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MCC-Nachrichten 8. Dezember 2000

    1. Brunnen lebendigen Wassers

    INKASANE, Mozambique - Eva Tomas Mulungu schöpfte geduldig Wasser mit einem Plastikeimer aus einem neuen, 23 Meter tiefen Brunnen und füllte ihren Plastikbehälter. In der Warteschlange hinter ihr warteten mehr als zwei Dutzend andere Leute darauf, dass sie an die Reihe kamen.

    Dieser Brunnen, einer der zwei, die das Mennonite Central Committee (MCC) und die Anglican Church in Mozambique in der Nähe von Catembe, im Süden von Mozambique, finanziert haben, zieht täglich annähernd 200 Leute an, die Wasser schöpfen kommen, darunter einige, die jeden Morgen schon um 4 Uhr kommen.

    Auch Vater Elias Muholove, von der Anglican Church stand am Brunnen, der zusammen mit den Vertretern von MCC Mozambique, Harold und Christine Wenger, die Einsegnung des Brunnens vorbereitete.

    Währenddem der Himmel bedrohlich nach Regen aussah, leitete Muholove die Gruppe unter der Mithilfe des Projektkoordinators Joao Matsinhe und dessen Frau Margarita, in ein paar Liedern. Muholove erzählte die Geschichte der Samariterin und der Verheissung von lebendigem Wasser.
    Muholove erinnerte die Leute, die am Brunnen zusammengekommen waren daran, dass das Wasser für jedermann sei, ganz egal, welchem Glauben man angehöre. Bei einem anderen 23 Meter tiefen Brunnen in der Nähe von Inkasane sorgte ein Dorfbewohner für Verwirrung, weil er sagte, er glaube der Brunnen sei nur für Anglikaner. Dies trieb einige Dorfbewohner dazu, den Brunnen spät abends zu benutzen, wie eine Dorfbewohnerin erzählte. Muhulove entschied sich dazu, den Brunnen noch einmal aufzusuchen, um klarzustellen, dass das Wasser für jedermann sei, und um den Brunnen in der Gegenwart der Kirche und der Gemeinde zu segnen.

    Wenger sagte, die Brunnen seien in Gemeinden platziert worden, in denen die Arbeit knapp sei und in denen die Menschen kaum mit dem vorhandenen Land überleben könnten.

    Muholove schlug vor, dass jede Person für den neuen Brunnen in Inkasane 5'000 metacais (ca. 0.30 Euros) pro Jahr für Reparaturen beisteuert, und dass jemand über die Beiträge Buch führt.

    Eine Frau brachte ihre Anerkennung für den Brunnen zum Ausdruck: "Wir sind dankbar für den Brunnen, weil wir viele Probleme hatten", sagte sie. "Nun haben wir genügend Wasser, auch wenn es wegen der vielen Leute manchmal ausgeht."

    Als die Gruppe den Refrain von "Ronga" oder "Thank you God" fertig gesungen hatte, begann sie zu tanzen und zu klatschen, um ihrer Anerkennung für den Brunnen Ausdruck zu verleihen.

    "Die beiden 23 Meter tiefen, von Hand gegrabenen Brunnen sind die bis anhin tiefsten von 26 Brunnen, die im Brunnen-Projekt gegraben worden sind. Sie sind wahrscheinlich in maximaler Tiefe, welche mit dieser Methode noch möglich ist", sagte Wenger. "Die Kosten für jeden der beiden Brunnen lagen deshalb viel höher als der Durchschnitt, aber in der Region werden dringend noch mehr Brunnen gebraucht."

    Muholove sieht die Brunnen als Teil eines Zeugnisses der Kirche, die Wasser des Lebens gibt; sowohl geistlich als auch körperlich.
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    2. Konflikt in Palästina/Israel, verhindert den Gast der jährlichen MCC Zusammenkunft

    Zoughbi Zoughbi, ein palästinensischer Christ, war eingeplant, um an der jährlichen Zusammenkunft des Mennonite Central Committee Ontario und Saskatchewan über die Notwendigkeit von Frieden in Palästina/Israel zu sprechen. Leider hielt ihn der Mangel an Frieden und Gerechtigkeit in der Region davon ab, an den Zusammenkünften Mitte November teilzunehmen.

    MCC-Mitarbeiter in Palästina verfassten kürzlich Vorschläge für Leute, die für Frieden in Israel/Palästina beten möchten. Darunter sind folgende:

  • Betet für Familien, palästinensische und jüdische, die Geliebte in Gewaltausbrüchen verloren haben.
  • Betet für Kinder, die von Gewalt geprägt sind. Palästinensische Kinder wurden traumatisiert durch Bilder von Gewalt, besonders durch das Bild des 12-jährigen Muhammad al-Dura, der sich hinter seinem Vater zu verstecken versuchte, bevor er zu Tode geschossen wurde. Ein palästinensischer Freund von MCC erzählte, dass ihm sein Sohn sagte: "Wenn Muhammads Vater ihn nicht beschützen konnte, wie soll ich dir dann vertrauen, dass du mich beschützen kannst?"
  • Betet für die Tausenden, die verletzt worden sind. Viele Palästinenser werden für immer behindert bleiben, als Folge von Verletzungen, die ihnen die israelische Armee zugefügt hat. Betet für ihre Rehabilitation und für die Arbeit von MCC-Partnern, die mit Menschen mit Behinderungen arbeiten. Betet für die Israelis, die verletzt worden sind.
  • Betet für die palästinensische Kirche. Palästinensische Christen gesellen sich zu den Moslems, um ob der neueren Gewalt zu trauern. Dankt für das Zeugnis palästinensischer Christen für Gerechtigkeit und Frieden und betet, dass es noch gestärkt wird.
  • Betet für die Arbeit und das Zeugnis von MCC in Palästina. Betet, dass die palästinensischen und nordamerikanischen Mitarbeiter von MCC kreative Wege finden, um Gerechtigkeit und Frieden in Palästina/Israel zu hegen. Betet für die Sicherheit der palästinensischen MCC Mitarbeiter. Betet auch für die Arbeit und das Zeugnis anderer christlichen Gruppierungen, wie zum Beispiel die Christian Peacemaker Teams.
  • Betet dafür, dass die Palästinenser machtvolle, gewaltlose Mittel finden, ihre Frustration, Trauer und Wut über ihre unaufhörliche Entmachtung, zum Ausdruck zu bringen. Betet auch, dass die Christen im Westen den Mut haben, den mutigen Ausdruck gewaltlosen Widerstandes zu hören und zu unterstützen.
  • Betet für das mutige Zeugnis von israelischen Friedensgruppen, wie zum Beispiel Gush Shalom und das Israeli Committee Against House Demolitions die wissen, dass dauerhafter Frieden nicht auf einem Fundament der Ungerechtigkeit aufgebaut werden kann. Betet, dass ihr Zeugnis gestärkt werden kann, und dass sich ihnen vermehrt Menschen anschliessen.
  • Betet für die Gnade, das Gesicht Jesu nicht nur in den Verwundeten und Verletzten zu sehen, sondern auch in den Gesichtern der Soldaten, die töten. Betet für eine Versöhnung, die den Unterdrückten von der Gewalt der Besetzung und den Unterdrückenden von der Gefangenschaft im Mythos der Sicherheit durch Gewalt, befreit.
  • Betet, dass die Israelis, die Palästinenser und die Weltmachthaber danach streben, das Land Palästinas/Israels ausgeglichen zu verteilen.
  • Informationen über die Arbeit von MCC im Mittleren Osten und wie Einzelpersonen und Gemeinschaften am Ecumenical Advent Prayer Vigil teilnehmen können, können auf der Website von MCC gefunden werden: www.mcc.org.
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    3. Nord-Korea braucht Hilfe

    Die Vereinten Nationen machten kürzlich darauf aufmerksam, dass Millionen Menschen den Hungertod erwarte, wenn nicht die ausländische Hilfe drastisch erhöht werde. Für die Kinder besteht ein grosses Risiko der Unterernährung. MCC hat im Jahr 2001vor, 91.4 Tonnen Rindfleisch in Büchsen und 12'000 Pakete für Neugeborene mit Kleidern, Windeln, Decken und Seife, nach Nord-Korea zu schiffen.
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    4. MCC Laos feiert 25 Jahre

    Mennonite Central Committee würdigte am 3. November 2000, 25 Jahre seiner Arbeit in dem südöstlichen asiatischen Staat Laos, mit einer Feier in Vientiane, der Hauptstadt des Landes. Das bekannteste Projekt von MCC Laos ist seine Arbeit beim Entfernen von Landmienen.
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    5. 25 Leute nehmen an der MCC-Orientierung vom November teil

    25 Leute nahmen an der Orientierung teil, die im Hauptsitz des Mennonite Central Committee vom 7. - 17. November stattfand. Einer führt seine Aufgabe Übersee fort, die vierundzwanzig Übrigen übernehmen Aufgaben in Nordamerika.
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MCC-Nachrichten 3. November 2000

    1. Freiwilliger wird Zeuge der Gewalt in Jamaikas Gefängnissen

    Rachel Beth Miller

    KINGSTON, Jamaika. - Roger Neill erinnert sich an die Schreie eines Gefangenen, der in dem Gefängnis, in dem Neill arbeitet, erstochen wurde. Während die Soldaten tatenlos zusahen, wankte der junge Mann aus dem Zellenblock und brach am Maschendrahtzaun gegenüber von Neill, einem Freiwilligen für das Mennonite Central Committee (MCC), zusammen.

    Dieser Mord im Oktober war nur eine der zahlreichen Tragödien, die der Zusammenbruch des jamaikanischen Vollzugssystems mit sich gebracht hat. Das Gefängnissystem war unlängst zusammengebrochen, nachdem im Gefolge einer Auseinandersetzung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern fast alle erfahrenen Sicherheitskräfte von der Arbeit suspendiert worden waren. Als Mitglied des staatlich geförderten medizinischen Teams für die Gefängnisse engagiert sich Neill an vorderster Front dafür, die immer schlechter werdende Lage ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen - und ist damit auch schon auf den Titelseiten der Zeitungen gelandet.

    Als erfahrener Sozialarbeiter mit psychiatrischer Ausbildung hat Neill seine Tätigkeit bei der jamaikanischen Behörde für Strafvollzug (Jamaica Department of Correctional Services) vor knapp zwei Jahren aufgenommen, um mehr Angebote für seelisch kranke Gefangene zu ermöglichen. Das siebenköpfige Team, das abgesehen von Neill aus Jamaikaner/innen besteht, ist für über 4000 Gefangene in mehreren Gefängnissen zuständig.

    Trotz gravierender Personalengpässe und unzureichender Ausstattung hat das Team 1999 Fortschritte erzielt: Entwicklung von Fortbildungsprogrammen für das Personal, verstärkte Untersuchungen zur Feststellung psychischer Erkrankungen und sogar die Aufnahme eines Programms für gegenseitige Seelsorge, das erste in der Region.

    Aber im Oktober 1999 fiel der größte Gefängnisausbruch der jamaikanischen Geschichte mit Tarifauseinandersetzungen zwischen den Sicherheits- und anderen Arbeitskräften der Gefängnisse einerseits - hier werden sie "Wärter" genannt - und der Justizverwaltung andererseits zusammen. Die Gewerkschaft der Wärter plante eine "kollektive Krankmeldung", um gegen die Schuldzuweisungen im Zusammenhang mit der Flucht zu protestieren.

    Im Gegenzug suspendierte die Verwaltung über 800 Wärter und schickte sie in "befristeten" Zwangsurlaub mit einem Viertel des Gehalts. Zur Wahrnehmung der Aufgaben der Wärter bis zur Beendigung der Auseinandersetzungen wurden Soldaten abgeordnet.

    In einer Analyse, die Neill für eine Menschenrechtsanwältin verfasst hat, die die Lage untersuchte, beschreibt der MCC-Freiwillige die Folgen dieser Ereignisse als "katastrophale Verringerung der erfahrenen Arbeitskräfte".

    Die Soldaten sind weder für die Arbeit im Gefängnis ausgebildet noch an ihr interessiert. Zudem wurden jeweils zwei Wärter durch nur einen Soldaten ersetzt.

    Zur Folge hatte dies in Neills Worten "ein Blutbad". Schon vor der Suspendierung der Wärter waren die Gefängnisse in so schlechtem Zustand, dass ein Bericht von amnesty international von 1995 massive Veränderungen forderte, um "zumindest grundlegende Menschenrechte zu sichern". Nun hat das brüchige System, in dem die Wärter wenigstens einige der schwächeren Insassen schützten, dem Chaos Platz gemacht, wo Drogenbarone und Anführer von Gangs die Schwachen, die psychisch Kranken sowie alle mit den Behörden kooperierenden Gefangenen terrorisieren.

    Innerhalb von 10 Monaten sind zwanzig Insassen von anderen Gefangenen umgebracht worden; weitere 30 bis 35 wurden schwer verletzt. In dem Bezirksgefängnis "St. Catherine District Adult Correctional Centre" bemühten sich Soldaten und die verbliebenen Wärter, bei einer Massenschlägerei wieder Kontrolle über die Lage zu gewinnen, bei der 350 bis 400 Männer verletzt wurden.

    Der Gefangene, dessen Ermordung Neill miterlebt hat, Bernard Chang, hatte den Kurs in gegenseitiger Seelsorge als Klassenbester abgeschlossen. Chang, ein fröhlicher junger Mann, der im Gefängnis Christ geworden war, hatte mangels ausgebildeter Kräfte als Hauptpfleger im Gefängniskrankenhaus Dienst getan.

    Neill und andere, die in den Gefängnissen ihr Leben riskieren, setzen sich an vorderster Front dafür ein, die Wärter wieder an ihre Arbeitsplätze zu lassen und die Menschenrechtsverletzungen, die sie täglich erleben, ins Rampenlicht der Öffentlichkeit zu bringen.

