zu verfolgen . Esperance fuhr an die Seite, um sie überholen zu lassen, aber daraufhin stiegen bewaffnete Männer aus dem Toyota und eröffneten das Feuer auf den anderen Wagen. Esperance trat aufs Gaspedal, aber der Toyota folgte ihnen, und der Beschuß wurde fortgesetzt. Kugeln zertrümmerten die Scheiben. Esperance wurde an der Schulter und am Knie getroffen, entging jedoch tödlichen Verletzungen. Sein Mitarbeiter kam mit dem Schrecken davon.


    7. Video zeigt die komplexe Wirklichkeit von Kambodscha

    "Cambodia: Land of Beauty but Uncertainty" (Kambodscha: Land der Schönheit, aber auch der Ungewißheit) ist ein Video von Mennonite Central Committee (MCC), das in der Frühjahrsausgabe 1999 der Zeitschrift "News and Reviews" vorgestellt wurde, einer Veröffentlichung des Mediendienstes "Asian Educational Media Service". In der Besprechung schreibt Judy Ledgerwood, Assistentin für Anthropologie und Südostasien-Studien an der Universität von Northern Illinois: "Der Film faßt auf hervorragende Weise die komplexe historische und politische Lage knapp zusammen." Der (englischsprachige) Videofilm kann bei jedem MCC Büro bestellt werden.

    Übersetzung: cof


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