    Einen Tag nach dem Mord an Chang entschloss sich das medizinische Team, den Zwischenfall im Rahmen einer lokalen Radio-Talkshow öffentlich zu machen. Als der Justizvollzugsbeauftragte sich telefonisch in die Sendung einschaltete, forderten sie Rechenschaft von ihm.

    "Diese Talkshows sind hier das wahre Mittel zur Demokratie", so Neill. "Damit ist der Zwischenfall publik geworden."

    Das Team gab auch eine Pressemitteilung heraus. "Gefängnismediziner leisten Widerstand: Ultimatum für Rückkehr der Wärter gestellt" lautete daraufhin die Schlagzeile auf der Titelseite der jamaikanischen Tageszeitung "The Gleaner" am 8. Oktober.

    Ron Good, einer der MCC-Landesdirektoren für Jamaika, weist darauf hin, dass Neill als Ausländer mit Kritik an der staatlichen Politik ein geringeres Risiko eingeht als seine jamaikanischen Kollegen. Diese haben bereits Drohungen erhalten. Die Menschenrechtsanwältin, mit der Neill zusammengearbeitet hatte, ist nach England geflüchtet, weil sie um ihr Leben fürchtet.

    "Roger hat es geschafft, das Feuer der Rechenschaftspflicht und der Menschenrechte am Leben zu erhalten", kommentiert Good.

    Auch wenn Neill nie weiß, was der nächste Tag bringen wird, ja, noch nicht einmal, ob das medizinische Team überhaupt weiter in den Gefängnissen aktiv bleiben darf, ist er weiterhin mit Begeisterung bei der Sache.

    Neill sagt: "Ich durfte erfahren, von der Liebe Christi umgeben zu sein und in seinem Namen in diesen sehr gewalttätigen Einrichtungen Dienst tun zu können."
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    2. Vorschulkinder in Vietnam erhalten Schulutensilien

    Zur Förderung der Vorschulerziehung hat das Mennonite Central Committee für 3000 Kinder aus armen Kommunen im Bezirk Binh Xuyen - nordwestlich von Hanoi - im Alter von drei bis fünf Jahren Schulpakete bereitgestellt. "Die Kinder waren begeistert und neugierig", berichtet Fran Martens Friesen, die bei der Verteilung mitgewirkt hat. "Schon drei Stunden vorher kamen die ersten an."
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    3. Genetisch veränderte Nahrungsmittel: Auswirkungen und ethische Fragen

    Die Biotechnologie entwickelt sich derzeit mit großer Geschwindigkeit zu einem Ziel der Kritik im Bereich der Agro- und Lebensmittelindustrie. Die Fortschritte in der Gentechnik scheinen schneller voranzukommen als die Entwicklung einer christlichen Stellungnahme zu dieser Frage. Das Mennonite Central Committee hat unlängst eine Konferenz in Winnipeg ausgerichtet, bei der die Frage der genetisch veränderten Lebensmittel auf den Tisch kam.
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    4. Chor besucht syrische Christen, ein "friedliebendes Volk"

    Es war wohl der denkbar beste oder der denkbar schlechteste Zeitpunkt für eine Reise von Nordamerikaner/innen in den Nahen Osten. Während es im Westjordanland und im Gazastreifen wiederholt zu Gewaltausbrüchen zwischen Israelis und Palästinensern kam und in der gesamten Region die Spannungen zunahmen, traf die "Mennonite Choir Tour 2000" mit 22 Mitgliedern am 3. Oktober in der Region ein, um 10 Tage in Syrien zu verbringen und auch Palästina und Jordanien zu besuchen.
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    5.Verzweifelte Suche nach Gerechtigkeit

    Von LeAnn Friesen

    GAZA CITY, Palästina. - Wieder einmal hat die Verzweiflung ein unterdrücktes Volk dazu gebracht, auf der Suche nach Gerechtigkeit zuzuschlagen. Ich war am Donnerstagmorgen gerade unterwegs zu einem Partner des Mennonite Central Committee (MCC) und musste wie gewöhnlich im Taxi warten, bis es mit Fahrgästen gefüllt war. Ich unterhielt mich mit dem Fahrer, der vor zwei Monaten aus einem arabischen Nachbarland nach Gaza gekommen war. Inzwischen fragt er sich, ob es die richtige Entscheidung war, nach Gaza zu ziehen.

    "Zu Hause war es viel besser. Hier ist die Lage wirklich schlimm", sagte er mir. "Wir können nicht durch Gaza fahren, ohne vom israelischen Militär angehalten zu werden, das unsere Lizenz sehen will. Wenn man keine hat, wird man festgenommen. Was soll ich tun? Es gibt so viele Arbeitslose, weil für die Palästinenser die Grenzen dichtgemacht worden sind." Hier brach unser Gespräch ab. Das Taxi füllte sich und wir fuhren los in den südlichen Teil von Gaza.

    Nach etwa einer halben Stunde Fahrt gab es mit einem Mal eine Explosion, die das ganze Auto erschütterte. Instinktiv duckten wir uns. Dann hob ich vorsichtig meinen Kopf, um aus dem Fenster zu spähen, und sah auf der anderen Straßenseite am Posten des israelischen Militärs Rauch aufsteigen. Trümmerteile segelten durch die Luft. Ich legte meinen Arm um eine ältere Frau neben mir, die am Rande der Hysterie war, und versuchte, sie zu beruhigen. Mein Arabisch ist noch nicht gut genug, um zu verstehen, was sie sagte, aber ich konnte es mir denken. Während sie betete und stöhnte, schaute sie mir in die Augen, in der Hoffnung auf eine Antwort. Ich wusste auch keine.

    Das Auto hielt nicht an. Wir fuhren weiter zu unserem Ziel, als ob die Explosion nur ein Hindernis an einem Tag voller Termine gewesen sei. Dann stiegen wir aus und gingen alle unserer Wege. Als ich an dem Kindergarten im Flüchtlingslager Tel el-Sultan ankam, bei dessen Renovierung das MCC mitwirkt, erzählte ich den Leiter/innen, was passiert war. Sie stellten sofort das Radio an. Sie berichteten mir, dass es ein Selbstmordattentat gewesen war, das von einem Radfahrer verübt wurde. Nur der Attentäter war ums Leben gekommen. Sie senkten ihre Köpfe bei dem Gedanken, dass schon wieder ein Mensch sein Leben verloren hatte. Wir sprachen über die Unruhen, die im Gazastreifen und im Westjordanland nun schon beinahe einen Monat lang anhielten, und gingen dann zur Tagesordnung über.

    Als es Zeit zur Abfahrt war, wurde ich zum Taxistand für Überlandfahrten gebracht. Mir wurde mitgeteilt, dass die Straßen gesperrt waren. Ich sollte warten, bis sie wieder freigegeben würden. Ich ging ins Wartezimmer eines Arztes in Rafah, um dort zu warten. Der leitende Mitarbeiter dort holte einen Papierstoß aus seiner Schublade und legte ihn auf den Tisch. Er erzählte mir, dass es sich um Anträge auf Visa für Kanada handelte. Dann fragte er mich, Hoffnungslosigkeit in der Stimme: "Was meinen Sie, nach dem, was Sie heute erlebt haben - was soll ich tun? Soll ich sie ausfüllen oder nicht?" Obwohl ich ihm keine Antwort geben konnte, zeigte mir seine Frage erneut die Frustration und Hilflosigkeit, die hier überall präsent ist.

    Nach zwei Stunden wurde ich in ein UN-Fahrzeug geladen, das schon voller Menschen war, die das Flüchtlingslager verlassen wollten. Wir fuhren durch Orangen- und Olivenhaine, um die Straße zu umgehen, auf der sich die Explosion ereignet hatte. Ein Palästinenser im Auto fragte mich, ob ich wüsste, was heute passiert war. Ich erwiderte ihm, dass ich die Explosion gesehen hätte. Dann fragte ich ihn, warum man es auf das Leben anderer Menschen absieht. Er antwortete: "Da fragen Sie noch? Die haben so viele von unseren Leuten, von unseren Kindern umgebracht. Wir wollen nur Gerechtigkeit."

    Diese Antwort überraschte mich nicht. Die israelische Besetzung ist eine schwere Last für die Palästinenser. Sie sind frustriert über die Gleichgültigkeit der Welt. Dutzende von Palästinensern sind von israelischen Soldaten getötet worden, Tausende weitere verletzt. Das kommt zu den täglichen Landbeschlagnahmungen, der Ausweitung illegaler Siedlungen und der Einschränkung der Bewegungsfreiheit, die für das Leben unter der Besatzungsmacht typisch sind. Dennoch hüllt sich die Welt größtenteils in Schweigen.

    Die Frustration über diese Gleichgültigkeit provoziert Verzweiflungsakte wie zum Beispiel Selbstmordattentate, die wiederum zu noch schärferen Maßnahmen der israelischen Seite führen. Nun kann zum Beispiel der Gazastreifen, der ohnehin schon ein "großes Gefängnis" für eine Million Palästinenser darstellt, von der israelischen Armee unter Umständen in zwei Teile geteilt werden, womit die Bewegungsfreiheit aufgehoben würde und die Wirtschaft massive Einbußen hinnehmen müsste. Was passiert mit dem Taxifahrer und den vielen Menschen in ähnlicher Situation, wenn eine solche Teilung innerhalb von Gaza selbst verhängt wird?

    Für mich, die ich noch nie unter einer Besatzung gelebt habe, ist es schwer, die Erniedrigung und hilflose Wut nachzuvollziehen, die einen Menschen dazu bringen, zum Selbstmordattentäter zu werden. Meine Frage, warum ein Mensch zu Tode kommen muss, verliert sich im verzweifelten Kampf um Gerechtigkeit.
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    Übersetzung: cof

MCC-Nachrichten 20. Oktober 2000

    1. Gerichtsverfahren in Haiti stärkt die Hoffnung auf Gerechtigkeit

    Dass unlängst der Polizeipräsident von Port-au-Prince im Zusammenhang mit einem Massaker an elf Personen verurteilt wurde, gibt den Menschenrechtsaktivist/innen in Haiti Grund zu vorsichtigem Optimismus. Eine MCC-Freiwillige, die sich für eine Justizreform eingesetzt hatte, erinnert sich daran, wie sie mit diesem Fall zu tun bekam.
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    2. Projekte im Gefolge des Wirbelsturms stärken Zusammengehörigkeitsgefühl in El Salvador

    Vom MCC geförderte Wiederaufbauarbeiten nach dem Hurrikan "Mitch" in einer vergessenen Ortschaft in El Salvador haben nicht nur materielle Verbesserungen mit sich gebracht. Mit den besseren Straßen und Entwässerungssystemen haben die Menschen von La Linea auch ein stärkeres Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt.
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    3. Das neue Theaterstück "Torba" erzählt vom Schicksal von Balkanflüchtlingen

    MCC-Mitarbeiterin Amy Gopp hat ihrer alten Freundin Ingrid DeSanctis, Stückeschreiberin und Lektorin für Theaterwissenschaft an der Eastern Mennonite University (EMU) in Harrisonburg/Virginia, ihre Geschichten erzählt. DeSanctis hat daraus ein Theaterstück mit dem Titel "Torba" gemacht - zu Deutsch "Tragetasche". Das neue Stück beruht auf den Erfahrungen Gopps auf dem Balkan und befasst sich vor allem mit den Freundschaften, die sie dort mit Flüchtlingen geschlossen hat.
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    4. Ein mutiger Akt in der Belgrader Revolution

    Dan und Evanna Hess

    LANCASTER/Pennsylvania. - Als wir Anfang September Belgrad verließen, nahmen dort die Spannungen und die Angst zu, und ebenso das Gewaltpotenzial. Während die Oppositionsparteien sich um die Aufrechterhaltung der Einheit mühten, war die allgemeine Stimmung von Gleichgültigkeit geprägt. Diese Wahl, so befürchtete man, würde ja doch nur wieder eine gezinkte Veranstaltung.

    Stattdessen erschienen die Ereignisse nach der Wahl geradezu wundersam. Während der Massendemonstrationen am 5. Oktober in Belgrad ereignete sich ein wirklicher Wandel. Ein unterdrückerisches Regime, das einst unüberwindlich schien, wurde gestürzt.

    Neben den Massendemonstrationen gab es auch kleinere Szenen, die für die Entwicklung einer Nation und das Wiederheilwerden eines Volkes nicht weniger wichtig, aber sehr riskant waren.

    Lazar Lalich leistete schon seit Jahren auf leise Art Widerstand gegen die jugoslawische Regierung unter Slobodan Milosevic. Seine Medien sind die Nachrichtenanalyse und Dokumentarfilme, die ihre Stimme gegen das korrupte Milosevic-Regime erheben.

    Lalich hat sich auch schon auf sichtbarere Weise widersetzt, indem er an Demonstrationen teilnahm, die zuweilen von der Polizei brutal unterdrückt wurden. Seine Frau und seine Tochter haben miterlebt, wie er von Polizisten geschlagen wurde.

    Lalich ist der Onkel von Marijana Ajzenkol, der Gründerin und Leiterin des Interreligiösen Zentrums in Belgrad/Jugoslawien. Das Mennonite Central Committee (MCC) unterstützt das Zentrum.

    Als die Demonstrationen am 5. Oktober losbrachen und schließlich zum Sturz der Milosevic Regierung führten, war Lalich Teil der Menge. Seine Wohnung liegt nur wenige Straßenzüge vom Parlamentsgebäude entfernt, wo sich die dramatischsten Szenen abspielten.

    Im Zuge der abebbenden und anschwellenden Demonstrationen im Laufe des Tages veränderte sich die Rolle der Polizei - von Angreifern zu Angegriffenen. Als Lalich das sah, wurde er aktiv.

    Er wusste, wie es ist, wenn man bei solcher Straßengewalt auf der Opferseite steht. Sein Ziel war es, so viele Menschen wie möglich zu schützen. In einem gewagten Schritt führte er eine Gruppe von 15 Polizisten in Uniform die Straße hinunter in seine Wohnung, in Sicherheit.

    Diese Tat blieb von den anderen Demonstranten nicht unbemerkt. Zehn Jahre Unterdrückung unter Milosevic haben bei vielen Menschen den Wunsch nach Rache hinterlassen, den Wunsch, die uniformierten Vertreter des Regimes zu schlagen oder womöglich umzubringen.

    Eine Menschenmenge kam zu Lalichs Tür und forderte Zugang zu den Polizisten. Lalich blieb fest. "Ich bin selber schon geschlagen worden", erklärte er, "und ich werde keine weiteren Schläge zulassen."

    Mit Hilfe seiner Familie und einiger Freunde konnte Lalich die Menge daran hindern, in seine Wohnung einzudringen. Nachdem sich die Menge aufgelöst hatte, zogen die Polizisten ihre Uniformen aus. In von Lalich geliehenen Kleidungsstücken gingen sie nach Hause.

    Die Welt schenkt Fällen von Gewalt und Rache großes Augenmerk. Taten wie die von Lazar Lalich bleiben oft unbemerkt und finden keinen Platz in den Fernsehnachrichten. Aber es sind gerade diese Taten, die Ausdruck von dem geben, was richtig ist, vom unverrückbaren Eintreten für einen Grundsatz und von der Hoffnung für die Zukunft.

    Dan und Evanna Hess aus Lancaster/Pennsylvania haben unlängst ihren MCC-Einsatz beendet, der sie nach Russland, Albanien und Serbien geführt hat.
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    5. Hochwasser verursacht Schäden in Indien, Kambodscha und Vietnam

    Überflutungen entlang des Mekong in Kambodscha und Vietnam sowie entlang des Ganges und des Hooghly in Indien haben Wohnhäuser und Straßen beschädigt und Ernten zerstört. Das Mennonite Central Committee (MCC) stellt für Nothilfe in diesen Gebieten insgesamt 270 000 US$ bereit.
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    Übersetzung: cof

MCC-Nachrichten 6. Oktober 2000

    1. In Palästina reagiert MCC mit medizinischer Versorgung, Aufruf zum Gebet

    Von Rick Fast, anhand von Berichten von Alain Epp Weaver

    WINNIPEG, Man. - Als es Anfangs Oktober zu Gewaltausbrüchen zwischen Palästinensern und Israelis kam, überfielen Gefühle der Traurigkeit, Frustration und Wut die Mitarbeiter von MCC und ihre Partner.

    "Wenn unsere Kinder getötet werden, was gibt es denn da noch zu hoffen?", fragte ein palästinensischer Freund von James und LeAnn Friesen, MCC-Arbeiter in Gaza.

    Die Gewalt folgte auf den provokativen Besuch des ehemaligen israelischen Verteidigungsministers Ariel Sharon, im Haram al-Sharif (Noble Sanctuary) in Jerusalem am 28. September. Sharon, der dienstinhabend war und als verantwortlich gilt für das Massaker von palästinensischen Flüchtlingen in den Lagern Sabra und Shatila während dem Krieg 1982, betrat das Jerusalemer Heiligtumshaus zum Dome of the Rock und der al-Aqsa Moschee. Sharon stiess auf palästinensische Protestanten, die Waffen benutzten, um seinen Eintritt in einige Teile des Gebäudes zu verhindern.

    Die israelische Armee antwortete mit Gewalt und tötete einige Palästinenser und verletzte viele mehr. Während der darauffolgenden Tagen, veranstalteten Palästinenser in der Westbank, im Gazastreifen, in Ostjerusalem und sogar in Israel Märsche, um gegen Israels unaufhörliche Vergewaltigung der humanitären und nationalen Rechte des palästinensischen Volkes zu protestieren. Bis am 4. Oktober wurden etwa 70 Menschen getötet und mehr als 2000 verletzt.

    "Bis zum heutigen Zeitpunkt sind die freiwilligen Mitarbeiter von MCC Nordamerika in Sicherheit", sagte Janet M. Janzen, Vizedirektorin der Middle East Programs von MCC. "Unglücklicherweise sind die lokal angestellten Mitarbeiter in Palästina nicht sicher und leben in ständiger Angst und ständigem Stress."

    MCC hat $30'000 Cdn/$20'000 U.S. als Nothilfe zur Verfügung gestellt, die zum Kauf von medizinischer Versorgung gebraucht wird. Janzen sagte, dass, falls nötig, noch mehr finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt würden.

    Alain Epp Weaver, Vizevertreter des Landes Palästina sagte, MCC und andere internationale Organisationen überlegen sich eine angemessene Reaktion. Freiwillige haben zusammen mit tausenden von Palästinensern Blut gespendet an Spitäler mit Mangel an Personal und mangelnder Ausrüstung, die von der Anzahl der Unfälle überwältigt wurden.

    Epp Weaver sagte, die Freunde von MCC und Partnern fühlten Traurigkeit wenn sie an die verlorenen Leben dächten. Besonders herzzerbrechend waren der Tod von mehreren Kindern, darunter Muhammad al Dura, der hinter seinem Vater kniete und versuchte, sich vor einem Hagel israelischer Schüsse zu verbergen.

    "Frustration und Wut kommen auch auf, wenn man an den zögernden Friedensprozess denkt, der Gerechtigkeit versprach, anstelle aber die israelische Besetzung bestärkt hat, mit einer palästinensischen Obrigkeit, die allgemein als ineffizient und korrupt wahrgenommen wird und mit der internationalen Gemeinschaft mit ihrer Gleichgültigkeit gegenüber dem Leiden der Palästinenser", sagte Epp Weaver. Er sagte, dass die israelische Regierung den palästinensischen Protest so darstelle, als sei er von oben diktiert, von der Obrigkeit der Palästinenser. "Die Wahrheit hingegen ist, dass sechs Jahre Ärger und Frustration ob einem Friedensprozess, der palästinensische Enteignung legitimiert, ausbrechen."

    "Es ist ein Massaker", sagte Alex Awad, ein Professor am Bethlehem Bible College, das einen Häuserblock weit von Bethlehems nördlichem Kontrollpunkt, wo Zusammenstösse zwischen protestierenden Palästinensern und israelischen Truppen stattfanden, entfernt liegt. Das College hat vorübergehend seine Türen geschlossen aus Protest und Trauer.

    "Zusammen mit unseren palästinensischen Partnern und Mitarbeitern, sind die MCC-Mitarbeiter von Traurigkeit befallen und bitten, dass die Mennonite- und Brethren in Christ-Kirchen in Nordamerika mit uns beten für ein Ende der Gewalt und für Gerechtigkeit, ohne die Frieden zwischen Israelis und Palästinensern nie stattfinden kann", sagte Epp Weaver.
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    2. 45 nehmen an der September-Orientation von MCC teil

    Fünfundvierzig Leute nahmen an der Orientation teil, die vom 5. - 15. September hier im MCC-Haupsitz stattfand. Zweiundzwanzig beginnen ihre Arbeit Übersee, und dreiundzwanzig beginnen eine Arbeit in Nordamerika.
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    Übersetzung: rg

MCC-Nachrichten 22. September 2000

    1. MCC wird ein internationaler Preis verliehen.

    An einer Pressekonferenz in Winnipeg, gab die St. Boniface General Hospital Research Foundation bekannt, dass MCC der Empfänger ihres internationalen Preisverleihs 2000 sei. "Diese Auszeichnung ehrt den starken Sinn fürs Dienen, tausender Freiwilliger, die in den letzten 80 Jahren mit MCC gearbeitet haben", sagte Ron Mathies, Exekutivdirektor von MCC. Frühere Preisträger sind Jimmy Carter, Mutter Theresa, u.a.
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    2. Täuferische Organisationen von Südamerika treffen sich, um über Ideen in der Kinderarbeit auszutauschen

    "Als Leiter von Programmen, haben wir oft zu wenig Gelegenheit in Südamerika, uns mit Professionellen auf unserem Gebiet zu treffen", sagt Zorrilla, eine MCC-Mitarbeiterin, der als PRONATS-Mitkoordinatorin arbeitet. "Diese spezifische Gruppe teilte eine tiefe Kameradschaft und einen Zusammenhalt, dank ihrer Verbundenheit mit der Kirchentradition der Täufer."
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    3. Die Mennonitische Konferenz auf Java vereint sich wieder

    In einem so genannten "Great Meeting" der Mennonitischen Konferenz Javas (GITJ) im August, versöhnten sich die Vertreter von zwei rivalisierenden Splittergruppen, nach mehreren Jahren der Uneinigkeit. "Teilnehmer bezeugten ein aussergewöhnliches Schmelzen der Herzen und der Gesinnungen, in der abschliessenden Sitzung", berichtete Lawrence Yoder, Missiologe am Eastern Mennonite Seminary in Harrisonburg, Virginia. Seit sich die GITJ 1996 gespalten hatte, haben verschiedene Parteien versucht, die Differenzen zu lösen, darunter auch Leiter von benachbarten Synoden, die indonesische Gemeinschaft der Kirchen und andere.
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    5. Teilnahme von Jungendlichen und Ideenaustausch als Höhepunkte der Kriegskinder-Konferenz

    An einer kürzlich abgehaltenen internationalen Konferenz über kriegsgeschädigte Kinder wollte man möglichst direkt von den Kindern hören, die am meisten vom Krieg betroffen sind, um Wege zu finden, wie man ihr Leben verbessern könnte. Aussenminister verabschiedete eine Tagesordnung mit 14 Punkten für kriegsbetroffene Kinder, die unter anderem die Freilassung von Kindersoldaten, einen Stop der Waffenzufuhr und verstärkte Rechenschaft beinhaltet.
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    6. Die neue somalische Regierung nimmt Gestalt an

    Dies ist eine gemeinsame Veröffentlichung von Eastern Mennonite Missions und Mennonite Central Committee

    NAIROBI, Kenya - "Ich bin begeistert und zuversichtlich ob der neuen somalischen Regierung und bete weiterhin jeden Tag", sagte Bertha Beachy, die der Eastern Mennonite Mission und dem Mennonite Central Committee (EMM/MCC) Somalia-Büro in Nairobi, vorsteht.

    Während mehr als neun Jahren hat Beachy beobachtet, wie die Hoffnung auf Frieden in der Region stieg und wieder zerbrach. Während dem vergangenen Jahrzehnt war Somalia praktisch ein Staat des Anarchismus, ohne zentrale Regierung.

    Als im Frühjahr dieses Jahr, im April und Mai, die Hoffnungen auf Frieden und eine neue Regierung stiegen, rief Beachy die Kirche zu speziellem Gebet auf. Währenddessen koordinierte Guelleh, Präsident des benachbarten Djibouti, einen neuen Friedensprozess.

    Im April kamen die traditionellen und religiösen Ältesten von einflussreichen Clans in Arta, Djibouti an, um Gespräche zu führen. Im Mai begann die Arbeit erst richtig, mit den über 2000 Abgeordneten der zahlreichen somalischen Splittergruppen und Vermittler, die mit dabei waren. Die Gespräche gipfelten in einer dreijährigen Übergangsverfassung, der Wahl von 245 Parlamentariern und der Wahl Abdiqassim Salad Hassans als neuen Präsidenten Somalias.

    Dann, am 30. August, kam der neue Präsident in Mogadischu, Somalia, von Djibouti an, begleitet von 90 der Parlamentarier. Mehr als 100.000 Somalier begrüssten die neuen Leiter mit Spruchbändern, der ehemaligen somalischen Flagge und mit Liedern aus der 1960er Unabhängigkeitsära. Es fiel kein einziger Schuss!

    Der neue somalische Präsident nahm am Millenniumstreffen der Vereinten Nationen teil und versicherte den Versammelten, dass ein demokratisches Somalia ein starkes Mitglied wäre. Somit war Somalia zum ersten Mal seit zehn Jahren an den UNO präsent.

    "Wird es funktionieren?", fragte sich Beachy. "Manche fürchten Blutvergiessen, aber viele Menschen haben den Willen zu arbeiten, weil sie eine Zukunft für ihre Kinder wollen. Am meisten Hoffnung finde ich in den Überzeugungen und Handlungen der Frauen, die dafür kämpften, dass sie zu Essen auf dem Tisch hatten. Etliche haben auf die eine oder andere Art Friedenstraining mitbekommen."

    Seit sie 1994 Somalia wegen politischen Unruhen verlassen haben, haben EMM- und MCC-Mitarbeiter von einem Büro in Nairobi aus gearbeitet, um traditionelle Friedenskonferenzen für Älteste und Frauen zu ermöglichen, im Bereich Ausbildung und Flüchtlinge behilflich zu sein und um den Kontakt zu Freunden aus der Vergangenheit aufrechtzuerhalten.
    "Bitte betet weiterhin für die neue Regierung in Somalia und für Frieden in der Region!", sagte Beachy. "Wir haben einen schweren Weg vor uns, aber wir sind voller Hoffnung nach einem Jahrzehnt der Anarchie. Gott kann helfen Dinge zu verändern, die niemand sonst verändern kann."

    Jewel Showalter (Redakteurin bei Eastern Mennonite Missions.)
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    8. Jubiläumsausgabe des Kochbuches "More-with-Less Cookbook" zum 25. Jubiläum

    Wenn abgenutzte Kochbücher davon zeugen, wie sehr sie geliebt und gebraucht werden, muss das "More-with Less Cookbook" für viele Menschen ein alter Freund sein. Nun wurde die Jubiläumsausgabe zum 25. Jubiläum herausgegeben und ist beim Herald Press-Verlag erhältlich. Zusätzlich zu den originalen Rezepten und Kommentaren über die Ernährungsbedürfnisse in der Welt und über das Leben unter einfachen Umständen, wurden dem Buch Kommentare der Köche und Leser hinzugefügt. entwickelte.

    Die Jubiläumsausgabe des Kochbuches "More-with-Less Cookbook" enthält aktualisierte Ernährungslehre, Anekdoten und Tips von Köchen, die diese Rezepte ausprobiert und nach Lieblingsrezepten ausgewählt haben.
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    4. Palästinensische Studenten bringen Kummer und Bestimmung in einem Theater, das sie schreiben halfen, zum Ausdruck

    Das Jahr, das Trent Wagler, ein junger Theaterstudent aus Kansas, als Lehrer in Gaza verbrachte, war für ihn eine Offenbarung. Als Teil seiner Arbeit als Englischlehrer in der katholischen Schule in Gaza, leitete Wagler seine Studenten in Theaterübungen und journalistischen Aktivitäten, die er dann zu einem Theaterstück mit dem Titel "Voices of Freedom" (Stimmen der Freiheit) entwickelte.
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    Übersetzung: rg

MCC-Nachrichten 25. August 2000

    1. Wiedergutmachende Rechtsprechung zieht nach Russland

    MOSKAU - Nach sieben Jahrzehnten des Kommunismus, der Arbeitsstelle und Wohnung garantierte, ist Russlands Wirtschaft zusammengebrochen. Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit, Alkoholismus und der Gebrauch von Drogen sind drastisch angestiegen.

    Eine wachsende Anzahl von Kindern werden verwahrlost und verlassen. Russische Gemeinden sind schlecht darauf vorbereitet, mit dieser Situation umzugehen. Der ganze Bereich der Sozialarbeit, wie sie im Westen bekannt ist, ist erst gerade im Aufbau, und Russland hat noch kein separates Jugendgerichtssystem.

    Laut russischen Gerichtsstatistiken sind kriminelle Verurteilungen von 16- und 17-jährigen, prozentual höher, als in jeder anderen Altersgruppe. Mehr als die Hälfte der Jugendlichen, die ins Gefängnis kommen, wurden wegen Diebstahl und nicht etwa wegen gewalttätigen Verbrechen, verurteilt.

    "Partnership for Restorative Justice in Russia", eine gemeinsame Bemühung des Public Center for Legal and Judicial Reform (PCLJR) in Moskau und des Mennonite Central Committee (MCC), führt Richter, Staatsanwälte, Polizisten, zivile Organisationen, religiöse Leiter und Erzieher zusammen, um die Philosophie und Praxis von wiedergutmachende Rechtsprechung einzuführen und um Programme der Versöhnung Opfer-Täter in ausgewählten russischen Städten zu beginnen.

    "Durch die Zusammenarbeit in ihren Gemeinden, können diese Gruppen und Einzelpersonen dazu beitragen, das soziale Gefüge, das durch spezifische Verbrechen zerstört wurde, wieder aufzubauen", sagt Steve Hochstetler Shirk, MCC-Vize-Repräsentant des Landes in der ehemaligen Russischen Union.

    MCC arbeitet seit 1997 zusammen mit dem PCLJR. Ein Pilotprojekt in Moskau hatte in der Folge 40 abgeschlossene Vermittlungsfälle und verbesserte die Beziehungen zwischen lokalen Organisationen und Staatsstrukturen.

    Im August leitete EMU-Professor Howard Zehr ein Einführungsseminar in der Stadt Dzerzhinsk, westlich von Nizhnyi Novgorod.
    Während einer Vorlesung von Zehr, erwähnten Jugendarbeiter, wie ein Polizist auf provozierende und beleidigende Art Teenager in ihrem Zentrum für Jugend aus zerrütteten Familien, behandelte. Während ein Polizist dem zustimmte, dass ein solches Verhalten unprofessionell und unangebracht ist, machte ein anderer klar, dass es frustrierend sein kann, sich mit Teenagern abzugeben, die wiederholt Verbrechen begehen und dass Polizisten in solchen Situationen ihr Bestes zu tun versuchen.

    Schliesslich kamen dadurch beide Parteien zum Schluss, dass sie alle mit denselben Frustrationen zu kämpfen haben. Was als eine Konfrontation begann, endete in einem konstruktiven Dialog.

    Rustem Maksudov vom PCLJR berichtete, dass ein Schlüsselresultat "der Wunsch von gerichtsvollstreckenden Ämtern danach, Polizisten in Techniken der Versöhnung zu unterrichten", war.

    Es wurden auch Unterrichtsmaterial und Quellen erstellt, unter anderem ein russisch-sprachiges Sozialwerk-Textbuch für wiedergutmachende Rechtsprechungprogramme und eine Internetbibliothek mit wiedergutmachende Rechtsprechungmaterial auf Russisch und in anderen Sprachen.

    Durch ein Übereinkommen mit EMU, wird "Partnership for Restorative Justice in Russia" von der U.S. Agency for International Development (USAID) gegründet, durch das Sustaining Partnerships into the Next Century-Projekt (SPAN), verwaltet vom International Research & Exchanges Board (IREX). [Anmerkung des Verfassers: Laut den Inhalten des verabschiedeten Übereinkommens, muss jede Veröffentlichung dieses Programms die oben erwähnte Aussage enthalten.] Zusätzliche Unterstützung wird durch MCC gegeben.
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    2. Syrische Christen feiern die Wiederkehr von alten Traditionen

    Seit August dieses Jahres haben die Christen von al-Jezira in Syrien wieder ein Kloster. Das Kloster St. Mary wird nicht nur ein Ort der Anbetung, des Gebets und der Zuflucht, sondern auch ein Zentrum für soziale Dienste an der Gemeinde sein. Das Kloster besitzt einen Computerraum und drei Unterrichtsräume für Sprach- und Berufsausbildung. MCC Syrien hat ein Stipendium für das Berufsausbildungszentrum gwährleistet und MCC-Pesonal wird an den Sommersitzungen im Ausbildungszentrum beteiligt sein.
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    3. 37 junge Leute beginnen einjährige Intermenno-Zeiten in Europa

    Siebenunddreissig junge Leute aus der USA und Kanada haben ein Jahr in Europa begonnen, als Teil des Intermenno-Trainee-Programmes. Sie haben das Jahr mit einer Orientierung am 17. August in einem Konferenzzentrum in Toronto, Ontario, begonnen.
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    4. 34 nehmen an der MCC SALT-Orientierung teil

    Vierunddreissig Leute haben an einer SALT-Orientierung teilgenommen, die im Mennonite Central Committee-Hauptquartier vom 18.-25. August stattgefunden hat. SALT ist ein einjähriges MCC-Programm für junge Erwachsene, die daran interessiert sind, Übersee zu leben, lernen und arbeiten.
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    Übersetzung: cof

MCC-Nachrichten 25. August 2000

    1. MCC-Vertreter erhalten ungewöhnliche Einblicke in christliches Leben in Myanmar (Burma)

    "Die theologischen Ausbildungsstätten sind voll belegt und wachsen noch", so Zimmerman, "da sie die einzige Bildungsmöglichkeit neben der Militärausbildung darstellen. Die Bildung der Jugendlichen ist eindeutig eines der Hauptanliegen der Gemeinden."
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    2. Umfangreiche Investitionen und Entwicklung sind entscheidend zur Überwindung des Leidens im Irak

    Anlässlich des zehnten Jahrestages der Irak-Sanktionen hat das MCC-Büro bei den Vereinten Nationen den UN-Sicherheitsrat dazu aufgefordert, deutliche Schritte zur Überwindung des Leidens der Zivilbevölkerung in diesem Land zu unternehmen. In einem Brief vom 2. August 2000 schreiben das MCC und fünf weitere Mitglieder der "Iraq Working Group of Non-governmental Organizations" (Irak-Arbeitsgruppe nichtstaatlicher Organisationen): "Der Niedergang der irakischen zivilen Infrastruktur ist so weit fortgeschritten, dass er sich nur durch umfangreiche Investitionen und Entwicklung überwinden lässt."
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    3. Der Kredit meines Lebens

    Von Bradley Siemens

    Bangkok/Thailand. - Buasai Soipet weint jedes Mal, wenn Jumroen sie besucht. Buasai ist eine aidskranke alleinerziehende Mutter und lebt in Armut. Sie wird in den nächsten Jahren sterben und nicht miterleben, wie ihr vierjähriger Sohn heranwächst. Aber das ist nicht der Grund ihrer Tränen.

    Sie weint, weil Jumroen Yaichid, Manager beim "Occupational Loan Fund" (Beschäftigungs Kreditfonds) der Stiftung "Thai Concern Foundation", ihr die Möglichkeit gegeben hat, die Zukunft ihres Sohnes abzusichern, und ihr die Selbstachtung geschenkt hat, die ihr verbleibende Zeit mit dem Kind zu genießen.

    Während sie sich die Tränen aus dem Gesicht wischt, erklärt sie: "Ich hätte nie geglaubt, dass sich jemand so um mich sorgen würde. Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass ich nicht nur mir selbst und meiner Familie, sondern auch noch einem anderen Menschen, der in der gleichen Lage ist wie ich, helfen kann."

    In keinem Fall sind die Familien der nahezu einen Million HIV-positiven thailändischen Bürger/innen glücklich über die Lage, vor die sie von der Krankheit gestellt werden. Aber für Familien, die in Armut leben, bringt die Krankheit noch größere Finsternis in eine ohnehin bedrückende Situation. Die "Thai Concern Foundation" bietet diesen benachteiligten Bevölkerungsgruppen mit ihrem Projekt "Occupational Loan Fund" eine Hoffnung.

    Dr. Amnuay Tapingkae, Rektor des "Far Eastern College" in Chiang Mai und Vorstandsvorsitzender der "Thai Concern Foundation", erläutert die Motivation der Stiftung für ihre Arbeit mit unterprivilegierten Bevölkerungsgruppen: "Bei 'Concern' (hier als "engagiertes Interesse" zu übersetzen, d. Übers.) geht es um eine Mischung aus Mitgefühl mit Mitmenschen, die leiden, und der Sorge um das gesellschaftliche Gesamtgefüge. Seine Majestät der König hat durch sein Beispiel und seine gnädigen Worte alle Bewohner Thailands aufgefordert, ihr Denken und Handeln im Sinne des Gemeinwohls zu verändern.
    Wir erkennen unsere Solidarität mit und Beziehung zu Menschen, die in zunehmend schwierigen Umständen gefangen sind. Sie gehören zu uns."

    Der "Occupational Loan Fund" fördert kleine einkommensschaffende Projekte, die von armen Einzelpersonen und Familien, die von Aids betroffen sind, durchgeführt werden.

    Das Projekt, das derzeit von der australischen Entwicklungshilfebehörde AusAID (Australian Agency for International Development) finanziert wird, stellt bedürftigen Empfänger/innen in den Klong Toey-Slums in Bangkok sowie in den ländlichen Gegenden der Provinzen Chiang Mai, Chiang Rai, Khon Kaen und Phayao zinslose Kredite zur Verfügung. Die Darlehensnehmer/innen brauchen keine Sicherheiten zu stellen, müssen aber mehrere Bürgen und Zeugen benennen, um einen Kredit zu erhalten.

    Daran zeigt sich schon, dass das Schwergewicht des "Occupational Loan Fund" von altbewährten Geschäftspraktiken abweicht, die solche Kredite ja als schlechte Finanzinvestitionen betrachten würden. Aber eben darum geht es, denn eines der Leitprinzipien des Programms besteht darin, denjenigen Hilfe und Hoffnung zu bieten, die so etwas nicht selbstverständlich von der Gesellschaft bekommen.

    Jumroen fasst es wie folgt zusammen: "Diese Familien stehen vor vielen gesundheitlichen und finanziellen Problemen und unsere Kredite sollen dazu beitragen, diese Probleme zu überwinden, und sollen sie nicht noch vergrößern."

    Der Exekutivdirektor der "Thai Concern Foundation", Somchai Sirisujin, ergänzt: "Ziel des 'Occupational Loan Fund' ist es nicht, von Aids betroffenen Armen bei ihrer Geschäftstätigkeit zu helfen, sondern sie in ihrer Hoffnung auf ein menschenwürdiges Leben zu unterstützen."

    Diese menschliche Würde beruht in erster Linie auf zwischenmenschlichen Beziehungen. Die wichtigste Voraussetzung für die Gewährung eines Darlehens besteht darin, dass der/die Kreditnehmer/in die Familie beziehungsweise das soziale Umfeld informiert hat, dass er/sie HIV positiv ist, und diese Personen um Unterstützung bei der Aufnahme einer einkommensschaffenden Tätigkeit sowie bei der Rückzahlung des hierzu benötigten Kredits gebeten hat. Enge Beziehungen stehen als Grundlage des Projekterfolgs im Vordergrund.

    Wanda Chumungpan, Krankenschwester im Padet-Krankenhaus, wo zehn Kreditnehmer/innen des "Occupational Loan Fund" betreut werden, schwört auf das Verfahren.
    "Die Kunden von Jumroen können gut mit der geforderten Rechenschaftspflichtigkeit und Verantwortung umgehen. Die persönliche Nachbetreuung hilft, die Familien enger zusammenzuschweißen."

    Neben engen familiären Bindungen fördert der Fonds auch andere Aspekte eines gesunden Lebens. Ein Kredit stellt - im Gegensatz zu einem bloßen Zuschuss oder Almosen - den Verantwortungssinn wieder her. Sobald die Tätigkeit anfängt, Gewinn abzuwerfen, bekommt der Aids-Kranke das Gefühl, seine Lebenssituation, die schon aussichtslos schien, wieder in der eigenen Hand zu haben.

    Zudem erfordert die erfolgreiche Geschäftstätigkeit auch die Beteiligung von Kund/innen und in dieser Beteiligung zeigt sich eine vorher nicht da gewesene Akzeptanz. Zu erleben, dass jemand ein von ihm hergestelltes Produkt kaufen will, ist für einen Menschen mit Aids eine ungeheure Ermutigung.

    Statt dass die Tage immer düsterer und deprimierender werden, verfügen die Betroffenen über ein aufrichtiges Selbstwertgefühl und sind froh, dass sie für die Zukunft ihrer Kinder vorgesorgt haben. Wenn die Rückzahlung des Kredits fällig wird, wissen sie, dass mit dem Geld dem nächsten Menschen aus dem gleichen hoffnungslosen Kreislauf herausgeholfen wird, den Aids darstellt.
    "Das ist das Allerwichtigste", erklärt Somchai Sirisujin. "Zu erfahren, dass jemand dich liebt und sich um dich sorgt, und zu lernen, wie man andere Menschen in Not liebt und sich um sie sorgt."

    Insgesamt schenkt das Verfahren neues Leben in einer Situation, wo nur noch der Tod zu warten schien. Dieser Gedanke liegt dem "Occupational Loan Fund" zugrunde.

    Das Konzept des Fonds mag vielleicht idealistisch scheinen, aber die Träume sind nahezu vollständig gedeckt vom Erfolg des Projektes, der sich sowohl statistisch als auch in Einzelerlebnissen zeigt.

    Im Laufe seiner dreijährigen Geschichte wurden im Rahmen des Projekts bereits 75 Kredite an Einzelpersonen, Familien und Selbsthilfegruppen für Menschen mit Aids bewilligt. Nur einmal konnte ein Kredit nicht zurückgezahlt werden. In allen übrigen 74 Fällen entwickelten sich erfolgreiche Kleinunternehmen.

    Etwa 70 % der Initiativen liegen im landwirtschaftlichen Bereich - hauptsächlich Vieh- und Fischzucht. Bei den anderen Projekten handelt es sich u.a. um eine Reihe von kleinen Läden, in denen es diverse Produkte des dörflichen Bedarfs gibt, sowie um eine Fahrradreparaturwerkstatt und eine Schuhproduktion.

    Über 60 % der Kundschaft sind Frauen, die von ihren Männern angesteckt wurden, verwitwet sind und noch kleine Kinder haben. Natürlich ist der hohe Anteil zurückgezahlter Darlehen ein klarer messbarer Erfolg, aber die wichtigste Leistung des Projekts ist die Verbesserung der Lebensbedingungen jedes einzelnen Menschen.

    Pintiwa Saenkat, die von dem Fonds bei der Eröffnung eines winzigen Ladens in einer Ecke ihres Hauses unterstützt wurde, erklärt: "Ohne den Kredit hätte sich meine Gesundheit sehr viel schneller verschlechtert... Wahrscheinlich wäre ich dann schon tot."

    Neben dem materiellen Besitz, der sich mit den von Jumroen vergebenen 5000-Baht-Krediten erwerben lässt, baut Jumroen auch verbindliche Freundschaften mit allen Kreditnehmer/innen auf.
    Er bemüht sich gezielt, die Menschen dort abzuholen, wo sie sind, und plaudert mit ihnen in dem ihnen vertrauten ungezwungenen ländlichen Dialekt. Er beharrt darauf, dass es nichts zu verstecken gibt, und spricht offen über den Aidstod seines Onkels. Dieser emotionale Eindruck hat ihn zu seinem jetzigen Beruf geführt.

    In Reaktion auf diese schlichte Offenheit sprechen die Kreditnehmer/innen ihre eigenen Ängste und Sorgen an und Jumroen gibt ihnen so ehrlich wie möglich Rat. Für Jumroen zeigt sich sein Verhältnis zu den Kund/innen am besten in deren Einstellung zu ihm.
    "Sie betrachten mich nicht als Kreditsachbearbeiter, sondern als Freund. Statt sich vor mir zu verstecken, kommen sie vorbei und laden mich zu sich ein."

    Diesen Freundschaften wie auch dem messbaren Erfolg des "Occupational Loan Fund" steht die unvermeidliche Realität von Aids gegenüber. Nach allen Verbesserungen und dem Wiedererwachen der Hoffnung ist der Tod immer noch unausweichlich.

    Man sollte meinen, dass der ständige Verlust der engen Beziehungen, die er zu seinen Kund/innen aufgebaut hat, Jumroen emotional sehr zusetzen würde. Stattdessen hat er ihn den Tod sehr nah kennenlernen lassen und ihn gelehrt, das Sterben als natürlichen Teil des Lebens gelassen anzunehmen.
    "Jeden Tag sterben Menschen an allem Möglichen, nicht nur an Aids", sinniert er. "Über den Tod nachzugrübeln und sich vor ihm zu fürchten bringt nichts. Wenn man durch emotionale Verluste in Kälte erstarrt, kann man das eigene Leben nicht mehr leben."

    Diese Einstellung strahlt auch auf Jumroens Kreditnehmer/innen ab. Die meisten Familien leben in Häusern aus brüchigem Zement, unbearbeitetem Holz und Asbestdächern.

    Aber in diesen simplen Häusern leben Familien, die bald einen Todesfall erleben werden, mit vielen intensiven Gefühlen. An einem einzigen Tag besucht Jumroen die stets optimistische Pintiwa, die sagt, das Lächeln halte sie gesund, wie auch Buasai und ihre halbe Stunde dankbarer Tränen. Diese Reaktionen bestärken sein Vertrauen in den "Occupational Loan Fund" und dessen positive Auswirkungen auf Familien und Gemeinschaften.
    Dieses Vertrauen ist so fest, dass die "Thai Concern Foundation" das Projekt im kommenden Jahr aktiv ausweiten will.

    Die derzeitige Zielgruppe des Fonds umfasst u.a. die Besucher/innen der Aids-Beratungs- und Ausbildungszentren, die die "Thai Concern Foundation" in Chiang Mai, Chiang Kham (Provinz Phayao),Khon Kaen und den Klong-Toey-Slums in Bangkok betreibt.

    Diese Aids-Initiativen bieten über 2000 Aidskranken im Jahr Beratungsdienste und materielle Unterstützung. Aber natürlich gibt es auch in anderen Gemeinden und Ortschaften im ganzen Land Bedarf an beschäftigungsfördernden Krediten und an der Ermutigung, die damit einhergeht.

    Im Rahmen der Erweiterung sollen Aids-Selbsthilfegruppen ermutigt werden, eigene Rotationsfonds anzulegen, damit weiteren Personen geholfen werden kann, ohne dass auf das Beschäftigungsfonds Projekt ein großer zusätzlicher Verwaltungsaufwand zukommt.

    Zudem wird der Fonds wohl im Laufe des kommenden Jahres von zinslosen Krediten auf ein mittleres Zinsniveau umgestellt. Damit soll das Kapital des Kreditfonds erhöht werden, was dann wieder mehr Menschen Unterstützung ermöglicht.

    Außerdem sollen im Laufe dieses Jahres noch Broschüren gedruckt werden, die den Erfolg und die Methoden des Projekts beschreiben. Diese Veröffentlichungen werden andere zum Thema Aids arbeitende Nichtregierungsorganisationen dazu anregen, ähnliche Dienste in anderen Teilen Thailands ins Leben zu rufen.

    Jumroen selbst wird als Ansprechpartner für alle Gruppen bereitstehen, die gerne ähnliche Rotationsfonds für Darlehen einrichten möchten.
    Wenn diese Bemühungen fruchten und weitere Organisationen eigene Rotationsfonds aufbauen, können aidskranke Arme im ganzen Land Hoffnung schöpfen und erhalten die Chance auf ein erfülltes Leben.

    Wenn ihre Kinder heranwachsen, werden sie über Mittel zum Schulbesuch verfügen und gute Erinnerungen an Eltern haben, die in ihren letzten Lebensjahren wirklich gelebt haben.

    Anmerkung der Redaktion: Die englischsprachige Originalfassung dieses Artikels erschien am 18. Juli in der "Bangkok Post". Bradley Siemens, Teilnehmer am SALT-Programm, beschreibt darin die Arbeit der MCC-Partnerorganisation "Occupational Loan Fund" (Beschäftigungs-Kreditfonds). Wir bringen den Artikel mit freundlicher Genehmigung der Bangkok Post.
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    4. 64 junge Erwachsene beginnen ihren Einsatz im "Trainee"-Programm in Kanada und in den USA

    64 junge Menschen aus 27 Ländern nehmen am "International Visitor Exchange Program" (IVEP) des Mennonite Central Committee teil, im deutschsprachigen Raum auch als "Trainee-Programm" bekannt. Das IVEP-Jahr 2000/2001 begann mit einer Einführungskonferenz in der Mennonitengemeinde Blooming Glen (Pennsylvania) vom 29. Juli bis zum 4. August.
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    Übersetzung: cof

MCC-Nachrichten 26. Mai 2000

    1. Ein MCC-Partner feiert 15 Jahre Arbeit in China

    Von Rachelle Schlabach

    WASHINGTON - Jeden Morgen in aller Frühe, schlüpft ein Kind nach dem anderen aus seinem Zuhause und gesellt sich zu der Prozession über den Berg zur Schule. Nach einem mit Unterricht ausgefüllten Morgen, beginnt die eineinhalb-stündige Wanderung zurück nach Hause. Aber für diese Kinder aus der südlichen chinesischen Provinz Guizhou, ist dies eine deutliche Verbesserung gegenüber dem, was sie noch vor zwei Jahren hatten, als es noch keine Schule gab.

    Ihre Schule entstand dank der gemeinsamen Bemühungen einer ungewohnten Zusammenarbeit, welche MCC, die chinesische und kanadische Regierung und die Amity Foundation, eine chinesische humanitäre Dienststelle mit christlichen Wurzeln, miteinschliesst. Die fünf Jahre dauernde Zusammenarbeit begann 1998, als ein Versuch, die Armut in einer der ärmsten ländlichen Regionen Chinas zu lindern. Edgar Metzler, der Direktor für internationale Projekte von MCC sagte, das Projekt stelle "eine einmalige Herausforderung für MCC" dar, weil es staatliche und nicht-staatliche Organisationen miteinschliesse, die in grossem Umfang zusammenarbeiteten.

    Metzler war einer von mehreren Repräsentanten von MCC, der an Ort und Stelle das 15. Jubiläumsjahr von Amity Foundation letzten Monat in Nanjing, China, mitfeierte. Die Teilnehmer des Jubiläumsanlasses kamen aus 20 Ländern.

    Myrrl Byler, Direktor des China Educational Exchange, ein Lehreraustausch-Programm, das von MCC unterstützt wird und das Konsortium von vier mennonitischen Missionskommissionen ist, hat die Arbeit von Amity über die Jahre hinweg verfolgt. Byler hat Amity wachsen gesehen und hat ihre kennzeichnende Arbeit in China mitverfolgt. "Es gibt sehr wenige gemeinnützige Organisationen in China, die daran interessiert sind, den Ärmsten der Armen zu helfen. Amity ermöglicht es chinesischen Christen, besser auf die Bedürfnisse ihrer Gesellschaft einzugehen."

    Die Organisation arbeitet für verschiedene Projekte in vermehrtem Ausmass mit lokalen Gemeinden zusammen. Amity hat sich ausgeweitet von einem ursprünglichen Schwerpunkt auf Erziehung und kleineren Entwicklungsprojekten in Ostchina, auf ein umfassenderes ländliches Entwicklungsprogramm.

    Trotz eines Zuwachses an Wohlstand in vielen chinesischen Städten während der letzten 20 Jahre, wurden viele Chinesen zurückgelassen. In Puding County, Guizhou, wo die Schule für die Kinder ist, beträgt das Pro-Kopf-Einkommen magere 55 Euro pro Jahr.

    Die chinesische Regierung schätzt, dass 60 Millionen Menschen in verzweifelter Armut leben, von denen viele in abgelegenen Bergregionen in Westchina leben. Anbetrachts dieser Umstände, stehen lokale Beamte, Bemühungen wie diesem gemeinsamen Projekt, positiv gegenüber.

    Ein Geist der Zusammenarbeit mit der chinesischen Regierung steht in krassem Gegensatz zu vielen in den USA, die es vorziehen, dieses Land aus politischen oder ideologischen Gründen zu isolieren. Diese unterschiedlichen Standpunkte kamen speziell zum Ausdruck während der kürzlich gehaltenen Debatten über eine Zustimmung zu normalen Handelsbeziehungen zu China. (den normalen Handelsbeziehungen zu China wurde vom U.S. Repräsentantenhaus Ende Mai Zustimmung gegeben, und es wird bald im Senat darüber abgestimmt werden).

    Byler tat sich kürzlich mit 20 anderen religiösen Leitern zusammen, um den Vereinigten Staaten nahezulegen, die normalen Handelsbeziehungen zu China zu unterstützen. In einem Brief an den Kongress schrieben sie: "Die allmähliche Öffnung von Handel, Investition, Reisen und Austausch zwischen China und dem Rest der Welt, hat zu gewichtigen, positiven Veränderungen für humanitäre Rechte und religiöse Freiheit in China geführt."

    Sich auf seine Erfahrungen von über 13 Jahren über das Leben und Reisen in China berufend, fügte er hinzu: "China schlecht zu machen ist heute sehr populär, gibt aber leider nur ein sehr einseitiges Bild. China ist ein riesiges Land und sehr komplex", erklärte er. "In den letzten 20 Jahren, gab es für die grösste Mehrheit der Bevölkerung entscheidende Gewinne an persönlicher Freiheit und wirtschaftlichem Wohlstand. Je mehr China in die Weltengemeinschaft integriert wird, desto besser stehen die Chancen dafür, dass diese Veränderungen weiter vorangehen."

    Rachelle Schlabach, eine legislative Mitarbeiterin in der MCC Washington Office, reiste im März nach China. Sie kommt ursprünglich aus Millersburg, Ohio, und ihre Heimatgemeinde ist die Walnut Creek (Ohio) Mennonitengemeinde.
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    2. 39 Teilnehmer an der Mai-Orientierung von MCC

    Neununddreissig Leute haben an der Orientierung teilgenommen, die hier im Hauptquartier von MCC vom 2.-12. Mai stattgefunden hat. Fünfzehn beginnen eine Arbeit in Übersee und vierundzwanzig beginnen ihre Arbeit in Nordamerika.
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    Übersetzung: cof

MCC-Nachrichten 12. Mai 2000

    1. Bangladesch: 25 Jahre im Dienst des MCC

    Am 11. April kamen die angestellten Mitarbeiter/innen des MCC in Dhaka/Bangladesch zusammen, um mit fünf Angestellten zu feiern, die jetzt schon 25 Jahre im Dienst des MCC stehen. Sie hatten ihre Arbeit 1974 bzw. 1975 aufgenommen.
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    2. Felder und Gemeinschaften gedeihen dank Wasser aus neuen Speichern

    Beton-Reservoirs, die mit der Unterstützung des MCC in Jordanien erbaut werden, bringen Wasser in die Wüste, obwohl das Land derzeit durch eine schwere Dürre ausgetrocknet ist. In Zusammenarbeit mit der Canadian Foodgrains Bank (CFGB) will das MCC in den nächsten zwölf Monaten zehn der kleinen Betonbehälter errichten.
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    3. Unser Handeln hat Auswirkungen

    Seit den späten Siebzigerjahren werden im früher üppigen Dschungel des nördlichen Costa Rica Mahagonibäume und Zedern eingeschlagen. Ein MCC-Mitarbeiter stellt fest, dass die Entwaldung ihre Wurzeln im nicaraguanischen Bürgerkrieg der Achtzigerjahre und in der US amerikanischen Politik gegenüber dieser Region hat.
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    4. Suche nach Gemeinsamkeiten zwischen Christen und Moslems: sehr wichtig, aber nicht einfach

    Von Carol Thiessen

    Beirut/Libanon. - Wenn Moslems und Christen friedlich zusammenleben sollen, müssen sie nach gemeinsamen Worten suchen. Das meint ein führender sozial aktiver Moslem im Libanon.
    "Kurz gesagt: Wenn Menschen die Gelegenheit bekommen, miteinander umzugehen und einander kennenzulernen, sich über ihre Vorstellungen und Gedanken auszutauschen und das Unwissen über die jeweils anderen auszuräumen, dann, so meine ich, haben sie wohl die größte Gefahr eines Kriegs oder Konflikts gebannt", so Sadr Eddine Al-Sadr.
    Al-Sadr leitet das Imam-Al-Sadr-Studien- und Forschungszentrum, das nach seinem Vater benannt ist, einem engagierten moslemischen Gelehrten. Der jüngere Al-Sadr hat 1995 vier Monate als Gastpartner ("International Partner in Residence") beim USA-Büro des Mennonite Central Committee (MCC) in Washington, D.C., verbracht.
    Al-Sadr ist überzeugt, dass Christen und Moslems viele Gemeinsamkeiten entdecken können - zum Beispiel ihre Suche nach Gott und die Hilfe für andere Menschen hier auf Erden. "Immer, wenn wir auch nur eine winzige Begegnung im Dialog haben, ist das entstehende Verständnis zwischen den Kulturen beachtlich", merkt er an.
    "Auf dem Weg zu diesem Ziel stehen wir vor vielen Problemen", räumt er ein. Die Massenmedien und die Politiker stehen im Weg. Im Nahen Osten stellen manche die USA als den "Großen Satan" dar, während viele Nordamerikaner die Moslems als gewalttätige Terroristen betrachten.
    Dr. Habib Badr, Pfarrer in der "National Evangelical Church" Beirut und Mitglied des Vorstands des MCC Libanon, räumt ebenfalls ein, dass der moslemisch-christliche Dialog sehr komplex ist - besonders im Libanon. "Der Krieg im Libanon hat viele Wunden hinterlassen und es ist für die Christen und Moslems nicht einfach, sich zusammenzusetzen", stellt er fest. "Meiner Ansicht nach befinden wir uns noch in der Anfangsphase."
    Er merkt an, dass ein geistiger Dialog geführt wird, dass dieser aber noch nicht zum Handeln oder zu gemeinsamen Projekten geführt hat. Er weist aber darauf hin, dass es für die Christen - die etwa ein Drittel der Bevölkerung im Libanon stellen - lebenswichtig ist, eine Grundlage der Gemeinsamkeit für das Zusammenleben mit den Moslems zu finden.
    "Der Dialog ist notwendig, weil wir nun einmal da sind. Wir leben unter den Moslems. Und wir wollen nicht mit ihnen kämpfen. Wir wollen mit ihnen zusammenleben", sagt Badr, der unter anderem in leitender Funktion dem Kirchenrat im Nahen Osten (Middle East Council of Churches) angehört.
    Er ist Al-Sadr noch nie begegnet, aber die beiden planen ein Treffen in der nahen Zukunft, um zu beginnen, eine Brücke über die Gräben zu bauen.
    Al-Sadr lobt seinen Vater, den Imam und führenden Moslem, für seine Vorreiterrolle beim Gespräch zwischen den Religionen. "Er war sehr erfolgreich im Dialog mit anderen Religionen", sagt er. Die Familie Al-Sadr kann ihre Wurzeln 1400 Jahre in die Vergangenheit zurückverfolgen und auf den Propheten Mohammed zurückführen. In den Sechziger- und Siebzigerjahren hat der Imam aus einer kleinen sozialen Organisation eine beeindruckende gemeinnützige Einrichtung gemacht, die Waisenhäuser, allgemeinbildende und technische Schulen sowie Krankenhäuser und Kliniken in benachteiligten Regionen des Libanon unterhält.
    Der Imam, der sich auch politisch betätigte, ist 1978 unter unklaren Umständen in Libyen verschwunden. Sein Verbleib ist ungeklärt.
    1995 wurde das von Al-Sadr geleitete Forschungszentrum gegründet, um die Lehren und Schriften des Imams zu verbreiten. Das Zentrum hat seit 1996 vier große Konferenzen unter dem Motto "Common Terms" (in etwa: Einigungspunkte) abgehalten, um den Dialog zwischen den Religionen zu fördern.
    Auf einer sehr viel basisnäheren Ebene, so Al-Sadr, kann auch der informelle Umgang zwischen Christen und Moslems dazu beitragen, die Mauern des Misstrauens und der Unwissenheit zu durchbrechen. "Solche Erfahrungen, so bescheiden und klein sie auch sein mögen, haben auf beide Beteiligten eine starke Wirkung."
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    5. Der Kreis schliesst sich

    Von Gerhard Neufeld

    Was haben Sie noch fur Erinnerungen an Ihr funftes Lebensjahr? Wenn ich durch das "Buch" meiner Erinnerungen blattere, bin ich nicht immer sicher, was mir selbst im Gedachtnis geblieben ist und was nur Familienlegenden sind. Was wird in der Familie erzahlt und was weiss ich wirklich noch selbst? Aber vor kurzem haben sich diese beiden Strange fur mich auf vollkommen unerwartete, geradezu marchenhafte Weise getroffen. Ich war uberhaupt nicht vorbereitet auf das Erlebnis, das ich kurzlich hatte. Im Fruhjahr 1998 waren Ivan Vacek, der MCC-Partner in Kroatien, Katharina und ich erstmals nach Bayern gereist, um uns dort uber die Schafzucht zu informieren. Die kroatische Organisation "Duhovna Stvarnost" (DS) wollte in Kroatien ein Schafprojekt beginnen, um fruheren Fluchtlingen bei ihrer muhsamen Existenzsicherung eine Einkommensmoglichkeit durch Schafzucht zu verschaffen. Fur Katharina und mich war es ein eigenartiges Gefuhl, als uns klar wurde, dass wir vor 54 Jahren in dieser Region Bayerns als Fluchtlinge gelebt hatten. Nun kamen wir auf der Suche nach Hilfsmoglichkeiten fur Fluchtlinge in Kroatien wieder hierher - damit schloss sich sozusagen der Kreis. Wir erzahlten das Herrn Schwinghammer, dem deutschen Fachmann fur Schafzucht, der uns herumfuhrte und uns mit Landwirten und anderen Personen bekannt machte, die uns vielleicht weiterhelfen konnten.

    Bei unserem zweiten Besuch fragte ich Herrn Schwinghammer, ob er eigentlich ein Dorf namens Pischelsdorf kenne, in dem ich als funfjahriger Fluchtlingsbub gelebt hatte. Ich deutete an, dass ich gerne einmal hinfahren und den Ort ansehen wurde, wenn er nicht allzu weit entfernt lage. Bei unserem dritten Besuch in der Gegend setzte er das auf unser Programm. Auf dem Weg zu dem Dorf versuchte ich mich an das zu erinnern, was ich uber den Ort wusste. Manche der Namen auf den Ortsschildern in der Gegend erkannte ich aus Gesprachen meiner Eltern und alteren Geschwister wieder. Mich befiel ein seltsames Gefuhl, als wir uns dem Dorf naherten. Mir wurde klar, dass ich als Funfjahriger mit meiner Mutter und meinen Geschwistern auf diesen Strassen zu Fuss unterwegs gewesen war. Eine Begebenheit, an die ich mich aus jener Zeit noch deutlich erinnerte, war, dass ich einmal in einen rostigen Nagel getreten war und laut schrie, als mein grosser Bruder meinen Fuss zusammendruckte, damit der Rost restlos herauskam. Als wir in das Dorf hineinfuhren, erzahlte ich Herrn Schwinghammer diese Geschichte. Ich grub in meinen Erinnerungen in der Hoffnung, in dem Dorf etwas wiederzuerkennen, aber ich kann nicht behaupten, dass mir das wirklich gelang. Mitten im Dorf hielt Herr Schwinghammer das Auto an und erzahlte einem jungen Mann, dass ich im Zweiten Weltkrieg mit meiner Mutter und meinen zwei kleinen Schwestern als Fluchtling hier gelebt hatte. "Gibt es hier Leute, die daruber vielleicht noch etwas wissen?" fragte er. Ich fugte hinzu, dass mein grosser Bruder fur einen Bauern namens Niederer gearbeitet hatte, dessen Sohn - wenn ich die Geschichten aus unserer Familie noch richtig im Kopf hatte - im Krieg verwundet worden war und ein steifes Bein hatte. "Ja", erwiderte der junge Mann, "der wohnt hier gleich gegenuber", und zeigte auf ein Haus ganz in der Nahe. Mit grosser Spannung klopften wir und traten bei einem alteren Ehepaar ein.

    Herr Schwinghammer erklarte nochmals, wer ich war, und fragte, ob auf diesem Hof im Zweiten Weltkrieg ein Vierzehnjahriger gearbeitet hatte. "Nein", lautete die Antwort, "aber bei uns hat ein kleiner Junge ubernachtet, der morgens dann immer zu seinen Eltern ging, ein paar Hauser weiter." Das erschien mir nicht recht plausibel. Ich fragte weiter und beschrieb noch genauer, wo meine Mutter, meine beiden kleinen Schwestern und ich gewohnt hatten. Das Alter des Jungen hatte jedoch 14 sein mussen, damit die Beschreibung auf meinen Bruder zutraf, denn alles andere, was ich erwahnte, wurde von meinem Gesprachspartner bestatigt. Er bestand aber darauf, der Junge sei ein Vorschulkind gewesen. Er erklarte, der Bub sei nach dem Fruhstuck immer sofort zuruckgekommen und ihm standig wie ein Schatten gefolgt - nie gegangen, standig gerannt! Er erinnerte sich, dass der Junge immer barfuss lief, und deshalb hatten sie ihm ein Paar Holzschuhe geschenkt. Die wollte der Kleine am nachsten Abend mit ins Bett nehmen! Und dann fugte er noch hinzu, dass der Bub einmal ubers Feld gelaufen war und auf einen Nagel getreten war. Als er den Jungen hochhob, blieb das ganze Brett noch daran hangen. Also trat er auf das Brett und zog den Jungen von dem Nagel herunter. "Aber das ist ja der Junge!", rief Herr Schwinghammer aus und zeigte auf mich, "die Geschichte hat er mir gerade vor funf Minuten erzahlt!" Herr Niederer und ich schauten einander in unglaubigem Staunen an. Ich konnte es einfach nicht fassen, dass er sich an diese kleinen Begebenheiten so deutlich erinnern konnte. "Ich sehe es so klar vor mir, dass ich es malen konnte", sagte er - nach 55 Jahren!

    Wie kommt es, dass er sich an diese Einzelheiten noch erinnert? Es beruhrt mich zutiefst, dass es einen Menschen auf der Welt gibt - der mir vollig fremd ist -, der meinen Namen kennt und Dinge uber mich weiss, die sonst niemand weiss. Hier gibt es jemanden, der aufklaren konnte, wie die Begebenheiten waren, an die meine Familie und ich uns aus dieser wichtigen und bewegten Zeit unseres Lebens noch erinnern. Ich wunschte, ich hatte mir ein paar Stunden in Ruhe Zeit nehmen konnen, um zu horen, was er sonst noch uber uns wusste. Aber ich bin dankbar fur die Zeit, die wir miteinander hatten, denn er hat mir schon etwas von mir selbst zuruckgegeben - und das so vollig unerwartet.

    Gerhard und seine Frau Katharina arbeiten fur das MCC in Kroatien.
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    Übersetzung: cof

MCC-Nachrichten 17. März 2000

    1. MCC bringt Hilfsgüter im Wert von über 1 Mio. Euro nach Mosambik; Materiallager jetzt erschöpft

    Akron, Pennsylvania. - Im Laufe der nächsten Woche wird das Mennonite Central Committee (MCC) Decken, kombinierte Gesundheits- und Schulpakete sowie gebrauchte Kleidung im Wert von über 1 Mio. Euro nach Mosambik schicken, um dort Hochwasseropfern zu helfen. Durch diese Lieferung sind die MCC-Lager jetzt erschöpft.
    Heftige Regenfälle den ganzen Februar hindurch sowie ein Wirbelsturm am 22. Februar haben Mosambik - eines der ärmsten Länder der Welt - überschwemmt. Nach Regierungsangaben sind über 900 000 Menschen betroffen - Todesopfer, zerstörte Wohnhäuser und weggespülte Ernten sind zu beklagen.
    Das MCC stellt zusätzlich 298 000 Euro bereit, um damit 20 000 Decken und 5000 "Überlebenspakete" im südlichen Afrika zu beschaffen, die sofort verteilt werden sollen. Zu den Paketen gehören Küchenutensilien - z.B. Töpfe, Löffel, Teller und Becher - sowie Seife und ein Eimer.
    "Viele Menschen halten sich noch in Lagern oder auf kleinen Anhöhen auf, aber sie wollen baldmöglichst wieder nach Hause, obwohl ihnen dort womöglich nichts geblieben ist. Sie wollen den Schaden begutachten und anfangen, sich wieder eine Existenz aufzubauen", so Tesfa Dalellew, die die MCC-Afrikaarbeit mit leitet. "Es ist wichtig, die Hilfsgüter jetzt zu den Menschen zu bringen; wenn sie erst einmal über das Land verteilt sind, wird das viel schwieriger."
    Das MCC benötigt finanzielle Mittel zur Deckung der Transportkosten und für die in Afrika beschafften Hilfsgüter. Ein "überlebenspaket" für eine Familie kostet beispielsweise ca. 38 Euro. Das MCC hat auch vor, bei der Bereitstellung von Saatgut und Ackergerät mitzuwirken, damit die Bauern im August das Land bestellen können. Spenden (Kennwort "Mozambique flood relief" oder Projekt-Nr. 5627-2000) werden von allen MCC-Büros entgegengenommen.
    Bei allen Maßnahmen ist der Christenrat von Mosambik die Partnerorganisation des MCC. Das MCC hat als eines der ersten internationalen Werke im Februar wegen der Überschwemmungen 22 000 Euro bereitgestellt, mit denen Hilfsgüter beschafft und verteilt wurden. Ein Teil dieser Summe wurde den Bewohner/innen des Dorfs Marracuene unweit der Hauptstadt zum Wiederaufbau ihrer Häuser zur Verfügung gestellt.
    MCC-Mitarbeiterin Michelle Janzen und ihr Ehemann James Kornelsen koordinieren die MCC-Hilfsarbeit in Mosambik. Am 9. März berichtete sie aus Marracuene: "Wir haben eine Reihe von Familien, viele davon Fischerfamilien, angetroffen, die alles verloren haben - ihre Häuser, ihre Fischerboote, die Haushaltsgegenstände." Sie hat zahlreiche Häuser gesehen, die mit MCC-Mitteln wieder aufgebaut worden waren. Die meisten waren bereits fertiggestellt - bis auf das Dach; das Wellblech ist noch nicht in die Region gebracht worden. So lange schlafen die Menschen in Zelten.
    Janzen und Kornelsen stammen aus Winnipeg/Manitoba (Kanada). Sie sind verbunden mit den Gemeinden "Grain of Wheat Church Community" in Winnipeg und "Pineridge Fellowship Chapel" in Hudson Bay/Saskatchewan (Kanada).
    Um auf künftige Anfragen reagieren zu können, benötigt das MCC Decken, Schulpakete und anderes mehr. Durch die Lieferungen nach Mosambik sind die Lager erschöpft, so dass die Mitarbeiter/innen befürchten, dass künftige Lieferungen womöglich verschoben werden müssen. Für den April sind zehn Hilfslieferungen nach Russland, in die Ukraine, nach Nordkorea und in den Irak vorgesehen, aber die MCC-Bestände reichen derzeit nicht zur Deckung der Anfragen.
    "Im Fall Mosambik haben uns die Mitarbeiter/innen und Partner/innen vor Ort mitgeteilt, dass sie die Hilfsgüter sofort benötigen. Wir hatten nicht genügend Decken, aber die Lutheraner haben angeboten, uns welche abzugeben, so dass wir die erbetene Anzahl liefern konnten", berichtet Brenda Wagner, Leiterin der "Koordination Dienste der Gemeinden" beim MCC. "Aber jetzt sind nur noch wenige Decken vorhanden."
    Das MCC verfügt auch nur noch über wenige Schulpakete sowie Näh- und Gesundheitspakete und Bettlaken. Beim MCC-Büro in Tramelan können Sie sich informieren, was gebraucht wird.
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    2. Mit Unterstützung des MCC bringen burundische Pfarrer Hilfsgüter in drei Lager

    Im März erhalten 17 300 Menschen dank der Anstrengungen burundischer Pastoren Nahrungsmittel für 25 Tage; das MCC unterstützt diese Maßnahme mit 84 000 Euro und logistischer Beratung. Empfänger sind einige der tausenden von Bauernfamilien, die von der burundischen Regierung in Lager zusammengezogen wurden, um die Bevölkerung aus den ländlichen Regionen abzuziehen und die Rebellen zu vertreiben.
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    3. Über MCC-Austauschprogramm studieren iranische Moslems in Toronto Theologie

    Yousef Daneshvar und Mohammed Farimani - moslemische Studenten am Imam-Khomeini-Institut für Bildung und Forschung in Qom/Iran - bringen bei ihren Promotionsstudien an der theologischen Hochschule "Toronto School of Theology" (Kanada) eine neue Perspektive ein. Beim Unterricht, im Gespräch mit anderen Studierenden und bei Begegnungen mit Mennoniten erfahren Daneshvar und Farimani etwas vom Christentum und bringen anderen etwas über den Islam bei.
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    4. Anwesenheit von Moslems zwingt christliche Studierende, ihren Glauben deutlicher zu erklären

    "Jede einzelne Unterrichtsstunde, die sie dabei sind, ist eine Bereicherung für die christlichen Studierenden", so Professor George Schner über Yousef Daneshvar und Mohammed Farimani, zwei iranische Studenten an der theologischen Hochschule "Toronto School of Theology" (Kanada). "In jedem Fall müssen wir uns und unseren Glauben deutlich und sorgfältig erklären, wobei oft Dinge angesprochen werden, die wir ganz selbstverständlich nehmen."
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    5. Mennoniten und Moslems kommen in einer Moschee in Ontario zusammen, um über ihren Glauben zu sprechen

    Ende Februar trafen sich MCC-Mitarbeiter/innen, mehrere örtliche mennonitische Prediger/innen, zwei in Toronto studierende iranische Studenten sowie einheimische Moslems in einer Moschee in Kitchener/Ontario (Kanada) zum Gebet, Gespräch und einer gemeinsamen Mahlzeit. Im Laufe des interreligiösen Gesprächs entdeckten die Teilnehmer/innen zumindest eine Gemeinsamkeit - sowohl die Moschee als auch das MCC tun Hilfsarbeit im Irak.
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    6. MCC erntet Lob von Philanthropie-Institut

    Das "American Institute of Philanthropy" hat das MCC als eine der besten internationalen Hilfs- und Entwicklungsorganisationen ausgezeichnet. Das MCC wurde von der in Bethesda/Maryland angesiedelten Organisation in die Kategorie "A" (Bestnote) für hervorragende Arbeit eingestuft.
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    Übersetzung: cof

MCC-Nachrichten 18. Februar 2000

    1. Thailändische Behörden befassen sich mit Kontakt von MCC-Mitarbeitern zu Birmanen

    Am 11. Februar führte die thailändische Polizei eine Razzia im Büro von "Burma Issues" (Birma-Fragen) durch. Diese Menschenrechtsorganisation in Bangkok/Thailand wird vom MCC unterstützt. Drei MCC Mitarbeiter wurden festgenommen: Erich Miller aus Goshen/Indiana und Lakhsmi Subandi aus Tengah/Indonesien wurden verhört und dann freigelassen, während Max Ediger aus Turpin/Oklahoma fast einen Tag in Haft blieb und dann gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt wurde.
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    2. Hochwasser in Mosambik vernichtet Häuser und Lebensgrundlagen

    Das MCC hat 22 000 Euro bereitgestellt, um die Opfer des Hochwassers in Mosambik zu unterstützen, wo etwa 100 000 Menschen obdachlos geworden sind. "Es ist so schwer, in einer Region zu sein, in der das Leben der Menschen ohnehin schon schwierig ist, und dann noch zu erleben, wie weiteres Leid dazu kommt", schreibt MCC-Mitarbeiterin Cheryl Delaplane aus dem Dorf Marracuene, wo 21 Häuser dem Hochwasser zum Opfer fielen.
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    3. Kasten: Südliches Afrika von schweren Regenfällen überschwemmt

    Das gesamte südliche Afrika ist von ungewöhnlich schweren Regenfällen heimgesucht worden. Das MCC unterstützt 13 Familien in dem Dorf Link in der Provinz Eastern Cape in Südafrika, wo Schäden durch Wind, Regen und Blitzschlag entstanden sind.
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    4. Arsen in Brunnen bedroht die Gesundheit von Millionen von Bangladeschis

    Von Andrew Kohnhorst

    DHAKA/Bangladesch. - Bis Mitte der Siebzigerjahre hat die ländliche Bevölkerung in Bangladesch ihr Trinkwasser aus Teichen, Flüssen und Bächen geschöpft. Tausende fielen der Cholera zum Opfer und Durchfallerkrankungen führten bei Kindern zu etwa 250 000 Todesfällen im Jahr. Um diesen Problemen abzuhelfen, haben das Mennonite Central Committee (MCC) und andere Werke wie auch die Regierung von Bangladesch Wasserversorgungs- und Abwasserprogramme eingerichtet, die bis heute noch laufen. Bangladesch hat inzwischen etwa 4 Millionen Brunnen; viele davon verwenden die einzigartige "rower pump"-Pumpe, die Ende der Siebzigerjahre von MCC-Ingenieuren entwickelt wurde. Etwa 95 % der 130 Millionen Bangladeschis nutzen derzeit Brunnenwasser als Trinkwasser und die Zahl der wasserinduzierten Krankheiten ist stark zurückgegangen.
    Nun hat sich ein neues Problem aufgetan, das die Gesundheit von Millionen von Bangladeschis bedroht. In den Brunnen ist Arsen gefunden worden.
    Mitte der Neunzigerjahre hat die Regierung von Bangladesch das Wasser in Bangladesch in Gebieten testen lassen, die an indische Regionen grenzen, in denen ebenfalls Arsen in den Brunnen festgestellt worden war. Diese sowie spätere Tests ergaben hohe Arsenkonzentrationen in vielen Brunnen im südlichen und östlichen Bangladesch, darunter auch in der Region Noakhali, wo das MCC im Rahmen seines Landwirtschaftsprogramms mit 3000 armen Bauern und ihren Familien zusammenarbeitet.
    Das Arsen wurde im unterirdischen Wasser in verschiedenen Tiefen und Konzentrationen festgestellt, was auf natürliche geologische Vorgänge und nicht etwa menschliche Ursachen hindeutet.
    Arsen ist ein geruch- und geschmackloses, unsichtbares Gift. Die Symptome einer Arsenvergiftung lassen mehrere Jahre auf sich warten und lassen sich in einem Teil der Fälle durch die Nutzung unverseuchten Wassers wieder rückgängig machen. Der Körper kann kleine Mengen Arsen wieder abbauen, aber längere Aufnahme führt zu ausgetrockneter, aufgesprungener Haut an den Füßen und Handflächen, Schwarzverfärbung und Fleckenbildung auf der Haut, was zu offenen Stellen führen kann, sowie in Extremfällen zu Geschwüren, Brand, Atembeschwerden und Krebs.
    Die Regierung von Bangladesch hat noch keine einheitliche Reaktionsweise auf das Arsen-Problem entwickelt. Dadurch bestehen viele falsche Vorstellungen, Ängste sowie ein großer Mangel an präzisen wissenschaftlichen Daten fort.
    In Noakhali, wo das MCC aktiv ist, liegt die Arsenkonzentration Schätzungen zufolge in 79 % der Brunnen über dem von der Weltgesundheitsorganisation für Wasser festgelegten Grenzwert von 0,05 mg pro Liter. Das MCC bemüht sich, ein einfaches, preiswertes Reinigungssystem zu entwickeln, das für die ländlichen Dörfer in Bangladesch angemessen ist. Zwar gibt es zahlreiche Methoden zur Entfernung von Arsen, aber die meisten sind zu technologieintensiv, um wirksam zu sein, und sehr kostenintensiv in der Anschaffung und Wartung.
    Das MCC legt den Menschen nahe, das Arsen zu entfernen, indem ein Eimer voll Wasser mit Aluminiumsulfat versetzt wird und zwei Stunden stehen gelassen wird, damit sich die Partikel absetzen können. Die oberen zwei Drittel des Wassers werden dann mit Sand gefiltert, wodurch der Großteil des verbleibenden Arsens entzogen wird. Aluminiumsulfat wird im l"ndlichen Bangladesch schon lange verwendet, um Erdpartikel aus dem Wasser zu entfernen. Das damit gewonnene Wasser weist jedoch auch nach dem Filtern noch einen beträchtlichen Aluminiumgehalt auf. Zwar sind die Aluminiumwerte noch nicht bedenklich, aber dieser Faktor erfordert doch noch weitere Untersuchungen.
    Das MCC hat ein Arsen-Abbau-Projekt eingerichtet, das von einem programmübergreifenden Ausschuss geleitet wird, der sich aus nordamerikanischen MCC-Freiwilligen und einheimischen Mitarbeiter/innen zusammensetzt. Das MCC bittet um Spenden zur Finanzierung der Arbeit dieses Ausschusses bei der Lösung der Arsenfrage (Projektnummer: 702-1020).
    Von der Förderung der Pumpen in den Achtzigerjahren bis zur Entfernung von Arsen in den Neunzigern füllt sich für die MCC-Mitarbeiter/innen in Bangladesch das Gebot Jesu, einen Becher Wasser zu trinken zu geben, mit immer wieder neuer Bedeutung.
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    5. Kasten: Die öffentlichkeit über die Gefahren des Arsens aufklären

    Die Menschen im ländlichen Bangladesch kämpfen immer noch um das tägliche überleben. Daher ist es schwer, sie zu überzeugen, dass ihr Brunnenwasser womöglich eine unsichtbare Substanz enthält, die erst nach zehn Jahren Wirkung zeigt. Sie müssen auch die Alternative abwägen: wenn sie Wasser aus stehenden Gewässern trinken, können sie sich schneller eintretende Krankheiten zuziehen, beispielsweise Durchfallerkrankungen, die nach wie vor jedes Jahr Tausende von Menschenleben fordern.
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    6. Sojabohnen: MCC-Erfolg in Bangladesch

    Ende Dezember 1999 hat das MCC sein Sojabohnen-Programm in Bangladesch nach 27 Jahren auslaufen lassen. "Das Programmziel ist erreicht", erläutert Shyam Chakraborty aus Bangladesch, der für das MCC-Sojabohnenprogramm zuständig war. "Jetzt säen und konservieren die Bauern das Saatgut ohne unsere Hilfe und verkaufen Sojabohnen."
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    7. Amerikanisches Pharmaunternehmen: Partnerschaft mit Einrichtungen in Botswana zur Eindämmung von AIDS

    Das amerikanische Pharmaunternehmen Bristol-Myers Squibb (BMS) hat für die nächsten drei Jahre 100 Mio. Euro zur Bekämpfung von HIV/AIDS im südlichen Afrika zugesagt. Ein Teil der Mittel ist für Organisationen in Botswana vorgesehen, mit denen die MCC-Mitarbeiter Art und Ruth Thiessen zusammenarbeiten.
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    8. Kommentar: Fall Elian - Fortsetzung der üblichen Politik

    Während Sie diesen Text lesen, entscheidet ein Richter über das Schicksal von Elian Gonzalez, einem sechsjährigen kubanischen Flüchtling, der im Dezember aus der karibischen See gefischt worden war - seine Mutter ist ertrunken, seine Verwandten in den USA weigern sich, den Jungen seinem Vater (in Kuba) zurückzugeben. Während Sie diesen Text lesen, erhalten die (amerikanischen) Politiker/innen starrsinnig die überholten Sanktionen gegen Kuba aufrecht. Und während Sie diesen Text lesen, leiden die einfachen Kubaner/innen unter dem Druck dieser Sanktionen.
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    9. Auch irakische Christen von Sanktionen betroffen

    Alle Bürger des Irak, Moslems wie Christen, leiden unter den Sanktionen. Aber die Christen dort spüren als kleine Minderheit die Verluste ganz besonders. Viele Christen waren im Geschäftsleben und in hoch qualifizierten Berufen aktiv; beide Bereiche haben Einbrüche erlebt. In Basra im Südirak, wo Christen beispielsweise in Unternehmen im Zusammenhang mit dem Hafen beschäftigt waren, berichtet die katholische Kirche von einem Rückgang der Zahl der Familien von 3000 (1985) auf 500 (1999). Den Christen im Westen sollten natürlich alle Menschen im Irak am Herzen liegen. Die Lage der Christen dort und die Zukunft ihres Zeugnisses sind aber zusätzliche Gründe, unsere Regierungen zur Suche nach konstruktiveren Ansätzen zu drängen, und dafür zu beten, dass Gott dieses Land heil werden lässt.
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    10. Brasilien feiert Regen zum Jahreswechsel

    Während die Welt den Anbruch eines neuen Jahrtausends beging, feierten die Bewohner/innen der kleinen Ortschaft Tacaimbo im Nordosten Brasiliens den Regen, mit dem eine zweijährige lähmende Dürre zu Ende ging. In den meisten Gegenden des brasilianischen Nordostens sind starke Regenfälle niedergegangen und haben die zwei Jahre der Dürre weggespült, die 1998 begann.
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    11. Moslems und Christen stellen sich als Versöhner im Blutvergießen auf den Molukken zur Verfügung

    Die Meldungen, die uns dieser Tage aus Indonesien erreichen, befassen sich meist mit gewalttätigen Auseinandersetzungen, Christen und Moslems, die sich auf vielen verschiedenen Inseln gegenseitig umbringen. Unlängst haben aber drei Universitäten auf Java gemeinsam ein Team von Moslems und Christen vorbereitet, die sich als Versöhner auf Ambon, der größten Insel der Molukken (Gewürzinseln) zur Verfügung stellen wollen, wo Berichten zufolge im Laufe des letzten Jahres 2000 Menschen ums Leben gekommen sind.
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    Übersetzung: cof

MCC-Nachrichten 7. Januar 2000

    1. MCC entsendet Sondierungsteam nach Venezuela

    Das Mennonite Central Committee (MCC) will der Bitte des Missionswerks "Eastern Mennonite Missions" (EMM) nachkommen, ein Sondierungsteam nach Venezuela zu entsenden, wo Ende Dezember bis zu 30 000 Menschen bei verheerenden Erdrutschen ums Leben gekommen sind.
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    2. Gemeinsame Maßnahmen für Erdbebenopfer in der Türkei gehen zu Ende

    Winnipeg, Manitoba/Kanada. - Nachdem winterfeste Zelte errichtet sind, die Schulpakete verteilt sind und erhöhte Zeltunterbauten auf den Weg gebracht wurden, geht das Hilfsprojekt des Mennonite Central Committee (MCC) in der Türkei seinem Ende entgegen.
    Das MCC hat mit dem Werk "Rosedale Mennonite Missions" zusammengearbeitet. Gemeinsam wurden 250 000 US$ für die Erdbebenhilfe in der Türkei bereitgestellt.
    Mitte August hatte ein schweres Erdbeben Teile des Landes verwüstet. Dabei kamen über 17 000 Menschen ums Leben und Tausende wurden obdachlos. Viele von ihnen leben jetzt in Zeltstädten am Rande der größeren von dem Erdbeben betroffenen Städte.
    Das Rosedale-Werk und das MCC haben unlängst 92 500 US$ in die Beschaffung von ca. 2000 Bodenpaletten für die Zelte investiert.
    Der Wintereinbruch in der Türkei hat den Bedarf an erhöhten Zeltunterbauten erhöht. "Einige der bewohnten Zelte sind nicht winterfest. Dort ist es feucht und kalt", erläutert Janet M. Janzen, die mitverantwortlich ist für die Leitung der Nahostabteilung beim MCC.
    Viele der nicht winterfesten Zelte sind mit Plastikplanen umwickelt, damit sie trocken bleiben, aber der Untergrund liegt trotzdem auf dem Schlamm auf. "Erhöhte Paletten können der dadurch verursachten Unwirtlichkeit ein wenig entgegenwirken", so Janzen.
    Zuvor hatten das MCC und das Rosedale-Werk 142 500 US$ zum Kauf von 200 winterfesten Zelten bereitgestellt, um Menschen zu unterstützen, deren Häuser zerstört worden waren. In ein Zelt passen etwa 10 Personen.
    Die beiden Werke haben auch 15 000 US$ zur Beschaffung von 300 Schulpaketen aufgewendet, die eine Schuluniform, ein Paar Schuhe und diverse Schulmaterialien enthalten.
    Das MCC hat bei der Eruierung des Bedarfs und bei der Verteilung von Hilfsgütern im Erdbebengebiet eng mit Partnern vor Ort zusammengearbeitet, so zum Beispiel mit der Vereinigung der türkischen protestantischen Kirchen.
    Janzen bringt auch die Dankbarkeit des MCC gegenüber Mary und Merle Hochstedler zum Ausdruck, den Ansprechpartnern von "Rosedale Mennonite Missions" in Istanbul. Sie haben die gemeinsamen Hilfsmaßnahmen nach dem Erdbeben koordiniert. "Wir waren froh, uns an dieser Hilfe beteiligen zu können und dabei zugleich in Partnerschaft mit Rosedale Mennonite Missions arbeiten zu können."
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    3. Der Herr des Weinbergs: ein Gleichnis für Seattle

    Da wir in den Gesetzen der freien Marktwirtschaft geschult sind, verstehen wir Gerechtigkeit als den höchsten Gewinn auf die höchste Produktivität. Produktivität wird durch ungehinderten Wettbewerb und Freihandel erzielt. Das sind die Gesetze der Globalisierung, über deren Einhaltung die Welthandelsorganisation WTO wacht. Diese Gesetze haben aber Auswirkungen auf konkrete Einzelpersonen wie zum Beispiel Pablo und Berta, einen Bauern und eine Schneiderin im ländlichen La Ceiba/El Salvador.
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    4. MCC-Krankenschwester trägt zu medizinischen Wundern in Nepal bei

    Bei ihrer Arbeit mit mobilen Teams zur ärztlichen Versorgung schreckt Ruth McCaslin, Krankenschwester für das MCC, nicht vor gefährlichen Fahrten durch die Berge und viertägigen Marathon-Operationen in entlegenen nepalesischen Dörfern zurück, in denen die Menschen sonst nie Zugang zu lebensrettenden Eingriffen hätten.
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    5. Brief aus Serbien: Friede den Friedensstiftern

    Belgrad, Serbien. - "Bruder, könntest du im Gottesdienst ein paar Worte sagen? Nur so für eine Viertelstunde, so, wie der Geist dich führt."

    Es war der Sonntag vor Weihnachten. Ich war zu Gast bei einer kleinen charismatischen Gemeinde in Belgrad. Was sollte ich sagen? Mein erster Gedanke war, dass ich hierher gekommen bin, weil ich zum Friedenstiften beitragen will, also könnte ich doch über die Nächstenliebe sprechen. Bevor ich mir in innerer Ruhe etwas zurechtlegen konnte, wurde mir klar, dass ich jetzt zum ersten Mal hier über Frieden sprechen würde, in diesem Land, das noch vor kurzem Bombenangriffe von meinem eigenen Land erlebt hatte. Konnte ich denn diesen Mitchristen etwas von der Feindesliebe sagen, wenn dieser Feind mein eigenes Volk ist?
    Nach einer Weile lebhaften Singens und Tanzens im Gottesdienst war ich an der Reihe. Ich informierte kurz über die Mennoniten und berichtete von der Arbeit des Mennonite Central Committee (MCC) zur Linderung der Not in der Welt. Ich erzählte, dass sich das MCC neben der humanitären Hilfe auch um Arbeit an Konflikten bemüht, die der Not nur allzu oft zugrunde liegen.
    Ich sagte, dass wir uns alle bewusst sind, dass unser Land erst vor kurzem ihr Land bombardiert hat, und dass es deshalb uns persönlich, dem MCC als Organisation und der mennonitischen Kirche wichtig ist, dass wir hier sind, um die Hand zur Freundschaft zu reichen; um den Menschen klarzumachen, dass wir den Krieg, mit dem sie überzogen wurden, nicht unterstützen; um auf Vertrauen gegründete Beziehungen aufzubauen. überall im Raum gab es zustimmendes Kopfnicken.
    Ich sprach darüber, dass wir zur Nächstenliebe, ja sogar zur Feindesliebe gerufen sind, von den internationalen Feinden bis hin zum "Feind" in der eigenen Gemeinde oder sogar im eigenen Haus, bei dem uns mitunter die Liebe am schwersten fällt. Stets hielt das zustimmende Kopfnicken an.
    Als ich mich setzte, antwortete der Prediger. Er erzählte, dass die Gemeinde durch alle Bombenangriffe hindurch darum gebetet hatte, von Hass und Bitterkeit verschont zu bleiben. Er brachte seine Dankbarkeit zum Ausdruck, dass es ihnen gelungen war, einen Geist der Vergebung zu bewahren. Zum ersten Mal seit dem Krieg seien bei ihnen Amerikaner zu Gast, erklärte er. Er lud die Gemeinde ein, ein Segensgebet für uns zu sprechen und auf diese Weise symbolisch um Segen für Amerika als Nation zu beten.
    Wir mussten also noch einmal nach vorne kommen. Geschwister aus der Gemeinde kamen dazu und legten uns die Hände auf. Im ganzen Raum erhob sich Beten, zum Teil auf Serbisch, zum Teil auf Englisch, zum Teil in Sprachen, die wir nicht verstanden. Sie beteten um Vergebung und Segen. Menschen begannen zu weinen. Der Prediger umarmte mich. Wir beteten laut zusammen und dankten Gott für das Geschenk christlicher Geschwister - Geschwister, die Gottes Gnade über die trennenden Gräben der Nationen, ja sogar über den trennenden Graben des Krieges hin erfahren. Wir beteten um das Heilwerden unserer Nationen und um das Heilwerden der Menschen in beiden Ländern. Ich hatte mich gefragt, wie ich hier in Serbien den Advent wiederentdecken würde, wo viele der Dinge, die bei mir gewöhnlich weihnachtliche Gefühle auslösen, fehlen. An diesem wenig Gutes verheißenden Abend war es einfach eine kleine Zahl von Gläubigen. Ein ganz gewöhnlicher Abend in einem ganz gewöhnlichen Raum. Aber das Unerwartete geschah. Die Friedensstifter brachten einen Gruß, eigentlich nichts Außergewöhnliches. Aber das Geschenk, das sie dafür erhielten? Außerordentlich! Das Geschenk des Friedens für die Friedensstifter.
    War es nicht seit der ersten Ankündigung des Advents immer so? Auch wenn wir es nicht erwarten, bricht die Gnade von Gottes Geschenk überraschend in unser Leben ein.

    Dan Hess, MCC-Mitarbeiter aus Lancaster/Pennsylvania arbeitet in Belgrad mit dem Hilfswerk der serbischen evangelischen Kirchen, "Brot des Lebens", zusammen.

    übersetzung: Corinna Friesen
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    Übersetzung: cof



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